Vatikan
Afghanen helfen, mit China im Dialog bleiben

Keine Rücktrittsgedanken hegt derzeit Papst Franziskus, der sein erstes großes Interview nach seiner Operation gab.

Trotz seiner Darm-OP Anfang Juli sind Franziskus bislang keine Rücktrittsgedanken in den Sinn gekommen. Entsprechende Medienspekulationen wies er zurück: „Ich weiß nicht, wie sie auf die Idee gekommen sind.“ Sobald ein Papst krank sei, gebe es immer einen entsprechenden Wirbel von Gerüchten.

Er sei froh, noch am Leben zu sein, so der Nachfolger Petri. Dies sei in erster Linie einem Krankenpfleger des medizinischen Dienstes im Vatikan zu verdanken. Der „erfahrene Mann“ habe ihm dringend zu dem Eingriff geraten. Andere Stimmen hätten zunächst eine medikamentöse Therapie vorgeschlagen. Inzwischen könne er aber wieder „alles essen“ und seinen Tagesablauf „völlig normal“ gestalten, versicherte der 84-Jährige.

Die Art und Weise, wie der Westen seine Truppen aus Afghanistan abzog, kritisierte der Papst als unüberlegt. Es seien bei der Planung „nicht alle Eventualitäten“ in Betracht gezogen worden, und offenbar sei „viel Naivität“ mit im Spiel gewesen. Der Abzug an sich sei zwar rechtmäßig. Keinesfalls aber dürfe die afghanische Bevölkerung einfach ihrem Schicksal überlassen werden. Der Vatikan wolle sich auf diplomatischem Wege dafür einsetzen.

Die Frage, ob er das Reformprojekt des Synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland fürchte, verneinte Franziskus. Er habe mit Bischöfen gesprochen und verstehe ihr pastorales Anliegen. Bisher würden allerdings noch einige Dinge nicht ausreichend berücksichtigt, die er in seinem langen Brief vom Sommer 2019 an die deutschen Katholik-Innen erläutert habe.

Seinen jüngsten Erlass zur Einschränkung der „alten Messe“ verteidigte Franziskus. Bei einer Befragung unter Bischöfen im Jahr 2020 habe sich gezeigt, dass aus dem ursprünglich pastoralen Anliegen Benedikts XVI., Anhängern der tridentinischen Messform entgegenzukommen, „eine Ideologie“ geworden sei.
Der Papst verteidigte auch den Dialog mit China. Der sei „nicht einfach, aber ich bin überzeugt, dass wir den Dialog nicht aufgeben sollten“.

Kathpress

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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