Online - Kongress
Kirche draußen finden

Der PGR-Kongress lädt online ein, sich mit Fragen von Kirche und Seelsorge zu beschäftigen. 2022 findet die nächste Pfarrgemeinderatswahl statt. Wie man auf unserem Bild sieht, interessieren sich auch schon mögliche Kandidierende für später.
  • Der PGR-Kongress lädt online ein, sich mit Fragen von Kirche und Seelsorge zu beschäftigen. 2022 findet die nächste Pfarrgemeinderatswahl statt. Wie man auf unserem Bild sieht, interessieren sich auch schon mögliche Kandidierende für später.
  • Foto: pfarrgemeinderat.at
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Weniger KatholikInnen. Eine beleidigte frühere Mehrheit oder eine schöpferische Minderheit?

Kirche ist nicht nur da, wo ein Kirchturm steht“, sondern vor allem draußen zu finden. Pfarrgemeinderäte (PGR) sowie haupt- und ehrenamtliche kirchliche Mitarbeiter sind daher aufgerufen, „aus sich und über sich hinauszugehen“. Das betonte der Innsbrucker Pastoraltheologe Christian Bauer am 20. April im zweiten Teil des vierteiligen Online-Kongresses der Pfarrgemeinderäte. In seinem Vortrag „Sehen wir die Kirche an anderen Orten? Reden wir darüber!“ appelllierte er an die Teilnehmenden, dort zu sein, wo Gott und die Menschen sind – nämlich vor allem „außerhalb der Kirchenmauern“.

Die Weisheit der Kirchenväter, dass außerhalb der Kirche kein Heil zu finden sei, habe zwar historisch ihre Berechtigung gehabt, nun heiße es aber den Spruch umzukehren, meinte Bauer. So könne dies auch bedeuten, dass überall dort, wo Kirche ist, auch Heil ist. Der Theologe nannte als Beispiel etwa die Arbeiter-, Jugend- oder Pfarrpastoral. „Gott ruft uns nach draußen, außerhalb der Kirchen. Da gibt es viel zu entdecken, vor allem viele Menschen“, so Bauer. Zudem brauche auch die Kirche dringend den Kontakt zu anderen Orten und Menschen, nicht „weil die auf uns warten, sondern weil wir die anderen und ihre Geschichten vom Leben brauchen“, zeigte sich Bauer überzeugt.

Eine für den Pastoraltheologen falsch gestellte Frage wäre jene nach der Anzahl von Bekehrungen durch Priester oder wie man die Kirche „wieder voll bekommen“ kann. „Viele Leute in die Kirche bringen werden wir nicht mehr schaffen. Da muss man einfach realistisch sein“, meint der Theologe. Die Katholiken werden weniger, die Frage sei nun: „Sind wir so etwas wie eine beleidigte frühere Mehrheit, oder sind wir so etwas wie eine schöpferische Minderheit?“

Selbst in ländlichen Gegenden mit einem hohen Anteil an Katholiken würden nicht alle ihren Glauben praktizieren, stellte Bauer fest. Auch hier müsse die Kirche wieder den Kontakt zu den Menschen und das Gespräch suchen, speziell mit Jugendlichen. Allein Anglizismen zu verwenden reiche nicht aus, um junge Menschen zu erreichen. Jugendliche verlangten nach Authentizität und Interesse nach ihren Lebenslagen und Problemen, während pfarrliche Routinen bei ihnen kaum noch greifen. Die seit einem Jahr dominante Corona-Pandemie sei daher eine Chance, neue Ideen zu entwickeln. Vielerorts sei auch bereits der pastorale Raum in die digitale Welt transferiert worden. „Corona hat Routinen unterbrochen, und plötzlich war da mehr Platz für Neues“, so Bauers Fazit.

PGR-Forum online

Noch zwei Termine

Als Vorbereitung auf die nächste Pfarrgemeinderatswahl im Frühjahr 2022 wird zu einem bundesweiten Austausch geladen. Im Fokus der Online-Foren stehen Fragen nach gelingenden Praxismodellen und wie Beteiligung in den Pfarren gelingen kann.
Beim nächsten Termin des virtuellen PGR-Kongresses wird sich der Wiener Pastoraltheologe Johann Pock am 28. April (18 bis 20 Uhr) mit der Frage „Wie nutzen wir Freiräume?“ beschäftigen. Beim letzten Termin am 6. Mai spricht Gabriele Viecens, Referentin für lokale Kirchenentwicklung der deutschen Diözese Hildesheim, zum Thema „Wie schaffen wir Platz für Talente und ermöglichen Beteiligung?“.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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