Keine Bastion bauen

Wie können wir heute von Gott reden? Vom Podcast „Diesseits von Eden“, einem 2021 gestarteten gemeinsamen Projekt der Theologischen Fakultäten in Österreich und Südtirol, sind inzwischen über 80 Folgen erschienen. Nachzuhören und -lesen auf: diesseits.theopodcast.at | Foto: Unsplash
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Im Podcast „Diesseits von Eden“ plädieren Ulrich Körtner und Jan-Heiner Tück für mehr „öffentliche Theologie“.

Wir müssen neu wagen, von Gott zu reden – nicht nur über Gottesbilder oder Gottesgedanken, sondern wirklich von Gott sprechen.“ Dies sagt der Wiener Theologe Ulrich Körtner in einer neuen Folge des Theologie-Podcasts „Diesseits von Eden“. Und dazu brauche es „eine neu durchdachte, offenbarungstheologisch fundierte Gottesrede – auch im ökumenischen Gespräch“. In dem Podcast, einer Serie von Medien-Dateien, debattieren der katholische Dogmatiker Jan-Heiner Tück und der evangelische Ethiker Ulrich Körtner, der im Juni nach über 30 Jahren an der Universität Wien verabschiedet wurde, über die Frage „Wie heute von Gott reden?“. Es bestehe die Gefahr, das Christentum auf ethische Fragen zu reduzieren und damit überflüssig zu machen. Dabei müsse öffentliche Theologie deutlich machen, dass es mehr als ein „Durchlauferhitzer“ ethischer Fragen sei.

So könnte Theologie etwa bei Fragen zum Kreuz ansetzen, an dem die „Erlösungsbedürftigkeit der Welt“ auf besondere Weise sichtbar werde. Dass Theologie diese Sicht ebenso in gesellschaftliche Debatten einbringt wie auch die Perspektive von Erlösung, die sich nicht weltlich erschöpft, sondern über die bloße menschliche Machbarkeit hinausreicht, mahnte Körtner ein.

Dabei erläuterten die beiden noch einmal ihre These von der „Kirchlichkeit der Theologie“, mit der sie vor knapp zwei Jahren eine Debatte ausgelöst hatten. Theologie brauche eine „Teilnehmerperspektive“, führte Körtner aus. Wenn es Kirche nicht mehr gäbe, dann würde die Theologie in Religionsforschung aufgehen.
Tück ergänzte dazu, die Kirche sei schließlich nicht nur Überlieferungs- und Bekenntnisgemeinschaft, sondern auch „Lese- und Auslegungsgmeinschaft“. Dies bedeute, dass die Theologie die Inhalte, die sie bearbeitet, auch durch die Kirche empfange. Beide stünden sie für Theologien ein, die dia­logisch sind: „Wir wollten keine Bastion bauen. Ganz im Gegenteil.“

Wo es tatsächlich aktuell Gefahren einer Bastion-Bildung auch in Österreich gebe, sei die Debatte um den Neo-Integralismus, führte Tück aus. Dieser stelle eine „krude Vereinnahmung des Christentums“ dar, die „aus theologischer Sicht hoch problematisch“ sei: „Da geht man implizit hinter das Zweite Vatikanische Konzil zurück – in Richtung katholischer Staatskonzepte, wie sie etwa die Piusbruderschaft vertritt. Und genau hier muss man klar dagegenhalten: Die Kirche hat sich auf dem Konzil ausdrücklich zu den modernen Standards der Religions- und Gewissensfreiheit bekannt und das auch offenbarungstheologisch begründet. Es kann also heute nicht mehr darum gehen, neue katholische Staatlichkeit zu entwerfen, die der Kirche selbst dient. Das wäre nicht nur theologisch bedenklich, sondern würde auch ökumenisch neue Probleme schaffen.“

diesseits.theopodcast.at

Quelle: Kathpress

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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