Glaube
Heiter und aufrichtig
- John Henry Kardinal Newman (Porträt von John Everett Millais von 1881) wird am 1. November von Papst Leo XIV. offiziell zum Kirchenlehrer erhoben. Bereits 2019 hatte Papst Franziskus seine Heiligsprechung verkündet. Jedes Jahr am 9. Oktober wird der Gedenktag des ehemals anglikanischen und dann zum katholischen Glauben konvertierten Geistlichen begangen.
- Foto: National Portrait Gallery, London/wikipedia
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John Henry Newman. Der englische Kardinal wird von Papst Leo XIV. offiziell zum „Kirchenlehrer“ erhoben.
Hohe Ehre für einen ehemals anglikanischen Geistlichen: Papst Leo XIV. wird dem heiligen John Henry Newman am 1. November den Titel eines Kirchenlehrers verleihen. Newman (1801–1890) habe einen entscheidenden Beitrag zur Erneuerung der Theologie und zum Verständnis der christlichen Lehre und ihrer gesamten Entwicklung geleistet, sagte der Papst am Sonntag, dem 28. September, beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. Er freue sich sehr, diese Nachricht zu verkünden.
Die Entscheidung des Papstes, dem britischen Gelehrten den seltenen Ehrentitel zu verleihen, hatte der Vatikan bereits Anfang August mitgeteilt. Die offizielle Erhebung zum Kirchenlehrer erfolgt während des Heilig-Jahr-Treffens der Welt der Erziehung.
Vom Anglikaner zum Katholiken
John Henry Newman wurde am 21. Februar 1801 in London geboren und wuchs in einer wohlhabenden christlichen Familie auf. Auf seine Schulzeit in einem Elite-Internat folgte das Theologie-Studium am Trinity-College in Oxford. Dort wurde er 1825 zum Priester der anglikanischen Kirche geweiht.
Nach langen inneren Kämpfen konvertierte der inzwischen bekannte Gelehrte 1845 zum Katholizismus. 1847 folgte seine Priesterweihe in Rom. Sein Schritt sorgte in beiden Kirchen für Anfeindungen und Verdächtigungen. In der katholischen Kirche entwickelte Newman eine prägende Rolle als Theologe und später als Kardinal. In England gründete er die Oratorianergemeinschaft. Er starb am 11. August 1890 in Edgbaston, einem Stadtteil Birminghams.
Brückenbauer
Anfangs Kritik und Misstrauen ausgesetzt, gilt John Henry Newman inzwischen als eine „Brücke zwischen Anglikanern und Katholiken“. 2010 wurde er von Benedikt XVI. in Birmingham seliggesprochen. Es war das erste Mal, dass der deutsche Papst eine solche Zeremonie, die er sonst Kardinälen überließ, persönlich vornahm. Im Oktober 2019 folgte Newmans Heiligsprechung durch Papst Franziskus. Dieser würdigte ihn mit einem Zitat: „Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung“. Das Gewissen war für Newman die höchste Autorität.
In „guter Gesellschaft“
Den selten verliehenen Ehrentitel „Kirchenlehrer“ oder „Kirchenlehrerin“ erhalten Heilige, denen ein prägender Einfluss auf die Theologie der christlichen Kirche zugesprochen wird. Unter ihnen: Papst Gregor der Große (540–604), die Theologen und Philosophen Anselm von Canterbury (1033–1109) und Thomas von Aquin (1225–1274), die Mystikern Katharina von Siena (1347–1280) oder die Universalgelehrte Hildegard von Bingen (1098–1197).
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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