Glaube
Die Mehrheit hinterfragen
- Franz Jägerstätter, Bauer und Mesner aus dem Innviertel, wurde am 9. August 1943 als NS-Kriegsdienstverweigerer hingerichtet.
- Foto: Rupprecht
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Gedenkgottesdienst für Jägerstätter
„Auch wenn alle mitmachen, ich nicht.“ Unter dieses Motto stellte der Linzer Bischof Manfred Scheuer seine Predigt im oberösterreichischen St. Radegund. Der vor 82 Jahren von den Nazis enthauptete Franz Jägerstätter sei wie andere Glaubenszeugen verfolgt und hingerichtet worden, „weil er nicht mit der Masse gelaufen ist, nicht im Chor der Mehrheit mitgeplärrt hat“, sondern Widerstand geleistet habe.
Ihr Vorbild müsse auch heute dazu anregen, Mehrheitsmeinungen vor dem eigenen Gewissen zu hinterfragen. „Wird nicht auch gegenwärtig mit Meinungsumfragen oder Statistiken zu Werten vermittelt: Wer der Minderheit angehört, ist hinterwäldlerisch oder von vorgestern?“, fragte der Bischof. Gerade in der Politik würden ethische Fragen reduziert auf Mehrheitsfindung, Wahrheitssuche werde verkürzt auf die Machtfrage.
Auch heute gingen viele auf im „Man“, schwömmen in der Masse mit oder blieben in ihrer Blase, ohne andere überhaupt wahrzunehmen: „Nicht wenige haben ihre Verantwortung vollständig an die verführerischen Sinnangebote und dramatischen Rollenspiele der Fernseh-Welt delegiert.“
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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