Spiritual Care statt der gewöhnlichen Krankenhausseelsorge?
Seelsorge oder Sorge

„Professionelle spirituelle Begleitung“ heißt für die Pastoraltheologin und Medizinerin Doris Nauer, die an der philosophisch-theologischen Hochschule Vallendar in Deutschland lehrt, „Spiritual Care“
  • „Professionelle spirituelle Begleitung“ heißt für die Pastoraltheologin und Medizinerin Doris Nauer, die an der philosophisch-theologischen Hochschule Vallendar in Deutschland lehrt, „Spiritual Care“
  • hochgeladen von Florian Heckel

Spiritual Care statt der gewöhnlichen Krankenhausseelsorge?
Spannende Tagung in Graz wartet.

Merkwürdig – warum verwenden inzwischen auch Österreicher dieses englischsprachige Wortpaar „Spiritual Care“? Kann man das, was sich dahinter verbirgt, nicht oder nur schlecht in unserer Sprache ausdrücken?

Gehört die Sorge (Care) um die spirituelle Dimension (spiritual) tatsächlich in ein hoch technisiertes Klinikum? Für wen genau sollte denn das Angebot einer professionellen spirituellen Begleitung (diese Übersetzung kommt dem Begriff Spiritual Care wohl am nächsten) überhaupt sein? Ausschließlich für Patientinnen und Patienten sowie für deren Angehörige, um ihnen bei der Verarbeitung von Krankheit, Behinderung, Not, Leid, Sterben-Müssen und Loslassen mit Hilfe spiritueller Ressourcen gezielter beistehen zu können? Oder sollte es auch ein Angebot für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Führungskräfte sein? Sollte man also Klinikleitungen Spiritual Care, die international immer mehr Anhänger findet, als Angebot schmackhaft machen, weil sie dazu beitragen könnte, nicht nur effizienter helfen, sondern langfristig Geld einsparen zu können?

Wenn sich eine Klinikleitung aus welchen Gründen auch immer dazu entschlösse, eine professionelle spirituelle Begleitung für Menschen jeglicher Religiosität und Spiritualität vorzusehen, welche Finanzierungsmöglichkeiten gäbe es hierfür, und wer genau, sprich welche Berufsgruppe, würde die notwendigen Kompetenzen mitbringen, um eine sowohl religions- als auch kirchenunabhängige Spiritual Care anbieten zu können? Ist Spiritual Care demnach so etwas wie eine modernere Variante der christlichen Klinikseelsorge, die immer mehr Menschen wegen deren religiöser Einfärbung entschieden ablehnen?

Was aber wollen heutige Menschen wirklich? Wollen Sie in der Klinik eine individuelle spirituelle Begleitung, angeboten von haupt- oder ehrenamtlichen christlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern? Sollten diese künftig sogar die Berufsgruppe sein, die sich aus ihrem Kirchenkontext löst und sich voll und ganz strukturell in das Klinikum integriert? Sollten Seelsorgerinnen und Seelsorger daher künftig nicht mehr von ihren jeweiligen Kirchen, sondern ausschließlich vom Klinikum finanziert werden? Oder wollen Sie für Ihre spirituelle Begleitung Pflegende/Ärzte/Sozialarbeiter, die eine Zusatzausbildung in Spiritual Care durchlaufen haben? Oder sind Sie der Meinung, dass Spiritualität im Krankenhaus nichts zu suchen hat, weshalb es Ihrer Meinung nach auch kein diesbezügliches Angebot braucht?
DORIS NAUER

Von Angesicht zu Angesicht
„Am 17. Mai wird es spannend“
, schaut Doris Nauer auf die Tagung „Von Angesicht zu Angesicht. Die spirituelle Dimension im klinischen Alltag“ ab 9 Uhr im Seminarzentrum des LKH-Universitätsklinikums Graz am Auenbruggerplatz 19 voraus. Die habilitierte Theologin ist Profesorin für Pastoraltheologie und Diakonische Theologie in Vallendar sowie Doktorin der Medizin. „Seelsorge und/oder Spiritual Care“ wird in Graz ihr Thema sein.
Constanze Giese, München, spricht über „Spiritualität in der Pflege“; Rainer Dirnberger, Graz, über „aufgeklärte Spiritualität“; Michael Peintinger, Wien, über „Selbstbestimmung in der Medizin“.Von Angesicht zu Angesicht
„Am 17. Mai wird es spannend“, schaut Doris Nauer auf die Tagung „Von Angesicht zu Angesicht. Die spirituelle Dimension im klinischen Alltag“ ab 9 Uhr im Seminarzentrum des LKH-Universitätsklinikums Graz am Auenbruggerplatz 19 voraus. Die habilitierte Theologin ist Profesorin für Pastoraltheologie und Diakonische Theologie in Vallendar sowie Doktorin der Medizin. „Seelsorge und/oder Spiritual Care“ wird in Graz ihr Thema sein.
Constanze Giese, München, spricht über „Spiritualität in der Pflege“; Rainer Dirnberger, Graz, über „aufgeklärte Spiritualität“; Michael Peintinger, Wien, über „Selbstbestimmung in der Medizin“.

Autor:

Florian Heckel aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen