Weltmissionssonntag
Entschieden für Christus

Bei seiner Uganda-Reise war P. Altenburger mit seinen Mitreisenden auch im St. Kizito Krankenhaus in Matany zu Besuch, das von der katholischen Diözese Moroto getragen und zur Hälfte durch Spenden finanziert wird. Ein Schwerpunkt ist die Versorgung Schwangerer und Babys. Neben Krankheiten wie Malaria und AIDS ist Unterernährung eine Hauptursache für Kindersterblichkeit.
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  • Bei seiner Uganda-Reise war P. Altenburger mit seinen Mitreisenden auch im St. Kizito Krankenhaus in Matany zu Besuch, das von der katholischen Diözese Moroto getragen und zur Hälfte durch Spenden finanziert wird. Ein Schwerpunkt ist die Versorgung Schwangerer und Babys. Neben Krankheiten wie Malaria und AIDS ist Unterernährung eine Hauptursache für Kindersterblichkeit.
  • Foto: Zerche
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Uganda steht heuer im Mittelpunkt des Weltmissionsmonats.
P. Josef Altenburger erzählt von seiner Zeit in Uganda und zwei jungen afrikanischen Katechisten, die für ihren Glauben starben.

Zwei junge Katechisten aus dem Volk der Acholi reihen sich ein in eine große Zahl von jungen Christen, die ihren Glauben überzeugend lebten und ihn mit dem Tod bezahlen mussten: Daudi Okelo (1902 bis ca. 1918) and Jildo Irwa (1906 bis ca. 1918). Nach ihrer Taufe durch den Comboni-Missionar Gambaretto Cesare wurde Daudi als Katechist entsandt, und Jildo schloss sich ihm als Assistent an. Als sie starben, war Daudi etwa 16 Jahre alt, Jildo zwölf.
Vom altkirchlichen Theologen Tertullian stammt das Wort „Das Blut der Märtyrer ist der Same für neue Christen“, und die Märtyrerakten sagen: „Diese Saat ist wirksame Hefe, Weizensaat, gemahlenes Korn“. Diese Worte laden zum Blick auf Uganda ein, einen wichtigen Staat im Bereich der Großen Seen. Da sind wir im Herzen Afrikas, in einem Land, das zurecht die „Perle Afrikas“ genannt wird, wegen seiner geographischen Lage, seiner Naturschönheiten, seiner Vielfalt an Stammesgruppen und Glaubensrichtungen.

Mission in Uganda: 1915 bis heute
Es ist erst knapp hundertdreißig Jahre her, dass die Kirche in Uganda Fuß gefasst hat. 22 Märtyrer werden im Süden des Landes an drei herrlichen Wallfahrtsstätten verehrt: in Namugongo, Munyonyo und Mythiana, und zwei junge Christen in Paimol, im Norden des Landes. Am 11. Februar 1915, am Fest Unserer Lieben Frau von Lourdes, kamen die ersten Comboni-Missionare ins Land.
Sie hatten eine klare Methode in ihrem Apostolat: möglichst nahe bei den Menschen in ihren Dörfern zu sein. Das war eine ganz neue Erfahrung für die Menschen. Sie lebten nämlich in ständiger Angst vor dem „weißen Mann“, weil dieser sie ausbeutete, weil sie zur Arbeit gezwungen wurden. So diente der erste Kontakt dem Aufbau von Beziehungen und Freundschaften, einem vorsichtigen Heranführen zu den Grundgebeten und dem Rosenkranz. Eine Reihe von Jugendlichen zeigte großes Interesse – auch Jildo, wie sein Vater in den Akten bezeugte.
Als ich 1975 in die Mission nach Uganda kam, folgten wir immer noch dieser Methode. In zeitlichen Abständen von drei Monaten kam immer eine Gruppe aus der großen Pfarre für einen Monat zum Unterricht ins Katechumenat auf die Missionsstation. Wie oben beschrieben, hatten wir den Tag eingeteilt. Gebet, Unterricht, Lesen und Schreiben lernen, Arbeit auf den Feldern, Spiel … das war der tägliche Rhythmus. Einen Monat dauerte der Aufenthalt, dann kam eine neue Gruppe. Das waren oft 50 bis 60 Jugendliche, die täglich versorgt werden mussten. Heute wird das Katechumenat, angepasst an das heutige Schulsystem, anders gestaltet. Die Vorbereitung auf die Taufe dauert zwei Jahre.

Wie es zum Tod von Daudi und Jildo kam
Das Jahr 1916 brachte eine Hungersnot. Manchen lokalen Feinden und den Sklaven- und Elfenbeinhändlern passte die Anwesenheit der beiden Katechisten nicht, denn diese sprachen sich offen gegen das unmenschliche Geschäft und das unmoralische Leben dieser Leute aus. Zusätzlich wurde das Gerücht verbreitet, dass die neue Religion die Ursache für alle Katastrophen sei. Das schürte Hass und führte schließlich zur Tötung der Katechisten.

Die Botschaft dieser jungen Katechisten
Es überrascht, mit welcher Entschiedenheit diese jungen Männer, die erst einige Jahre Christen waren, ihren Glauben lebten. Jesus war für sie nicht jemand, an den man heute glaubt und den man morgen wieder verlässt. Die zwei jungen Laien hatten keine Angst, ihren Glauben bis zum Punkt ihres Martyriums zu leben. So sind sie ein inspirierendes Beispiel für die ganze Kirche, ganz besonders für Uganda.
Diese Glaubenszeugen am Beginn der Geschichte Ugandas haben das Fundament gelegt für eine Kirche, die bei den Menschen ist, die einen lebendigen, begeisterten Glauben lebt. Das durfte ich bei unserer Reise erleben, und das hat meinem Glauben neuen Schwung gegeben. Lassen wir uns ermutigen durch einen wachen Blick auf die Weltkirche!

Im Originalton

P. Josef Altenburger ist Combonimissionar und MISSIO-Direktor der Diözese Graz-Seckau
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen .
MISSIO Österreich stellt heuer zum Weltmissionsmonat Uganda in den Mittelpunkt. Aus diesem Anlass machte ich als MISSIO-Direktor der Diözese Graz-Seckau zusammen mit Ernst Zerche vom Welthaus und Pfarrer Wolfgang Pucher, dem Armenpfarrer von Graz, eine Reise durch drei Diözesen im Norden Ugandas. Der Norden Ugandas mit seinen sieben Diözesen ist „Comboniland“. Sie wurden von uns Comboni-Missionaren gegründet.
Gleich am Tag nach unserer Ankunft in Kampala machten wir einen Ausflug nach Namugongo, einem großen Wallfahrtszentrum, zu den Märtyrern von Uganda. 22 junge Christen wurden dort hingerichtet. Nach Uganda kamen die ersten Afrikamissionare 1879. Sie landeten von Tansania aus mit ihrem Boot über den Viktoriasee in Entebbe am 17. Februar 1879. Nach einem anfänglich freundlichen Empfang und dem ersten Erfolg der Missionsarbeit setzte in den politischen Wirren der folgenden Jahre eine Christenverfolgung ein, in der Karl Lwanga und 21 seiner katholischen Gefährten ermordet wurden. Sie waren vom damaligen König Mwanga 1886 zum Tode verurteilt worden. Die jungen Christen hatten sich geweigert, ihrem Glauben abzuschwören. Unter den Märtyrern waren Katholiken und auch Anglikaner. Sie wurden bei lebendigem Leibe auf dem Hügel von Namugongo verbrannt. Heute steht dort eine Kathedrale. 1964 waren die Märtyrer heiliggesprochen worden. Sie „hatten keine Furcht, Christus zu den anderen zu bringen, nicht einmal um den Preis ihres Lebens“, sagte Papst Franziskus bei seinem Besuch im November 2015.
Unsere Reise führte uns nach Norden zuerst in die Diözesen Moroto und Kotido. Von dort aus, wo wir bei Bischof Giuseppe Filippi so gastfreundlich aufgenommen wurden, machten wir noch einen Abstecher in den herrlichen Nationalpark Kidepo. Tausende Tiere kann man dort beobachten. Auf unserer Weiterreise sind wir dann – jetzt schon in der Erzdiözese Gulu – durch einen Ort gefahren, der uns einlud, einen Stopp einzulegen. Der Ort hieß Paimol. Ganz unvermutet fuhren wir an einem schönen Heiligtum vorbei. Dabei stießen wir auf das Schicksal zweier Katechisten. Mehr darüber im Text nebenan.

Zum Weltmissions-Sonntag
Missio Österreich bittet um Ihre Spende – Erlagschein anbei.

Eigentlich wollte Julius in diesem Jahr die Volksschule abschließen. Jeden Tag stand der Zwölfjährige um drei Uhr morgens auf, um den Lernstoff vom vergangenen Tag zu wiederholen. Er weiß, dass er nur mit ausgezeichneten Noten auf ein Stipendium an einer weiterführenden Schule hoffen kann. Schon jetzt können sich seine Eltern den Schulbesuch nicht leisten. Das wenige, was sein Vater auf einem kleinen Feld erwirtschaftet, reicht kaum, um Lebensmittel und Miete zu bezahlen. Julius und seine Geschwister sind auf das kostenlose Schulessen angewiesen – allerdings sind die Schulen seit März geschlossen.
So wie Julius und seiner Familie geht es vielen Menschen im diesjährigen Beispielland Uganda und in anderen Ländern des Globalen Südens. Die Corona-Pandemie bedroht die Existenz unzähliger Familien, die sowieso kaum das Notwendigste zum Leben haben. Am Weltmissions-Sonntag am 18. Oktober können wir nahe bei den Menschen sein, die unsere Zuwendung am dringendsten brauchen. Papst Franziskus betont, dass wir alle gemeinsam Weltkirche sind, und appelliert an den „Geist der Gemeinschaft“ unter uns 1,3 Milliarden Katholikinnen und Katholiken. Gerade in der Pandemie sollen wir durch Gebet und Kollekte die Weltmission fördern und Nächstenliebe konkret werden lassen.

Das Corona-Virus bedroht das Leben tausender Familien in den Ländern des Globalen Südens. Vielerorts ist die Situation dramatisch, die Menschen sind verzweifelt. Durch den Lockdown haben sie ihre Arbeit verloren und kämpfen tagtäglich ums Überleben. Sie brauchen heute mehr denn je unsere Solidarität.
Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner unterstreicht: „Die Not und das Leiden der Menschen sind unvorstellbar. Zugleich ist es berührend, mit welchem Einsatz Priester, Ordensfrauen und engagierte Laien ihr Leben für die Ärmsten der Armen geben. Ich be-komme täglich Hilferufe von Priestern und Projektpartnern, die dafür kämpfen, Familien mit Bohnen, Öl, Reis, Mehl und Seife zu versorgen. Ihnen gilt unser Gebet, sie brauchen unsere Unterstützung! Lassen wir uns nicht von einem Virus daran hindern, unseren Brüdern und Schwestern zu helfen. Ich bitte in-ständig um Ihre Hilfe. Jedes Gebet hilft, und jeder Euro lindert die Not in den ärmsten Ländern der Welt.“

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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