Familie
Was Neid in uns auslöst
- „Neid ist die Angewohnheit, statt der eigenen Glücksgüter die der anderen zu zählen“, sagte schon der österreichische Lyriker Ernst von Feuchtersleben (1806–1849).
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Warum Neid uns trennt und Vertrauen uns heilt.
Neid ist ein leises Gift. Er schleicht sich ein, wenn wir den Blick von unserem eigenen Weg abwenden und auf das schauen, was andere besitzen, erreichen oder erleben. In seinem Kern ist Neid ein Gefühl des Mangels: die Überzeugung, dass uns etwas Entscheidendes fehlt. Doch genau hier beginnt die innere Verzerrung, denn Neid macht blind für das, was wir bereits haben, und für das, was in uns wachsen könnte.
Neid ist besonders problematisch, weil er die Beziehung zu Gott und zu anderen Menschen stört. Die Bibel beschreibt Neid als eine Kraft, die Gemeinschaft zerstört und das Herz verhärtet. Wenn wir neidisch sind, zweifeln wir letztlich daran, dass Gott uns mit dem versorgt, was wir brauchen. Wir vergleichen uns, statt zu vertrauen. Dabei lädt der Glaube dazu ein, das eigene Leben als Geschenk zu sehen – nicht als Wettbewerb.
Neid kann aber auch ein Hinweis sein: Er zeigt, wo wir uns nach Veränderung sehnen. Wenn wir ihn ehrlich betrachten, kann er uns zu mehr Klarheit über unsere Wünsche führen. Entscheidend ist, ob wir ihn in Bitterkeit verwandeln oder in Wachstum. Uns Menschen hilft es, den Neid vor Gott zu bringen, ihn zu benennen und loszulassen. Dankbarkeit ist dabei ein kraftvolles Gegenmittel. Wer dankt, sieht wieder, was trägt, was wirklich zählt.
So wird Neid nicht zum Herrscher über unser Herz, sondern zum Ausgangspunkt für innere Freiheit.
Barbara Zwickler
Dein Friede sei in mir
Guter Gott,
ich danke dir für alles,
was ich habe und für alles, was ich bin.
Danke, dass es mir hier in Österreich gut geht, dass ich Frieden, Sicherheit und
Gemeinschaft erleben darf.
Gütiger Gott,
reinige mein Herz von jedem Schatten
des Neides. Lass mich erkennen,
dass Dein Segen für jeden Menschen reichlich ist und dass nichts, was anderen gegeben wird, mir genommen wird.
Stärke in mir ein Herz,
das liebt statt vergleicht,
segnet statt missgönnt
und Frieden sucht statt Bitterkeit.
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Nachgedacht
Was bedeutet es eigentlich, „vor Neid zu platzen“?
Folgende Situation können wir uns nur allzu gut vorstellen: Der Nachbar fährt mit einem neuen, schicken Auto vor. Herr Mustermann schaut wenig gönnerhaft auf die neue Errungenschaft, bis seine Frau meint: „Du platzt ja vor Neid!“
Die Redewendung geht wahrscheinlich auf eine Fabel des römischen Dichters Phaedrus zurück. In dieser begegnet ein Frosch einer Kuh. Neidisch beäugt er ihre Größe und beginnt, seine Backen aufzuplustern. Natürlich ohne nennenswerten Erfolg. Aber der Neid lässt ihn störrisch so lange weiter pumpen, bis er schließlich platzt.
Im wirklichen Leben passiert dies zum Glück nur sinnbildlich.
Warum sind wir überhaupt neidisch?
Wenn jemand etwas hat oder bekommt, das wir uns wünschen, denken wir oft: Warum hat der das und ich nicht?
Solche Gedanken entstehen, weil unser Gehirn ständig alles miteinander vergleicht. Dann fühlen wir uns benachteiligt und manchmal sogar niedergeschlagen. Das ist ein normales Gefühl und hilft uns, Wünsche zu erkennen – und es treibt uns an, diese zu erreichen.
Dennoch ist es wichtig, nicht unzufrieden zu sein, sondern stolz auf das eigene Können und auf das, was man bereits erreicht hat! Auch kann es helfen, eine Situation realistisch zu betrachten und sich zu fragen, ob wir mit der Person, auf die wir neidisch sind, wirklich tauschen wollen.
Deike-Verlag
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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