Familie
Schwirrende Vielfalt

Käfer wie der „Metallische Rosenkäfer“ leisten – als eher unbekannte Bestäuber – einen mindestens ebenso wichtigen Beitrag zu Artenvielfalt und Ernährungssicherheit wie Bienen. | Foto: Franz Kößl
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  • Käfer wie der „Metallische Rosenkäfer“ leisten – als eher unbekannte Bestäuber – einen mindestens ebenso wichtigen Beitrag zu Artenvielfalt und Ernährungssicherheit wie Bienen.
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Schutz der Insekten als ökologische Lebensversicherung.

Viele heimische Pflanzenarten locken zur Sicherheit mehrere Bestäuberarten an. Der Löwenzahn wird von Wildbienen, Honigbienen, Schwebfliegen, anderen Fliegenarten und kleinen Käfern besucht. Die Brombeere ist ein Magnet für Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen, Schwebfliegen und andere Fliegenarten (z. B. Fleischfliegen). Flockenblumen sind „Tankstellen“ für Honig- und Wildbienen, Schmetterlinge wie auch Schwebfliegen und andere Fliegenarten (z. B. Raupenfliegen).

„Diese Diversität ist unsere ökologische Versicherung“, betont Carolina Trcka-Rojas, Expertin beim Naturschutzbund Österreich. „In den kalten Hochlagen der Alpen sind Fliegen oft die Einzigen, die bei niedrigsten Temperaturen noch umherschwirren und bestäuben. Schwebfliegen leisten zudem unverzichtbare Arbeit bei Obstbäumen und Rapsfeldern, während Schmetterlinge als ‚Fernreisende‘ weit entfernte Pflanzen-
populationen genetisch miteinander verbinden.“

Um die Gesamtheit unserer fleißigen Bestäuber zu schützen, müssten wir über die reine Bienenweide hinausdenken und strukturelle Diversität schaffen, appelliert Trcka-Rojas. Dies bedeutet primär den Erhalt von Totholz für Käferlarven, offene Bodenstellen und die gezielte Förderung von Wirtspflanzen für Raupen.
Viele Bestäuber stellen im Larvenstadium völlig andere Ansprüche an ihren Lebensraum als im erwachsenen Stadium.
naturschutzbund.at

Lebensräume stärken

Ein wesentlicher, oft übersehener Faktor für den Lebensraum von Bestäubern ist auch die Lichtverschmutzung: Da Nachtfalter nachts einen beträchtlichen Teil der Bestäubungsleistung erbringen, ist die Reduktion von künstlichem Licht durch warmweiße LEDs (< 3000 K) und eine gezielte Abschirmung notwendig, um deren nächtliche Aktivitätszyklen nicht zu unterbrechen.
Darüber hinaus sichert ein zeitversetztes Mähen von Teilflächen die kontinuierliche Verfügbarkeit von Nahrung und Rückzugsorten.
Die Bereitstellung von flachen Wasserstellen unterstützt zudem die Thermoregulation und den Nestbau vieler Arten.

Schmetterlinge wie der Nachtfalter „Taubenschwänzchen“ (oben) und Fliegen wie die Schwebfliege „Mistbiene“ (unten) sind ein wichtiger Teil der Artenvielfalt. | Foto: Schubert; Mark
  • Schmetterlinge wie der Nachtfalter „Taubenschwänzchen“ (oben) und Fliegen wie die Schwebfliege „Mistbiene“ (unten) sind ein wichtiger Teil der Artenvielfalt.
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Nachgedacht

Vergessene Bestäubungskünstler
Wenn das Wort „Bestäubung“ fällt, wandern die Gedanken unweigerlich zur Honigbiene (Apis mellifera). Doch ein Blick in die heimische Natur zeigt: Eine hochspezialisierte Vielzahl an „unbekannten Bestäubern“ sichert die biologische Vielfalt und die Stabilität unserer Ökosysteme.

Pflanzen und ihre Bestäuber haben im Laufe der Evolution perfekt aufeinander abgestimmte Partnerschaften entwickelt. Während die Honigbiene als prominenter Generalist gilt, nutzen Pflanzen spezifische Formen, Nektarmengen, Düfte und Farben, um genau die richtigen Bestäuber anzulocken. Die Passgenauigkeiten zwischen Blüte und Tier nennt man Bestäubungssyndrome.

Schmetterlinge: Stieltellerblüten wie die Schlüsselblume sind exklusiv für Falter geeignet, die mit ihrem langen Rollrüssel den Nektar erreichen. Während Tagfalter von den Farben rot, blau und pink angezogen werden, reagieren Nachtfalter auf Düfte in der Dämmerung.

Käfer & Fliegen: Scheibenblüten wie der Wiesen-Bärenklau locken kurzrüsselige Insekten an, weil sie flach sind und der Nektar offen angeboten wird. Zudem werden die Tiere durch helle Farben oder starke Duftstoffe angezogen. Typische Bestäuber sind Käfer sowie Fliegen, aber auch Wespen.
(Wild-)Bienen sind schwer und kräftig genug, um komplexe Lippenblüten „aufzudrücken“. Die Bestäuber der Lippenblüten mögen die leuchtenden Farben Blau, Violett oder Gelb. Besonders raffiniert sind UV-Markierungen auf der „Unterlippe“ der Blüten, die den Bestäubern als effektive Landehilfe dienen.

Käfer wie der „Metallische Rosenkäfer“ leisten – als eher unbekannte Bestäuber – einen mindestens ebenso wichtigen Beitrag zu Artenvielfalt und Ernährungssicherheit wie Bienen. | Foto: Franz Kößl
Schmetterlinge wie der Nachtfalter „Taubenschwänzchen“ (oben) und Fliegen wie die Schwebfliege „Mistbiene“ (unten) sind ein wichtiger Teil der Artenvielfalt. | Foto: Schubert; Mark
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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