Familie
Maturalehrlinge

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Das Bild der Lehrausbildung hat sich gewandelt.

Der Satz „Wennst net Schul gehen willst, musst halt in die Lehre“ gilt absolut nicht mehr. Wir sehen, dass auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit Fachkräfte weiterhin gefragt sind. Es bestehen also beste Zukunftschancen. International wird das österreichische Modell der dualen Lehrausbildung mit betrieblicher Praxis und Berufsschule sehr geschätzt.
Als echte Alternative zum Besuch einer weiterführenden Schule hat sich seit 2009 die „Lehre mit Matura“ entwickelt. Sie verbindet die Vorteile beider Ausbildungsarten. Mit der Lehre erhält man eine fundierte praktische Ausbildung, lernt alle betrieblichen Abläufe von Klein auf kennen und bekommt eine „Lehrlingsentschädigung“.
Die Matura, deren Vorbereitungslehrgänge in einigen Betrieben auch während der Arbeitszeit absolviert werden können, erweitert den Horizont der Allgemeinbildung und vertieft theoretisches Wissen. Sie bereitet gut für alle weiteren Ausbildungen bis hin zur Universität oder Fachhochschule vor und erhöht die Aufstiegschancen im Betrieb.
Die Berufsmatura mit 838 Unterrichtsstunden besteht aus vier Fächern: Deutsch, Mathematik, eine lebende Fremdsprache so-wie ein Fachbereich, z. B. Maschinenbau, Be-triebswirtschaftslehre, Gesundheit & Soziales oder Medien/Informationsmanagement.
Was braucht es dazu: Wie generell in der Berufswahl sind auch hier das Interesse für die Tätigkeit, der Lernwille und Neugier der Schlüssel zum Erfolg.

Bernhard Schwarzenegger,
Fonds für Arbeit und Bildung der Diözese

Patinnen und Paten helfen arbeitsuchenden Jugendlichen
Ehrenamtliche Patinnen und Paten arbeiten bei diesem Projekt mit je einem Jugendlichen an dessen beruflichem Weiterkommen. Die Unterstützung kann zum Beispiel Hilfe bei der Lehrstellensuche, beim Lernen für Abschlussprüfungen oder beim Finden seines persönlichen Weges sein. Pate und Jugendlicher bestimmen in einer „Vereinbarung“ selbst das genaue Betreuungsziel (Lernhilfe, Lehrstelle …) und wie sie zusammenarbeiten wollen.
Aufgabe der Paten ist es, mit den Jugendlichen auf persönlicher Ebene zu arbeiten: Zuhören, Motivieren, Alternativen
erarbeiten oder bei Rückschlägen wieder „aufhelfen“ und ermutigen. – Nähere
Info: Tel. (0 31 6) 801 56 13 oder
heike.hillebrand@caritas-steiermark.at

ZUM NACHDENKEN
Lehre in Corona-Zeiten

Die österreichische Wirtschaft sichert den Wohlstand unserer Gesellschaft. Daher ist es gerade in diesen herausfordernden Zeiten wichtig, auf die Ausbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großen Wert zu legen. In der Steiermark gibt es rund 5000 Lehrbetriebe. 4351 Jugendliche begannen 2020 eine Lehre in der Steiermark, 38,3 % aller 15-Jährigen.
Gerade der Bereich Gewerbe und Handwerk erweist sich zur Zeit als krisensicher. Fachkräfte werden dringend gesucht – im Moment gibt es hier mehr als 1800 offene Lehrstellen in der Steiermark. Schwieriger ist die Suche im Einzelhandel (v. a. Bereiche Textil, Technik, Sport), in der Gastronomie/Hotellerie und in körpernahen Dienstleistungen wie zum Beispiel bei Frisören. Diese Betriebe haben seit Wochen geschlossen, ein Schnuppern ist für interessierte Jugendliche kaum möglich.
Die Digitalisierung wird in den kommenden Jahren eine weitere Veränderung für den Arbeitsmarkt bedeuten. Was automatisierbar ist, wird automatisiert werden. Dieser Prozess schafft aber Chancen und Möglichkeiten für neue Berufsfelder. Dabei immer wichtiger werden menschliche Fähigkeiten wie Empathie, Kreativität und vernetztes und kritisches Denken.
Die Polytechnischen Schulen versuchen mit den Berufspraktischen Wochen und der praxisnahen Ausbildung eine Brücke zur Wirtschaft zu schlagen. Die Kooperation zwischen Schule und den regionalen Wirtschaftsbetrieben ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor, mit dem der Grundstein für eine erfolgreiche Berufsausbildung gelegt werden kann.

Der Autor ist Leiter der Polytechnischen Schule Deutschfeistritz.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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