Fasten
Maßvoll genießen

Martin Kappel - Bio-Bauer

Ein bäuerlicher Zugang zum Fleisch-Essen.

Mein Name ist Martin Kappel und ich bin Bio-Bauer auf dem Hof meiner Familie in Dobl-Zwaring, der seit 55 Jahren offiziell biologisch bewirtschaftet wird. Wir haben bei uns am Hof Rinder (15 Milchkühe mit Nachzucht) und Hühner (100 Legehennen im Mobilstall). Unsere Rinder verwerten das Gras von rund 20 Hektar Grünland, die wir bewirtschaften.

Zum Thema Fleisch habe ich den Zugang, dass wir unsere Tiere gut betreuen – im Falle der Rinder haben auch alle Namen – aber auch das Schlachten gehört dazu. Und wir essen das Fleisch unserer Tiere zum Teil dann auch selbst. Dieser Zugang mag manche erschrecken, ist aber einer, den viele Bäuerinnen und Bauern teilen.
Wir selbst sind zudem für einen maßvolleren Genuss von tierischen Lebensmitteln, vor allem von Fleisch. Wie passt das zusammen, schließlich erzielen wir einen Teil unseres Einkommens mit der Nutztierhaltung? Ganz einfach: weniger davon konsumieren, aber wenn, dann mit entsprechender Qualität. Damit wären wir beim Slogan „Weniger, dafür besseres Fleisch“. Darüber, was das „Besser“ für jeden Einzelnen bedeutet, gibt es sehr unterschiedliche Vorstellungen. Für die einen ist das Fleisch aus Österreich, für manche Fleisch aus Tierwohl-Programmen oder jenes vom Direktvermarkter, für andere ist es Bio-Fleisch. Nachdem ich überzeugter Bio-Bauer bin, ist für mich Bio beim Einkaufen ein wesentliches Kriterium. Und möglichst, dass die Produkte aus Österreich kommen.

Weniger, dafür besser. Wir zuhause essen Fleisch, aber in einem reduzierten Maß. Ein Mittagessen ohne Fleisch ist jedenfalls auch eine gute Mahlzeit, und es gibt viele gute vegetarische Gerichte. Wenn man die Ernährungspyramide und die gesundheitlichen Empfehlungen ernst nimmt, müssten die meisten von uns den Fleischkonsum reduzieren. Das würde uns guttun, den Tieren und auch dem Planeten.
Das Fleischfasten ist eine gute Möglichkeit, in einem begrenzten Zeitraum einen reduzierten Fleischkonsum zu probieren. Gewohnheiten umzustellen ist kein einfacher Prozess – warum nicht in der Fastenzeit damit beginnen?

Martin Kappel (33), Bio-Bauer aus Dobl-Zwaring

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Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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