Zum Leben
Kein falscher Hase
- So sehen Sieger aus: ohne Alufolie, in Umwelt-schonendem Cellophan verpackt und aus biologisch und sozial verträglich hergestellter Schokolade. Der EZA-Vollmilch-Osterhase gewann 2025 den alljährlichen Osterhasen-Test von Südwind und Global2000 und gilt auch heuer als Favorit.
- Foto: EZA
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Osterhasen aus Schokolade haben Saison. Wer biologisch und sozial verträglich schenken will, muss auf Gütesiegel achten.
Seit Wochen warten sie in den Geschäften darauf, erworben zu werden und in den Mündern zweibeiniger Naschkatzen zu schmelzen: Schoko-Osterhasen. Allein in Österreich wurden laut EHI-Statistikportal im Vorjahr 23 Millionen Stück verkauft. Umgerechnet kommen damit zweieinhalb Schokoladehasen auf jede in Österreich lebende Person. Angesichts dieser Zahlen ist die Osternascherei ein nicht unbeachtlicher Wirtschaftsfaktor, und: Die saisonale Süßigkeit hat Einfluss auf die Arbeitsbedingungen jener, die sie herstellen.
Kein Kinderspiel. Wer einen Osterhasen isst, denkt meist nicht an die Produktion. Der Hauptbestandteil Kakao gedeiht in Ländern, in denen es im Jahresdurchschnitt zwischen 25 und 35 Grad Celsius hat. In Afrika und Lateinamerika sind das etwa Brasilien, Elfenbeinküste oder Ghana.
Dass Kinderarbeit dort nicht verboten ist, spielt Produzenten in die Hände. Statt in die Schule zu gehen, arbeiten viele materiell verarmte Minderjährige am Feld und ernten reife Kakaofrüchte mit scharfen Messern und Macheten für einen Hungerlohn.
Kinder schützen, Zukunft schenken. Damit KonsumentInnen auch sicher sein können, dass die Produkte, die sie kaufen, nicht aus Kinderarbeit stammen, führte die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) in den 1980er- und 1990er-Jahren sogenannte Gütesiegel ein (siehe Kasten). Diese sollen neben guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen auch Bildung, und damit Menschen eine Zukunft ermöglichen.
Einen Durchblick im „Gütesiegel-Dschungel“ zu bewahren, ist mitunter schwierig. Denn allein in Österreich gibt es über 1000 verschiedene Gütesiegel. Auf Basis von öffentlich zugänglichen Infos haben deshalb die EZA-Organisationen Südwind und Global2000 einen Überblick erstellt, der die einzelnen Qualitätssiegel erklärt (siehe QR-Code links). Jedes Jahr vor Ostern gibt ein „Osterhasen-Check“ Auskunft über die Produktionsweise der Naschereien. Die gute Nachricht: Nicht immer sind die „fairen“ Hasen automatisch auch die teuersten. „Gute“ Osterhasen kann man in Weltläden ebenso finden wie im Supermarkt. Ein Blick auf das Gütesiegel lohnt sich.
AM Steiner
Gute Gütesiegel
Fairtrade (dt. „gerechter Handel“): Das blau-grün-schwarze Logo (im Falle von Kakao weiß) garantiert faire Löhne und Mindestpreise sowie umweltfreundlichen Anbau. Gefährliche Substanzen oder Kinderarbeit sind verboten.
EU-Bio-Siegel (weiße Sterne auf grün): Garantiert werden u. a. gentechnikfreier Anbau und der Verzicht auf giftige Pestizide.
Rainforest Alliance (dt. „Bündnis Regenwald“) unterstützt nachhaltigen Anbau und setzt sich gegen Armut indigener Völker ein.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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