Familie
Gelber Fluss & Yellow Press
- „Hoch auf dem gelben Wagen“ ist heute nicht mehr die übliche Art zu reisen, es sei denn, man lässt Taxis gelten, die in vielen Ländern der Welt gelb sind.
- Foto: cc/Zumbühl; Leruswing
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Gelb wird auch mit Stolz oder Ärger assoziiert.
Gelb herrscht: In China und Indien ist es die Farbe der Kaiser und Götter. Es kennzeichnet dort die Glückseligen und Weisen. Buddhistische Mönche tragen safrangelbe Gewänder. Der Gelbe Fluss Huang He (Bild) führt fruchtbaren gelben Schlamm mit sich. Daher könnte die Wertschätzung des Gelben in China rühren. Auch heute noch steht das gelb schimmernde Gold für Luxus und Reichtum. Es wird mit jahrhundertealten Königshäusern in Verbindung gebracht
– kein Wunder, dass es Macht und Stolz symbolisiert.
Gelb ist manchmal ungesund: Weil sich die Gallenwege verkrampfen, wenn man sich sehr ärgert, kann Galle ins Blut statt in den Darm austreten und die Haut gelblich färben. Dann wird man im Deutschen „gelb vor Neid“. Im Englischen sind Feiglinge, Eifersüchtige und Verräter „yellow“.
Die „Yellow Press“ hat auch keinen guten Ruf. Sie heißt so, weil Gelb die erste Farbe im Zeitungsdruck war. Die Boulevardblätter nutzten es aufgrund der marktschreierischen Wirkung als Erste.
Wer im Französischen verlogen lacht, hat „le rire jaune“, das gelbe Lachen.
Deike
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Kostbare Staubfäden
Gelb leuchtet in vielen Variationen, von Kanariengelb über Dottergelb zu Zitronengelb. So kräftig natürliches Gelb strahlt, so schwer ist es, die Farbe künstlich herzustellen. Die kostbaren Staubfäden des
Safran-Krokus lieferten früher den Farbstoff – unglaubliche 100.000 Blüten für ein Kilo Farbstoff. So königlichen Rang wie Purpur erreichte Gelb dennoch nie.
Als beliebte Sommerfarbe unterstreicht Gelb die Hautbräune. Es verschwindet jedoch leicht unter zu viel Lichteinwirkung. Gelbe Stoffe „gilben“ aus wie blondes Haar im Hochsommer. Aber die Sonne lässt wieder neue Safranblüten reifen, und der nächste Sommer kommt bestimmt.
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Maybel Lüscher/Sybille Eyer
Neptun Verlag
Mariposita, der kleine Schmetterling, wird mit farblosen, winzigen Flügeln geboren. Mariposita kann nun die Welt mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit, mit ihrer Liebe zur Natur und einer großen Neugier entdecken. Durch ihre zunehmenden Lebenserfahrungen bekommen ihre Flügel immer mehr Farben.
Eine fantasieanregende Geschichte für Kinder von 4 bis 8 Jahren.
Wissenswert
Die hellste Farbe im Spektrum
Der Sommer ist gelb, weil uns die Sonne gelb erscheint. Den Sonnengott sahen viele Kulturen in einem gelben oder güldenen Wagen über den Himmel ziehen. Gelb ist warm und heiter, es scheint aus sich selbst heraus zu strahlen – keine andere Farbe symbolisiert Glück und Lebensfreude wie sie.
Gelb warnt: Hier ist eine giftige, eine radioaktive Substanz. Oder: In diesem Gebiet ist eine gefährliche Seuche ausgebrochen. Und: Achtung, hier ist etwas elektrisch. Die Signalwirkung der Farbe kommt auf verschiedene Weisen im Straßen- und Schienenverkehr zum Tragen. Im Mittelalter war die Pestflagge gelb. Der Schiedsrichter zückt die gelbe Karte ...
Gelb kennzeichnet und grenzt aus: Als auffällige und schwer zu versteckende „Schandfarbe“ war es früher gesellschaftlichen Randgruppen zugeordnet. Mittelalterliche Prostituierte mussten gelbe Bänder tragen, Frauen mit unehelichen Kindern gelbe Umhänge.
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Gelb sieht am Besten: Der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut wird „gelber Fleck“ genannt. Gelb mit drei schwarzen Punkten bedeutet jedoch auch „ohne Augenlicht“.
Gelb erschafft auch: Es steht für Kreativität und Einfallsreichtum. Gelb hilft, klare Gedanken zu fassen und praktische Lösungen zu finden. Indem es die Konzentration fördert, unterstützt es uns beim Lernen.
Muthesius/DEIKE
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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