Familie
Fürsorge und Härte
- Brautenten brüten in Baumhöhlen, oft sechs bis 15 Meter über dem Boden. Die Küken verlassen das Nest meist binnen 24 Stunden nach dem Schlüpfen. Sie müssen springen, um der Mutter zu folgen. Die Mutter ruft von unten und führt sie dann zum Wasser.
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Wie Tier-Mütter ihren Nachwuchs schützen – oder aussortieren.
Bei der Brautente sind Nesthocker unerwünscht. Den Sprung ins Wasser müssen die Jungen direkt nach dem Schlüpfen wagen. Denn das Weibchen fordert seinen Nachwuchs auf, die Baumhöhle zu verlassen. Der Haken dabei: Das Nest befindet sich meist in mehreren Metern Höhe. Wer sich nicht traut, bleibt oben – denn die Mutter kehrt nicht in die Höhle zurück, um zögernde Küken herauszuholen.
So viel Egoismus ist für die Kellerspinne unvorstellbar. Damit ihre Jungen gut genährt ins Leben starten, bietet sie ihnen eine unerwartete Mahlzeit: Die Spinne wirft sich dem Nachwuchs selbst zum Fraß vor.
Von so viel Bereitschaft zur Selbstaufopferung ist das Haussperling-Weibchen (auch Spatz) weit entfernt. Von Zeit zu Zeit muss es sich mit „unehelichen“ Kindern herumschlagen. Obwohl das Haussperling-Männchen grundsätzlich in einer festen Partnerschaft mit einem Weibchen ist, macht es auch anderen regelmäßig den Hof. Sehr zum Ärger seiner Partnerin, die mitunter bis zum Äußersten geht. Nachdem sie das Männchen verfolgt und seine „außerehelichen“ Kinder aufgespürt hat, macht sie mit ihnen „kurzen Prozess“.
Wenig zimperlich geht das Weibchen des Totenkopfkäfers mit den eigenen Jungen um. Nachdem es einen passenden Kadaver gefunden hat, legt es dort seine Eier ab. Damit alle Larven vom Aas satt werden, geht die Käfer-Mutter radikal vor: Sind zu viele Nachkommen geschlüpft, frisst sie die überzähligen einfach auf.
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Außergewöhnliche Vaterrolle
Seepferdchen überlassen die Kindererziehung komplett dem Mann. Direkt nach Ablage der bis zu 1000 Eier macht sich das Weibchen auf und davon. Das Männchen schließt das Gelege in seine Bauchtasche ein, brütet es aus und übernimmt damit sogar die Schwangerschaft. Was Emanzipation bei der Brutpflege anbelangt, übertrifft das männliche Seepferdchen den Doppelhornvogel-Vater (Spalte links) damit um ein Vielfaches.
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Tyrolia Verlag
Die 13-jährige Luisa ist stinksauer: Ihre Firmgruppe macht eine Wallfahrt – nur hat niemand bedacht, dass sie im Rollstuhl sitzt. Im Dorf trifft sie den stillen Jona. Er besucht das geheimnisvolle Marienbild in der Dorfkirche, das für seine verstorbene Mutter eine besondere Bedeutung hatte. Ein Jugendroman rund um Glück, Freiheit und Unabhängigkeit.
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Mutterliebe bis zur Selbstaufopferung
Am zweiten Sonntag im Mai dreht sich alles um Menschen, die uns das Leben schenkten und für uns sorgen: Mütter. Viel haben sie oft auf sich genommen, um ihre Kinder mit allem zu versorgen, was sie zum Größerwerden brauchen.
Doch wie steht es damit im Tierreich? Wie weit geht tierische Mutterliebe?
Von Liebe bis in den Tod kann man beim weiblichen Kraken sprechen. Was Opferbereitschaft und Fürsorge angeht, können nur wenige Tiere mit der Meeresbewohnerin mithalten. Nachdem sie bis zu 150.000 Eier in einer Höhle abgelegt hat, dient ihr einziger Lebenszweck dem Schutz ihres Geleges. Rund um die Uhr bewacht sie ihre Brut, fächert frisches Wasser zu und verteidigt sie gegen Feinde. Davon hält sie noch nicht einmal die eigene Versorgung ab. Eher frisst sie einen ihrer Arme, als die Brut zu verlassen und auf Nahrungssuche zu gehen. Das Schlüpfen ihrer Babykraken bedeutet schließlich ihren Tod. Völlig entkräftet verlässt sie die Höhle und stirbt an Erschöpfung.
Eine tierische „Helikoptermutter“ ist das Doppelhornvogel-Weibchen, das sein Gelege nie verlässt. Damit es nicht doch auf die Idee kommt, auszufliegen und seinen Nachwuchs zu vernachlässigen, mauert das Vogelmännchen sein Weibchen kurzerhand samt den Jungen in einer Baumhöhle ein. Durch einen schmalen Schlitz versorgt das Männchen sein Weibchen anschließend mit Futter – und beteiligt sich auf diese Weise an der Aufzucht des gemeinsamen Nachwuchses.
Deike
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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