Welttierschutztag
Ein neues Leben
- Sonja ist eine ehemalige Streuner-katze, die dank Tierschützerinnen ein neues Leben geschenkt bekam. Ihre Geschichte erzählt sie uns selbst (unten).
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Ein Tier zu retten, verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier! Eine Katze erzählt:
Die Verletzung bei meinem Hinterhaxerl? Ich weiß nicht mehr, wie lange der Unfall schon her war, als die mich mitnahmen … bestimmt Monate. Ein Auto kam herangebraust, und ich war zu langsam. Ein Aufprall, und ich wurde in den Graben geschleudert. Ein Stechen durchzuckte mein Bein. Von da an konnte ich es nicht mehr benutzen. Wie gut, dass ich vier davon habe … die anderen drei trugen mein Fliegengewicht leicht. Es gab immer zu wenig Futter. Wir waren zu viele.
Doch dann kam der Tag, der alles veränderte. Vier Frauen kamen auf den Hof und redeten mit dem Mann, der unsere Futterdosen öffnete. Auf einmal deutete er auf mich. Da machte ich mich mit meinen drei Beinen so schnell ich konnte vom Acker. Aber er war schneller und packte mich. Ehe ich mich versah, hockte ich in einer Box.
Das Geheimnis. Zwei der Frauen brachten mich zu einem Mann im weißen Kittel. Der tastete mein Bein ab. Doch irgendetwas anderes schien ihn zu beunruhigen. Da wusste ich, dass er mein Geheimnis entdeckt hatte. Ich war nämlich tragend. Wenn man das schon so oft erlebt hat wie ich, dann kennt man die Anzeichen. Am selben Tag bezog ich meine erste Übergangswohnung.
Erst dachte ich: Was? Ein Käfig? Doch dann bemerkte ich nach und nach die Vorzüge dieser Unterkunft. Es gab eine Schachtel mit kuscheligem Heu und eine Kiste mit … Sand? Jedenfalls wurde sie täglich gereinigt, nachdem ich entschied, dass ich dort mein Geschäft verrichten könnte. Und das Wichtigste: Viele Schüsserln voll Futter. Nur für mich! Himmlisch. Bis nach einigen Tagen dieser andere, mir auch wohlbekannte Schmerz einsetzte: die Wehen.
Drei minus eins. Ich hatte schon viele Kätzchen geboren. In Holzhütten, Strohlagern, zwischen Heuballen. Ich wusste, was kam. Doch diesmal war etwas anders. Es dauerte zu lang. Die Zweibeiner, bei denen ich einquartiert war, bemerkten das zum Glück auch und rasten mit mir zum Weiß-Kittel-Mann. Der gab mir eine Spritze und dann ging alles ganz schnell. Drei Kitten brachte ich auf die Welt. Eines davon war tot.
Zwei Tage nach dieser anstrengenden Geburt standen meine Zweibeiner mit zwei vor Hunger schreienden Fellhäuflein vor meinem Käfig. Wenige Tage alte Katzenbabys. Findlinge ohne Mutter. Da rief ich ihnen zu: „Ich hab genug Milch für vier – nur her damit!“ Sie verstanden mich und gaben die Kleinen in meine Obhut.
Drei plus eins. Alle vier entwickelten sich prächtig, und bald zogen wir in eine größere Unterkunft. Es war ein ganzer Raum – die Menschen nannten es Badezimmer. Da waren Hähne, die nicht krähten, aber Wasser spuckten. Seltsam, aber gemütlich. Nur mein Bein konnte ich noch immer nicht benutzen. Das sollte sich aber bald ändern.
- Die schwere Gelenksverletzung konnte dank eines erfahrenen Tierarztes operiert werden und heilte vollständig.
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Denn als die Kleinen selbstständig fressen konnten, brachten mich die Zweibeiner wieder zum Weiß-Kittel-Mann. Diesmal bekam ich eine Spritze und schlief ein. Als ich wieder zu mir kam, zwickte mein Bauch und bei meinem Bein war auch etwas anders. Ich war operiert worden, erklärten mir die Zweibeiner. Das Bein konnte repariert werden. Und das Thema Fortpflanzung? Das hatte sich erledigt.
Alles verheilte gut, und langsam konnte ich mein viertes Bein wieder benutzen. Der nächste Schritt stand an: Meine Kleinen wurden flügge und zogen paarweise in neue Zuhause. Aber auch ich musste nicht für immer in diesem Badezimmer bleiben. Eine liebe Familie nahm mich auf und schenkte mir ein neues Leben mit allen Annehmlichkeiten, die eine Katze braucht.
Sonja, die ehemalige Streunerkatze
niedergeschrieben von Katharina Grager
- Der hl. Franz von Assisi, der Schutzpatron der Tiere, pflegte einen für seine Zeit besonderen Umgang mit ihnen.
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100 Jahre Welttierschutztag
Und was Franz von Assisi damit zu tun hat.
Am 4. Oktober feiern wir nicht nur den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, sondern dieses Jahr auch ein besonderes Jubiläum: Der Welttierschutztag wird heuer 100 Jahre alt. Was viele nicht wissen: Dieser Tag hat seinen Ursprung nicht in einer internationalen Organisation, sondern in der Vision eines einzelnen Menschen: Heinrich Zimmermann, ein deutscher Schriftsteller und Tierfreund, organisierte 1925 die erste Tierschutzveranstaltung im Berliner Sportpalast. Sein Ziel war klar: Ein weltweiter Tag, der das Bewusstsein für die Würde der Tiere schärft.
Sechs Jahre später, 1931, wurde der 4. Oktober auf einem internationalen Tierschutzkongress in Florenz offiziell zum Welttierschutztag erklärt – und das aus gutem Grund. Denn dieser Tag ist zugleich der Gedenktag des heiligen Franz von Assisi (1181/82–1226), der als Schutzpatron der Tiere und der Umwelt verehrt wird. Franz war ein Mann, der die Schöpfung nicht nur bewunderte, sondern mit ihr lebte. In seinen berühmten „Sonnengesang“ nimmt er Tiere, Pflanzen, Sonne und Mond als Brüder und Schwestern in seinen Lobpreis auf.
Legenden erzählen von Vögeln, die ihm lauschten, und einem Wolf, den er mit Worten zähmte. Für Franz waren Tiere keine Wesen zweiter Klasse, sondern Mitgeschöpfe – mit eigener Würde und einem Platz in Gottes Schöpfung. Zu seiner Zeit war das eine revolutionäre Sichtweise. Franz ist ein Vorbild dafür, dass Mitgefühl nicht an der Speziesgrenze enden darf und wir Tieren achtsam begegnen und artgerecht mit ihnen umgehen.
Veranstaltungstipps
Tiersegnungen
Wer segnet, lobt Gott und sagt ein gutes Wort – im Namen Gottes. Wenn wir Tiere segnen, dann erbitten wir von Gott, dass die Beziehung zu diesem Tier uns zum Heil werde.
4. Oktober
Anger: 17 Uhr, Franziskusfeier mit Tiersegnung, Hubertusstein (Viertelfeistritz 22)
Bruck: 17 Uhr, Tier- und Stofftiersegnung am Hauptplatz
Feldbach: 18 Uhr, Tiersegnung im Pfarrheimhof
Graz-Herz Jesu: 15 Uhr, Haustier- und Stofftiersegnung am Bischof-Zwerger-Platz (Kirchplatz Graz-Herz Jesu)
Graz-Puntigam: 17 Uhr, Tier- und Stofftiersegnung bei der Pfarrkirche
Graz-St. Elisabeth: 17 Uhr, Tiersegnung am Kirchplatz
Heiligenkreuz am Waasen: 17 Uhr, Tiersegnung beim Kultur- und Pfarrzentrum (KPZ, Marktplatz 7)
Kalsdorf: 16 Uhr, Tiersegnung, Pfarrkirche (Hauptstraße 128)
Knittelfeld: 17 Uhr, Tiersegnung im Stadtpark
Maria Lankowitz: 15.30 Uhr, Tiersegnung im Kirchhof (Franziskanerplatz 1)
St. Magdalena bei Hartberg: 17 Uhr,
Franziskusgottesdienst mit Tiersegnung vor der Freizeithalle
St. Stefan ob Stainz: 17 Uhr, Tiersegnung am Kirchplatz
5. Oktober
Leoben-Waasen: 15 Uhr, Tiersegnung bei der Pfarrkirche (Badgasse 10)
6. Oktober
Edelschrott: 14 Uhr, Erntedank und Tiersegnung im Pflegeheim Waldhaus (Wöllmiss 462)
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Informieren Sie sich in Ihrer Pfarre oder Ihrem Seelsorgeraum über weitere Tiersegnungen in Ihrer Nähe.
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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