6. Sonntag der Osterzeit: Pater Resch OSB
„Zum Glauben kommen“

Fenster mit der Taube des Heiligen Geistes und Skulpturen des Künstlers Gian Lorenzo Bernini in der Apsis des Petersdoms im Vatikan.  | Foto: Paolo Galosi/Romano Siciliani/KNA
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Die fünfzig Tage von Ostern auf Pfingsten werden wie ein einziger Tag gefeiert. Der Auferstandene weilt bei seinen Jüngern, zeigt sich ihnen immer wieder. Es braucht Zeit, bis sie die neue Wirklichkeit erfassen: Der Auferstandene ist zwar nicht mehr sichtbar unter ihnen, aber erfahrbar.

Festhalten am Wort Gottes

Es gibt Worte, die gehen bei einem Ohr rein und beim anderen raus. Die Einladung Jesu jedoch lautet: Festhalten an seinem Wort. Das Wort Gottes ist mehr als Information; es ist eine göttliche Wirklichkeit, die etwas bewirkt. Sie verändert den Menschen, seine Geisteshaltung und seine Gesinnung.

Gott nimmt Wohnung im Menschen, er kommt im Herzen des Menschen an. Ein Bewohner gestaltet seine vier Wände und prägt seine Hausgemeinschaft. Das Wort, das Jesus zu den Jüngern spricht, stammt vom Vater und ist Evangelium, eine frohmachende Botschaft, die das Herz des Menschen erfüllt.

Wenn der Leser des Evangeliums das Wort vom Vater aufnimmt, so wird er zum Haus für Gott, zum Tempel des Heiligen Geistes.

Der Besuch des Vaters und seines Sohnes Jesus Christus wird zum Wohnungnehmen im Herzen des Menschen. Es ist also nicht ein bloßer Vorübergang oder ein Blitzbesuch. Der „hohe Besuch“ möchte bleiben. Die Bedingung, dass der „hohe Besuch“ kommt, ist die Liebe zu Jesus und das Festhalten an seinem Wort, ein „in seinem Wort bleiben“.

„Ich bleibe dir im Wort“, sagen wir umgangssprachlich und bringen damit die Ernsthaftigkeit zum Ausdruck, die wir mit Treue umschreiben können. „Wenn jemand mich liebt“, so beginnt dieses Evangelium. Die Liebe, die Jesus meint, ist nicht Gefühlsebene, sondern Entscheidung, zu der man kommt, und Haltung, die man bewahrt.

Im Wirkkreis des Heiligen Geistes

Der Heilige Geist ist die Gabe Gottes. Er überwindet alle Grenzen, führt Menschen zusammen und lässt sie zu einer Gemeinschaft in Liebe werden.

Im Heiligen Geist wird Jesus verstanden – und das Bild des Auferstandenen wird in der Kirche lebendig gehalten.
Damit geistliches Leben ermöglicht wird, gilt es, sich auf diesen Heiligen Geist Gottes einzulassen. Friede ist Frucht des Heiligen Geistes. Der Friede Christi ist Heil der Welt, Versöhnung mit sich, mit den Mitmenschen und mit Gott. Der Friede in der Welt ist oft brüchig. Der Friede Christi durchdringt das Herz des Menschen, also sein ganzes Leben. Der Friede im Herzen ist Ruhen im Willen Gottes und ist Stehen in der Wahrheit.

Auf Christi Himmelfahrt und Pfingsten zugehen

Das Abschiednehmen Jesu klingt in diesem Evangelium an. Unruhig werden ist kein guter Rat, sondern „zum Glauben kommen“ ist die Einladung Jesu in diesen österlich-pfingstlichen Tagen.

Die neun Tage ab Christi Himmelfahrt sind angetan, dem Heiligen Geist einen Landeplatz zu bieten, im Gebet, in der Schriftlesung und Meditation. Es lohnt sich, eine Novene zum Heiligen Geist zu beten, z. B. die Heiligen-Geist-Litanei (Gotteslob 565), damit wir zum Glauben, also in das Vertrauen in Gottes Wirken, kommen und in seiner göttlichen Liebe bleiben.

Gebet zum Heiligen Geist

Atme in mir, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke.
Treibe mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue.
Locke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges liebe.
Stärke mich, du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte.
Hüte mich, du Heiliger Geist,
dass ich das Heilige nimmer verliere.

(dem hl. Augustinus zugeschrieben)

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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