Pfarre Groß-Siegharts
Bründl-Kapelle: Pilger ließen sich nicht fernhalten

Pfarrgemeinderat Friedrich Zotter, stv. PGR-Vorsitzende Helga Roman und Pfarrer Josef Pichler kümmern sich um die Bründl-Kapelle.
  • Pfarrgemeinderat Friedrich Zotter, stv. PGR-Vorsitzende Helga Roman und Pfarrer Josef Pichler kümmern sich um die Bründl-Kapelle.
  • Foto: Karl Tröstl
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

In einem Waldstück unweit von Dietmanns in der Pfarre Groß-Siegharts findet man eine Quelle, deren Heilkraft der Muttergottes zugeschrieben wird. Um 1153 stand in der Nähe die mächtige Marienkirche zu Ulreichs, welche bereits 1376 verödet war. In Erinnerung an die Ulreichs-Kirche und an das Bründl fanden sich immer wieder Wallfahrer ein. Das erlassene Wallfahrtsverbot zeigte keine Wirkung und viele Pilger kamen im Geheimen dorthin. 1865 wurde ein Marterl im Bereich der Quelle Bründl errichtet.

Viele Pilger überzeugten sich selbst von der überlieferten heilenden Wirkung des Wassers, insbesondere für die Augenwaschung. Man sagt der Quelle auch nach, dass sie im Winter nie einfriere und das Wasser nach jahrelanger Aufbewahrung in Flaschen nicht verderbe. Versuche, die Pilgerströme einzudämmen, bewirkten das Gegenteil. Ende des 19. Jahrhunderts spendete eine Gastwirtin dem Maurermeister Johann Bauer einen Geldbetrag zur Errichtung einer Kapelle und Dechant Leopold Gstettner aus Groß-Siegharts erteilte seine Zustimmung.

Ein Wiener Architekt erstellte die Pläne für den Bau einer großen Kathedrale mit Oratorien und Sakristei. 1888 wurde mit dem Bau des Presbyteriums begonnen, dabei wurden Steine der Ulreichs-Kirche verwendet. Aufgrund von Geldmangel wurde der Bau eingestellt und es blieb beim Presbyterium. Am 11. September 1902 wurde die heute bekannte Bründlkapelle eingeweiht. Rund um Marienfeiertage im August und September finden Wallfahrten statt und jeden Donnerstag wird um 8 Uhr die Bründlmesse gefeiert.

Die Innenausstattung weist einen hohen historischen Wert auf, die Wandbemalung ist um 1900 entstanden und gut erhalten. Der geschnitzte Flügelaltar eines unbekannten Künstlers mit der Statue der Muttergottes als Gnadenvermittlerin mit offenen Händen und ihren Eltern Joachim und Anna in der Mitte lädt ebenfalls zum Gebet an diesem besonderen Ort ein.

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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