Festival Musica Sacra
Kostbarkeiten der Kirchenmusik

Die Domkantorei unter der Leitung von Otto Kargl eröffnet am 12. September mit Mozarts Requiem das Konzertfestival.
  • Die Domkantorei unter der Leitung von Otto Kargl eröffnet am 12. September mit Mozarts Requiem das Konzertfestival.
  • Foto: Dommusik St. Pölten/Archiv
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Musica Sacra ist das älteste internationale Musikfestival in Niederösterreich und geht heuer vom 22. September bis 8. Oktober mit vielen Highlights in St. Pölten, im Stift Herzogenburg und im Stift Lilienfeld über die Bühne.

Das Festival Musica Sacra 2021 bildet auch heuer wieder die große Bandbreite des Kirchenmusik-Repertoires ab: vom 15. Jahrhundert mit dem „Jahresregenten“ Josquin Desprez über das Frühbarock mit Heinrich Schütz bis hin zu Klassischem mit Mozarts kirchenmusikalischem Hauptwerk, dem Requiem, sowie Zeitgenössischem von Webern, Schlee, Thürauer und Kreuzpointner. Die fünf Gottesdienste, die im Rahmen des Festivals gefeiert werden, stehen heuer im Lichte von Franz Schubert, der sich vor 200 Jahren, 1821, fast einen Monat lang in St. Pölten und im Schloss Ochsenburg aufgehalten hat. Er komponierte hier an seiner Oper „Alphonso und Estrella“ und war ständiger Gast beim damaligen Bischof Dankesreither, dem er auch seine „Harfner-Lieder“ gewidmet hat.

Eröffnet wird das älteste internationale Musik­fes­tival in Niederösterreich am 12. September um 18 Uhr im Dom zu St. Pölten mit Mozarts „Requiem“ und seinen sehr selten zu hörenden „Vesperae solennes de Confessore“. Mozart komponierte im Schluss­vers des „Dies irae“ das Lacrimosa nur bis Takt 10 und soll dann in Tränen ausgebrochen sein. Hier heißt es: „Tränenreich ist dieser Tag, an dem sich der Mensch aus Asche zum Gericht erhebt. Gott, laß ihn Erbarmen finden.“ In diese zwei Werke wird auch eine Uraufführung von Franz Thürauer eingebettet – es handelt sich dabei um ein Auftragswerk des Bildungshauses St. Hippolyt zu dessen heurigem 60-jährigen Jubiläum. „Löscht den Geist nicht aus“ ist eine Textkompilation aus dem Buch Levitikus und dem 1. Thessalonicher-Brief. Im Zentrum die heute so aktuell klingenden Worte: „Der Fremde soll euch wie ein Einheimischer gelten, du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen.“

Im zweiten Konzert am 19. September um 16.30 Uhr im Stift Lilienfeld steht der Jahresregent Josquin Desprez im Mittelpunkt, der vor 500 Jahren starb. Ein internationales Ensemb­le – allesamt Mitglieder des Huelgas Ensemble – wird zudem eine Uraufführung von Thomas Daniel Schlee bringen (Auftragswerk des Festivals Musica Sacra) – eine schwelgerische Marienmotette „O quam glorifica luce coruscas“ („O welch ruhmreiches Licht strahlst du“).

Seit Kurzem gibt es die erste Gesamt-Werkeinspielung des größten deutschen Komponisten des 17. Jahrhunderts, Heinrich Schütz. Überhäuft mit Preisen und Auszeichnungen hat der Dresdner Kammerchor unter Hans Christoph Rademann dieses Monsterprojekt gemeistert. Genau dieses Ensemble wird sich am 26. September ab 18 Uhr im St. Pöltner Dom diesem außergewöhnlichen Meister widmen. Schütz war einer der Ers­ten, die das Wort in den Mittelpunkt ihrer Musik stellten: Textverständlichkeit, Atmosphäre und Affekt lassen seine Stücke zu musikalischen Predigten werden. Das Konzert ist ein Vorgeschmack auf das Schütz-Jahr 2022.

„Wie im Himmel“ kann man sich am 2. Oktober ab 19.30 Uhr im Stift Herzogenburg fühlen: Mit dem Trompetenconsort der Schwanthaler gibt es prunkvolle Festmusiken vom kaiserlichen Hof unter Karl V. um 1730 und feine Countertenor-Klänge mit dem Innsbrucker Markus Forster.

Den Abschluss des Festivals bildet ein großes Schulprojekt mit dem BORG St. Pölten: Eines der erstaunlichsten und rätselhaftes­ten Werke Bachs ist die „Kunst der Fuge“, entstanden in den letzten Jahren seines Lebens. Das Werk endet mit der Signatur „BACH“ und verarbeitet im Werk 12 Töne – eine Voraussicht auf die spätere Zwölftonmusik eines Anton von Webern? Seine „Sechs Bagatellen“ bilden einen klanglichen Kontrapunkt zu Bach. Beide Werke sind eine große Herausforderung für die jungen Musiker. Zu hören am 8. Oktober ab 16.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge St. Pölten.

Die Gottesdienste im Rahmen von Musica Sacra, die kos­tenfrei besucht werden können:

19. September, 9.30 Uhr, Stiftskirche Lilienfeld: „Messe in G, D 167“ von Franz Schubert, mit dem Stiftschor Lilienfeld.

26. September 2021, 10.00 Uhr, Dom zu St. Pölten: „Gospel-Mass“ von Robert Ray, mit dem Jugendensemble der Dommusik, Ludwig Lusser, Orgel.

26. September, 10 Uhr, Schlosskapelle Ochsenburg, St. Pölten: „Deutsche Messe“ von Franz Schubert, mit Mitgliedern des Domchores.

3. Oktober, 14.30 Uhr, Stiftskirche Herzogenburg: „Messe in B, D 324“ von Franz Schubert, mit dem Motettenchor und Orchester der Stiftskirche Herzogenburg.

3. Oktober, 10 Uhr, Dom zu St. Pölten (Rundfunkmesse): „Messe in C, D 452“ von Franz Schubert, mit dem Domchor und Domorchester.

Alle Informationen zum Festival Musica Sacra unter: https://festival-musica-sacra.at
Eintrittskarten sind erhältlich in der Buchhandlung Schubert in St. Pölten, bei Ö-Ticket (www.oeticket.com) oder
telefonisch unter 0677/61 274 462.

Kirche bunt-Gewinnspiel

Kirche bunt verlost 2 mal 2 Festivalpässe für alle Konzerte von „Musica Sacra“.

Einsendungen mit dem Kennwort „Musica Sacra“ sowie Namen und vollständiger Adresse bitte bis 27. August 2021 an: „Kirche bunt“, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten oder per E-Mail an gewinnspiel@kirchebunt.at.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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