Diözesane Initiative mit vielen Projekten
Zehn Tage für die Bibel

Abraham zieht fort aus seinem Vaterhaus. Diese mit „biblischen Erzählfiguren“ dargestellte biblische Szene war Teil einer Ausstellung zum Thema Berufung in der Pfarre Böheimkirchen.
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  • Abraham zieht fort aus seinem Vaterhaus. Diese mit „biblischen Erzählfiguren“ dargestellte biblische Szene war Teil einer Ausstellung zum Thema Berufung in der Pfarre Böheimkirchen.
  • Foto: Leopold Schlager
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Im heurigen Herbst sind in der Diözese St. Pölten zehn Tage der Bibel gewidmet. Im Rahmen der von der Bischofskonferenz ausgerufenen Bibeljahre laden vielfältige Angebote zu Annäherungen an das Buch der Bücher ein.

Was ist die Bibel? Vielfältig sind die Antworten auf diese scheinbar so einfache Frage. Die Bibel ist Gebetbuch und Glau­bens­grund­lage für Judentum und Chris­tentum. Sie ist Weltliteratur, Weltkulturerbe, Inspiration für Schrift­steller/innen, Mu­siker/innen und Künstler/innen aller Sparten. Sie ist das am häufigsten übersetzte Buch weltweit und in manchen Ländern verboten. Sie ist Heilige Schrift für über 2,2 Milliarden Menschen.

Einen besonderen Zugang zum Thema Bibel bietet die Ausstellung „Die Bibel als Sprach- und Kulturgut“ in der NÖ Landesbibliothek. Die Eröffnung am 24. September ist zugleich auch die Auftaktveranstaltung zu diesem einzigartigen Bibelprojekt, das in den meisten Diözesen Österreichs aufgrund der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt wurde. Die Veranstaltungen in der Diözese St. Pölten werden unter Einhaltung der jeweils gültigen Bestimmungen durchgeführt.

Bibeln sind für den Leiter der NÖ Landesbibliothek, Mag. Hans-Joachim Alscher, ein Kulturgut und Teil der abendländischen Geschichte. „Ich schmökere gern in Bibeln und schaue, was ich entziffern kann“, so Alscher, der privat wie auch beruflich auf Bibelausgaben besonderes Augenmerk legt. Er versuche, sich fremden Sprachen anhand der Bibel zu nähern. Und es ist ihm auch ein Anliegen, zu möglichst jeder Schriftsprache neben einem Wörterbuch und einer Grammatik auch eine Bibel in den Bibliotheksbestand aufzunehmen.

Jede Bibel erzählt ihre eigene Geschichte

Triebfeder für die Übersetzung der Heiligen Schrift war und ist stets die Mission. Zugleich bildet in vielen Sprachen die Bibel den Anfang der Schriftlichkeit. Ein Beispiel ist die gotische „Wulfila-Bibel“, für die Bischof Wulfila im 4. Jahrhundert eine eigene Schrift geschaffen hat. Einige Abschriften dieser Bibel, darunter der im schwedischen Uppsala aufbewahrte „Codex Argenteus“, sind die wichtigsten Denkmäler dieser zum Ende der Völkerwanderungszeit weitgehend ausgelöschten Sprache.

Auch vom Altpreußischen, das in Teilen des heutigen Litauens, Polens und Russlands gesprochen wurde, sind drei Katechismen als einzige schriftliche Dokumente erhalten. Und von manchen Sprachen wird eine Bibelübersetzung wohl auch das einzige sprachliche Dokument bleiben – so wie die Bibel in der Sprache der Haida-Indianer, die heute weniger als hundert Sprecher zählt.

Die bis zum 30. Oktober zugängliche Schau in der NÖ Landesbibliothek in St. Pölten spannt einen Bogen von Papyrus-Funden wie jenen in Nag Hammadi mit dem apokryphen Thomas-Evangelium über Bibeln im deutschen Sprachraum bis zu Esperanto- und Braille-Ausgaben der Heiligen Schrift. Ein eigener Abschnitt geht der Frage nach, was Niederösterreich mit der Bibel zu tun hat. Eine kunstvolle, reich il­lust­rier­te Handschrift ist auch das Glanzstück dieser Schau: das „Klosterneuburger Evangelienwerk“. Auch wenn es sich nicht um eine vollständige Bibelübersetzung handelt, zählt diese um 1330 entstandene Handschrift in mittelhochdeutscher Sprache doch zu den ältesten deutschsprachigen Bibelübersetzungen – zwei Jahrhunderte vor Martin Luther.

Kaum ein Jahrhundert alt ist dagegen die ebenfalls gezeigte „Klosterneuburger Bibel“ aus dem Jahr 1934. Ihr Herausgeber Pius Parsch war ein Vorkämpfer der volksliturgischen Bewegung und der Verwendung der Muttersprache in Gottesdiensten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (190 Seiten mit 60 Illustrationen), zu dem Bischof Alois Schwarz das Vorwort verfasst hat.

Reichhaltiges Programm

Eine „Bachnacht“ in St. Pölten bringt uns die Bibel über die Musik näher, Gespräche im Bibelgarten in Tulln (24. 9. – 6. 10., täglich 14 – 16 Uhr) und an anderen Orten laden zum gemeinsamen Nachdenken ein. Ein Musikkabarett nähert sich auf humoristische Weise der Bibel, ein Singnachmittag lädt zum Mitsingen ein. Amstettens Pfarren und die Schulschwestern beteiligen sich mit einem vielfältigen Programm, Bib­lio­the­ken laden zum Lesen und Gestalten ein und Ausstellungen locken mit künstlerischen Auseinandersetzungen.

Eine Besonderheit ist eine Künstlerklausur: Sieben Schriftsteller/innen und sieben Maler/innen wohnen und arbeiten im Stift Seitenstetten zum Thema „Noahs Fest“. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein!
Das Wort „Bibel“ kommt übrigens vom griechischen „to biblion“ und heißt einfach „das Buch“. „10 Tage für die Bibel“ geben Zeit, das „Buch der Bücher“ für das eigene Leben neu zu entdecken.

Alle Veranstaltungen

Die Bibel als Sprach- und Kulturgut
Ausstellung im Ausstellungsraum der Niederösterreichischen Landesbibliothek, St. Pölten, Landhausplatz 1, Haus Kulturbezirk 3. Eröffnung und Ausstellungs-Vernissage am 24. 9., um 19 Uhr. Anmeldung, auch für Führungen Tel. 02742/9005-12852.
24. 9. – 30. 10., Mo. – Fr. 8.30 – 16 Uhr, Di. bis 18 Uhr

Ein Tag für mich – diözesaner Frauen-Bibel-Tag
„Gottes starke Töchter – Frauen in der Bibel“ im Bildungshaus St. Hippolyt, Eybnerstraße 5, St. Pölten. Mit Mag. Martha Leonhartsberger und Workshops am Nachmittag. Anmeldung bei der kfb, Tel. 02742/324-3373, kfb.stpoelten@kirche.at.
26. 9., 9 – 17 Uhr

Gottesdienst mit Weihbischof Anton Leichtfried
In der Pfarrkirche Bad Traunstein.
27. 9., 10 Uhr

Anne Seifert: JONA UND ICH – Ambivalenzen
Ausstellungseröffnung im Rahmen des Herbstfestes im Bildungszentrum St. Benedikt, Promenade 13, Seitenstetten, mit Referat von Dr. P. Jakob Deibl OSB, Stift Melk: „Kontinuität und Neubeginn mit Jona“, anschl. Agape.
27. 9., 16 Uhr. (Ausstellung bis 8. 11.)

Skriptorium
„Bibel heute in Literatur & Malerei“: 7 LiteratInnen und 7 Bildende KünsterlerInnen wohnen und arbeiten im Stift Seitenstetten zum Thema „Noahs Fest“.
29. 9. bis 2. 10.

Guided prayer week
Begleitete Gebetstage: Ein biblisch spirituelles Training mitten im Alltag für junge & viel beschäftigte Menschen. In der Pfarre St. Stephan, Kirchenstraße 16, Amstetten. Begleitung: Mag. Michaela E. Lugmaier und Team. Anmeldung/Infos: m.lugmaier@kirche.at, Tel. 0676/826688 202.
25. 9. bis 2. 10., jeweils 18.30 – 20Uhr

Bibeltag für Jugendliche
Escape Room zum Thema Bibel in der Pfarre Ardagger Markt. Anmeldung: m.aigner@kirche.at, Tel. 0676/826688330.
26. 9., 10 – 17 Uhr

Faksimile-Ausstellung
Entdeckungsreise ins Alte Testament mit einigen Seiten der mittelalterlichen Wenzelsbibel (um 1400). In der KulturKirche Amstetten-St. Marien, Südtirolerstraße 1, Amstetten.
26. 9. bis 4. 10.

Bibel zum Anschauen
Ausstellung mit biblischen Figuren. Im Pfarrsaal Amstetten-St. Stephan, Kirchenstraße 16. Amstetten. An den Wochentagen ist eine Anmeldung in der Pfarre St. Stephan notwendig. (Tel. 07472/62757), Schulklassen sind herzlich willkommen.
26. 9. und 3. 10., 16 – 19.30 Uhr;
27. 9. und 4. 10., 9 – 12 Uhr

Franziskus, verwurzelt in der Bibel
Mit Sr. Elvira Reuberger, im Kloster der Franziskanerinnen, Rathausstraße 16, Amstetten.
28. 9., 19 Uhr

Pfarrkino: „Jesus Christ Superstar“
Filmvorführung im Großen Pfarrsaal der Pfarre Herz Jesu, Preinsbacher Str. 21, Amstetten. Mit „Sing Along“ und Gedanken zum Film von Franz Wininger. Während des Filmes ist jede/r herzlich eingeladen mitzusingen.
29. 9., 18.30 Uhr

Bibelfrühstück
„Bibel teilen in froher Gemeinschaft“: Das Gleichnis von den Winzern (Mt 21, 33-44). Mit Sr. Elvira Reuberger im Kloster der Franziskanerinnen, Rathausstraße 16, Amstetten.
1. 10., 8.30 Uhr

Von der Sehnsucht der Seele, ganz heil zu SEIN
Heilsame Begegnungen in Bibel und Psychotherapie. Vortrag mit Mag. Maria Zugmann-Weber im Großen Pfarrsaal der Pfarre Herz Jesu, Preinsbacher Str. 21, Amstetten.
1. 10., 19 Uhr

Franziskusvesper
In der Klosterkirche der Franziskanerinnen, Rathausstraße 16, Amstetten
3. 10., 17 Uhr

Hörmomente
Die Bibel, die gesprochene Symphonie, das Neue Testament. Eine sinnliche, mitreißende Symbiose aus Wort und Klang. 65 Minuten, im Anschluss Agape. In der KulturKirche St. Marien, Südtiroler Straße 1, Amstetten. 19.30 Uhr Führung durch die Ausstellung „Wenzelsbibel“, 20.30 Uhr Hörmoment.
3. 10.

Bachnacht
In St. Pölten im Rahmen des Festivals Musica Sacra: 20 Uhr Evangelische Kirche, 21 Uhr Franziskanerkirche, 22 Uhr Festsaal des Konservatoriums, 23 Uhr Dom zu St. Pölten.
25. 9., 20 – 24 Uhr

Konzert „Bibel und Musik“
In der Pfarrkirche Rappottenstein.
26. 9., 19.30 Uhr

Musik-Kabarett
„Hören sollt ihr und nicht verstehen“ – Anleitung zur biblischen Inkompetenz. Im Bildungszentrum St. Benedikt, Promenade 13, Seitenstetten. Mit Elisabeth Birnbaum, Text und Gesang, und Thomas Vogler, Akkordeon und Gitarre.
29. 9. 19 Uhr

„Biblische Lieder“
Tag des neuen geistlichen Liedes im Stift Seitenstetten mit vier verschiedenen Workshops. Anmeldung: Kirchenmusikreferat der Diözese St. Pölten, Tel. 02742/324-347; kirchenmusik@kirche.at.
3. 10., 13.30 – 19.30 Uhr

Bibel kreativ
Bibelrolle selbstgemacht, in der Pfarrbibliothek Rappottenstein. Anmeldungen unter Tel. 0676/826615342
28. 9., 18 Uhr

Bibel-Lesung „Zu Gast bei Lukas“
In der Öffentlichen Bibliothek Wieselburg, Scheibbser Straße 12. Gelesen von Dechant Pfarrer Mag. Daniel Kostrzycki u.a. An der Orgel: DI Anna Losbichler.
30.9., 19 Uhr

Bibel-Spiele/Basteleien – „Schummeln gilt nicht!“
In der Pfarrbibliothek St. Valentin, Hauptplatz 15, St. Valentin.
1. 10., 15 Uhr

Bibel schreiben
„Kalligrafie in Bibelversen auf handgeschöpftem Papier“ in der Pfarrbibliothek Hain, Kremser Straße 3-5, Kleinhain. Mit Claudia Dzengel, Kalligrafie, und Renate Habinger, Papierschöpfen. Anmeldungen unter Tel. 0676/826615342.
2. 10., 17 Uhr

Autor:

Leopold Schlager aus Niederösterreich | Kirche bunt

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