Reaktionen im In- und Ausland
„Leo XIV. ist ein Segen für die Kirche“

Papst Leo XIV. feierte die erste Messe seines Pontifikats in der Sixtinischen Kapelle zusammen mit den Kardinälen. Seine Predigt war ein Plädoyer für Mission, für ein Bezeugen des Glaubens auch in schwierigen Umfeldern.    | Foto:  Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
3Bilder
  • Papst Leo XIV. feierte die erste Messe seines Pontifikats in der Sixtinischen Kapelle zusammen mit den Kardinälen. Seine Predigt war ein Plädoyer für Mission, für ein Bezeugen des Glaubens auch in schwierigen Umfeldern.
  • Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
  • hochgeladen von Kirche bunt Redaktion

In Österreich und weltweit wurde die Meldung, dass US-Kardinal Robert Francis Prevost zum Papst gewählt wurde, mit überwiegend großer Freude aufgenommen.

Österreichs katholische Kirche hat mit einem feierlichen „Te Deum“ am Abend des 10. Mai im Wiener Stephansdom für den neuen Papst Leo XIV. gedankt. Der frühere Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, erläuterte nach der Begrüßung zahlreicher Festgäste das Bekenntnis des Simon Petrus als Antwort auf Jesu Frage, wofür ihn seine Jünger halten. Dieses Bekenntnis zu Christus als dem Sohn des lebendigen Gottes sei der eigentliche „Fels“ (griech. „Petros“), auf dem die Kirche gebaut sei. 267 Nachfolger des ersten Papstes in rund 2000 Jahren zeigten eine erstaunliche Kontinuität, sagte Schönborn. In einer Pressekonferenz zuvor hatte er seine Freude über die Papstwahl kundgetan. „Leo XIV. ist ein sehr herzlicher, bescheidener und durchaus demütiger Mann“, so der Kardinal. Zugleich sei er sehr bestimmt und könne leiten. Kardinal Prevost war zuletzt zu Allerheiligen auf Österreich-Besuch, wo er seine augustinischen Mitbrüder und die Wiener Augustinerkirche besuchte und auch mit Kardinal Schönborn zusammentraf. Der neue Papst habe eine Affinität zu Österreich, betonte Schönborn. Als Leiter des Augustinerordens sei er auch öfter in Österreich gewesen. „Er mag Österreich und Wien. Das war bei seinen Besuchen spürbar.“

Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte Papst Leo XIV. im Namen der österreichischen Bevölkerung. Zugleich drückte er in dem Schreiben an den Papst seine Zuversicht aus, dass sich Papst Leo XIV. als „Brückenbauer zwischen den Kontinenten, den Kulturen, den Religionsgemeinschaften und Sprachen“ erweisen werde. Bei diesen Bemühungen versicherte der Bundespräsident dem neuen Papst der umfassenden Unterstützung Österreichs, insbesonders bei der Förderung des zwischenstaatlichen Dialogs und Friedens, beim Schutz der Menschenrechte wie etwa der Religionsfreiheit sowie beim Umweltschutz.

„Ein großer Segen für Peru“

Enthusiastisch wurde die Papstwahl in Peru aufgenommen. In Chiclayo, wo Leo XIV. als Bischof gewirkt hatte, kam es zu spontanen Jubelfeiern. Die Gläubigen reagierten mit „emotionalem Überschwang“, es wurden Glocken geläutet und soziale Medien mit Glückwünschen überschwemmt. „Ein großer Segen für Peru“, hieß es in lokalen Medien.

Auch in den USA sorgte die Meldung, dass ein US-Kardinal Papst geworden ist, für enormes mediales Interesse und auch große Freude. Eher verhalten fiel die Stellungnahme der US-Bischofskonferenz (USCCB) aus. Ihr Vorsitzender, Erzbischof Timothy Broglio, verkündete: „In Gemeinschaft mit den Katholiken auf der ganzen Welt danken die Bischöfe der Vereinigten Staaten im Gebet für die Wahl seiner Heiligkeit Papst Leo XIV.“ Er sei „ein Sohn dieses Landes“, der nun „allen Menschen guten Willens gehört“. Aus Sicht vieler US-amerikanischer Konservativer war wohl der „falsche“ Amerikaner zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden. Als Kardinal hatte Prevost scharf die Einwanderungspolitik der US-Regierung und das diesbezüglich geäußerte Verständnis von Vizepräsident J. D. Vance von einer angeblichen „Ordnung der Liebe“ kritisiert. „J. D. Vance liegt falsch“, postete Prevost im Februar auf dem Kurznachrichtenportal X. „Jesus fordert uns nicht auf, unsere Liebe zu anderen in eine Rangfolge zu bringen.“

Papst Leo XIV. als Brückenbauer zwischen den Kontinenten, den Kulturen, den Religionsgemeinschaften und Sprachen.

US-Präsident Donald Trump ließ in seinen Gratulationen mehr Freude erkennen. „Welch große Ehre für unser Land“, äußerte sich der US-Präsident Minuten, nachdem die Welt von der überraschenden Entscheidung erfahren hatte. „Ich freue mich darauf, Papst Leo XIV. zu treffen. Es wird ein sehr bedeutungsvoller Moment sein!“, schrieb Trump auf seinem Social Media-Kanal Truth Social.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wünschte dem neuen Papst „Weisheit, Inspiration und Kraft – spirituell und körperlich – für die Erfüllung seiner edlen Mission“. Die Ukrainer hoffen ihm zufolge auf eine „weitere moralische und spirituelle Unterstützung des Vatikans bei den Bemühungen der Ukraine, die Gerechtigkeit wiederherzustellen und einen dauerhaften Frieden zu erreichen“.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin hat Papst Leo XIV. zu seiner Wahl gratuliert. „Ich bin sicher, dass sich der konstruktive Dialog und die Interaktion zwischen Russland und dem Vatikan auf Grundlage christlicher Werte, die uns verbinden, weiterentwickeln werden“, hieß es in einer vom Kreml verbreiteten Erklärung.

Glückliche Augustiner

Große Freude herrscht bei den Augustinern: „Wir Augustiner sind sehr glücklich und hoffen, dass er ein wahrer Diener der Kirche sein wird“, sagte Alejandro Moral Antón dem Online-Portal „Vatican News“. „Papst Leo XIV. ist eine ausgeglichene, spirituelle Person, die allen nahe steht“, so der Generalprior der weltweiten Augustiner. Wörtlich: „Leo XIV. ist ein Geschenk für die Kirche.“ Im Amt des weltweiten Generalpriors ist Moral seit 2013 direkter Nachfolger von Robert Prevost, der 2001 bis 2013 diese Position inne hatte. KAP/Red.

Papst Leo XIV. feierte die erste Messe seines Pontifikats in der Sixtinischen Kapelle zusammen mit den Kardinälen. Seine Predigt war ein Plädoyer für Mission, für ein Bezeugen des Glaubens auch in schwierigen Umfeldern.    | Foto:  Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
Papst Leo XIV. spricht mit einem Mann, offensichtlich aus Peru, bei einem Treffen mit Vertretern der Medien in der Audienzhalle im Vatikan. 
 | Foto:  Vatican Media/Romano Siciliani/KNA
Leo XIII.  | Foto: Wikimedia
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ