Sakrale Kunst in der Diözese St. Pölten
Robert Herferts Kunst führte in die Moderne
- Mit diesem Bild Herferts wurde die Ausstellung im Bildungshaus St. Hippolyt "Glaube - Kunst - Können" zum 90. Geburtstag Robert Herferts angekündigt.
- Foto: Bildungshaus St. Hippolyt
- hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl
Der St. Pöltner Sakralkünstler Robert Herfert wäre am 24. August 100 Jahre alt geworden. Es gibt in der Diözese St. Pölten kaum einen Kirchenneubau nach 1945, der nicht seine Handschrift trägt.
Der Name Robert Herfert ist wahrscheinlich nicht mehr jedem bekannt, seine Werke sind jedoch vielerorts in unserer Diözese zu sehen. Spuren hinterließ der 1926 geborene St. Pöltner in vielen öffentlichen Gebäuden: Spitälern, Pensionistenheimen, Aufbahrungshallen (z. B. in Weißenkirchen), Feuerwehrgebäuden, Schulen (z. B. Edelhof), Kindergärten, Plätzen oder Brunnenanlagen. Und auch zahlreiche Kirchen und 39 Kapellen sind mit Kunstwerken Herferts ausgestattet.
Herausragend in diesem umfangreichen Werk ist die Ausgestaltung der 1985 erbauten Pfarrkirche von Persenbeug. Robert Herfert sagte selbst darüber: „In Zusammenarbeit mit Weihbischof Dr. Fasching konnte ich in Persenbeug einiges, von dem ich glaube, dass es halten könnte, realisieren.“ Seine Spuren im ehemaligen Priesterseminar in St. Pölten sind hingegen verloren: Ursprünglich der Chorraum einer gotischen Kirche, wurde die Kapelle des Priesterseminars immer wieder – dem Geschmack der Zeit entsprechend – für die angehenden Priester umgestaltet. „Rigoros neu“, so Architekt Wolfgang Pfoser, gestaltete Robert Herfert in den Jahren 1967/68 den Innenraum mit nüchternen, grafischen Elementen. Die Letztfassung mit neuen Glasfenstern, Ambo und Tabernakel stammt hingegen von Rudolf Kolbitsch (1990).
Prägende Erfahrungen
Für eine Ausstellung seiner Werke im Bildungshaus St. Hippolyt im Jahr 1997 thematisierte Herfert prägende Erfahrungen seines Lebens. Dazu gehörte etwa die Wirtschaftskrise der 1930er-Jahre, Erlebnisse in kirchlichen Internaten und Schulen – auch vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich –, sowie des Zweiten Weltkriegs. Über die Zeit vor dem Krieg schrieb Herfert: „Eine geistige Umwandlung fand statt. Für den Krieg wurde Werbung gemacht. Unvorbereitet auf diese massive Beeinflussung waren viele schutzlos der neuen Idee ausgeliefert.“ Über die Zeit nach seinem Fronteinsatz 1944 meinte er später: „Ich habe mich ganz in mich zurückgezogen.“
Herfert will einen „Raum zu Ehren Gottes“ schaffen.
Die religiöse Dimension ist wesentlich für Herferts Leben und Schaffen. So will er in der Kapistran-Kirche in St. Pölten „einen Raum zu Ehren Gottes schaffen“. 1946 hatte er seinen ersten kirchlichen Auftrag bekommen: „Ich darf für die Erzdiözese Wien einen Kreuzweg zeichnen.“ Ab 1953 wurden die Aufträge immer mehr. „In der kirchlichen Kunst beginnt sich ein Wandel zu vollziehen“, schreibt er über die Jahre ab 1956. Neue Kirchen werden gebaut, alte Fassaden abgeräumt, junge Künstler bekommen eine Chance. Die Ausgestaltung der Pfarrkirche St. Pölten-Maria Lourdes mit den farbenfrohen Glasfenstern wird zu einem Höhepunkt im künstlerischen Schaffen Herferts.
Spannung mit der Kirche als Auftraggeberin
Die Kirche als Auftraggeberin war für ihn oft Hilfe, manchmal auch Hemmschuh im künstlerischen Ausdruck, der zur damaligen Zeit neu und modern wirkte. Es kam immer wieder zu Spannungen und Meinungsverschiedenheiten mit kirchlichen Auftraggebern und auch von Seiten der Gläubigen stieß Herfert mitunter auf Kritik und Unverständnis. So rief seine Arbeit für die Kirche Innermanzing Empörung hervor: „Bei einer Podiumsdiskussion werde ich grob beschimpft. Es ist trotzdem eine gute Arbeit“, hielt der Künstler fest.
Robert Herfert sagte im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe einmal: „Was wirklich Kunst ist, wird die nächste Generation entscheiden!“
Autor:Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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