Vergangenheit

Beiträge zum Thema Vergangenheit

Gesellschaft & Soziales

"Wie's Leben früher war" von Inge Friedl
Ein Sommertag auf der Alm

Heute erinnern wir uns an das alte Almleben. Damit ist die Zeit gemeint, als Sennerinnen auf den Almen noch Milchwirtschaft betrieben und Käse und Butter herstellten. Touristen gab es kaum, Almgeher waren in der Regel Leute aus den Ortschaften im Tal. Eine Szene wie die folgende ist daher nur in diesem Zusammenhang zu verstehen: Ein Wanderer nimmt vor der Hütte Platz. Die Sennerin stellt ihm einen Brotlaib, Käse und Butter hin. Er streicht sich ein Butterbrot, bekommt dazu ein Glas Milch oder...

  • 01.07.26
Geschichtliches & WissenPremium

"Wie's Leben früher war" von Inge Friedl
Vom Fleiß der Frauen und harter Arbeit

Betrachten wir das Foto. Wir sehen ein älteres Ehepaar, Bauersleute, die gerade von der Hausbank aufgestanden sind. Es ist Feierabend, der Mann gönnt sich eine Pfeife. Die Frau scheint nur kurz von ihrer Strickarbeit aufzublicken, gleich wird sie am Socken weiterarbeiten. Was ist hier so besonders? Dieses Bild erzählt vom Fleiß der Frauen, den eine Bäuerin mir so erklärte: „Frauen sollten früher niemals untätig sein, niemals die Hände in den Schoß legen.“ Selbst in der Freizeit, also am...

  • 22.04.26
Reisen

Wahre Begebenheit
Eine Mostviertlerin am Arlberg

„1965 in Dezember, biʼn ih miʼn Zug am Arlberg gʼfoahrn“, so eröffnete letztens die 86-jährige Margarete ihre Rede an mich, um von einer Episode aus ihrer Jugend zu erzählen. Eine Freundin von ihr, die dort saisonmäßig schon arbeitete, hatte sie nach Zürs vermittelt. So saß sie nun im Zug dorthin. Im heimatlichen St. Peter in der Au eingestiegen, von wo aus ihr Bruder sie nach Linz begleitet hatte. Es herrschte Winterwetter mit Schneefall, der immer mehr zunahm. Ab Innsbruck dann wildestes...

  • 11.03.26
Geschichtliches & Wissen

"Wie's Leben früher war" von Inge Friedl
Der Advent als Wartezeit

Viele von uns kennen dieses Lied. Es hat vier Strophen, so viele wie Kerzen am Adventkranz. Lied und Kranz helfen uns, die Wartezeit bis Weihnachten zu gestalten. Doch halt, wer „wartet“ noch auf die Festtage, außer die Kinder vielleicht? Der Dezember ist heute wohl der turbulenteste Monat im Jahr mit der größten Hektik. Es gilt, die Zeit bis Weihnachten ohne allzu viel Stress irgendwie zu überstehen, und man fragt sich, wie konnte jemals der Advent als stillste Zeit im Jahr bezeichnet werden?...

  • 10.12.25
Geschichtliches & Wissen

Dinge mit Geschichte(n) von Inge Friedl
Zapfen, Moos und viel Fantasie

Zur Kindheit am Land gehörte früher in jedem Fall das „Zapfen-Spiel“. Eine Bäuerin erinnert sich: „Aus dem Wald haben wir uns Fichtenzapfen geholt, das waren unsere Viecherln, die Kühe, die Kalben und die Ochsen. Aus Steinen haben wir Mauern für den Stall gemacht. Der Weidezaun waren ein paar gelegte Äste. Und so haben wir gespielt: Die Kühe gehen auf die Weide. Dann kommen sie wieder in den Stall zurück.“ Mit nichts als Zapfen, Moos, Holz und Ästen entstand so ein kompletter Bauernhof mit...

  • 08.05.24
Geschichtliches & Wissen

Dinge mit Geschichte(n)
Das Sonntagsgewand

Wenn wir über das Sonntagsgewand reden, geht es um weit mehr als nur um schöne Kleidung. Es geht um den Rhythmus von Werktag und Feiertag, der früher das Leben der Menschen prägte und der heute sehr beliebig geworden ist. Der Übergang vom Werktag zum Sonntag war nicht nur äußerlich sichtbar, sondern man hat ihn auch geschmeckt, gefühlt und gerochen. Am Samstag wurde das Haus geputzt und man roch das Bohnerwachs. Es duftete nach dem Sonntagskuchen, oft eine Germmehlspeise. Die Menschen legten...

  • 06.03.24
Serien

Dinge mit Geschichte(n) von Inge Friedl
Der Löffel unter'm Tisch

Der Gegenstand, vom dem ich heute erzählen will, ist nur mehr in der Redewendung „den Löffel abgeben“ gegenwärtig. Viele wissen, dass dies „sterben“ bedeutet, haben aber keine Ahnung, wie es zu dieser Redewendung kam. Machen wir eine kleine Zeitreise zu einem Bauernhof, sagen wir in die 1950er Jahre. Die Bäuerin ruft zum Mittagessen. Bauersleut’, Dienstboten und Kinder stellen sich zum Tisch, um zu beten. Mit dem „Amen“ setzen sich alle auf ihre Plätze. Das Essen wird in einer großen Schüssel...

  • 01.03.23
Menschen & Meinungen

Erzählung
Die Weißnäherin

In meiner Jugend gab es noch den Beruf der Weißnäherin – und von einer solchen Frau, Marie mit Namen, weiß ich in der Lederergasse in St. Pölten. Wir hatten einander durch Zufall kennengelernt, sie war nie verheiratet gewesen, erzählte sie, und damals gerade 72 Jahre alt. Als Zubrot zur bescheidenene Rente ging sie noch immer in ein Geschäftshaus der Stadt: in eine Fleischerei, um dort alle zwei Wochen die reichlich anfallende Bügelwäsche zu machen und zugleich schadhaft Gewordenes an Wäsche...

  • 05.03.21

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