3. Sonntag der Fastenzeit | 23.März 2025
Kommentar
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Schuldige suchen oder Möglichkeiten
Religiös motivierte Gräueltaten oder Katastrophen, die aus einer übermäßigen Ausreizung technischer Möglichkeiten resultieren, sind kein spezielles Phänomen unserer Zeit. Beides hat es wohl immer gegeben. Und auch die Reaktion auf solche tragischen Vorfälle ist meistens ähnlich. Es wird nach Schuldigen gesucht oder gar das Unglück als Strafe Gottes interpretiert. Beides ist bequem, um sich selbst aus der Affäre zu ziehen.
Als Jesus von einem Massaker an galiläischen Pilgern im Tempel – vermutlich ein brutaler Vergeltungsschlag durch Truppen des Pilatus – und einem Turmeinsturz erfährt, bedient er nicht den billigen Reflex der Schuldzuweisung. Er lenkt angesichts des Unheils in der Welt den Blick in eine andere Richtung: Was bringt Heilung? Wodurch ist eine Veränderung möglich? Was kannst du selbst dazu beitragen?
Jesus erzählt von einem Gutsherrn, der mit unternehmerischem Kalkül den fruchtlosen Feigenbaum beseitigen will. Der Winzer hingegen sieht das Kostbare und die Möglichkeiten, die vorhanden sind, ihm neues Leben einzuhauchen. Er sucht nach dem, was dem Baum helfen würde, sein Wesen und seine Bestimmung zu entfalten.
Alfred Jokesch
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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