Kommentar - Bibel und Leben
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Ein schmerzhafter, aber wichtiger Weg
Der Weg zu den Gräbern unserer lieben Verstorbenen, den wir zu Allerseelen beschreiten, ist kein leichter. Da können unterschiedlichste Gefühle aus uns hervorbrechen: der Schmerz des Verlustes, die Freude über schöne gemeinsame Erlebnisse, die Dankbarkeit für durch diesen Menschen erfahrene Liebe, die Reue über das, was versäumt wurde oder unversöhnt geblieben ist, die Angst vor dem eigenen Sterben.
Zugleich ist es ein überaus wichtiger Weg, um unser Menschsein in all seinen Dimensionen zu erfassen. Der Tod wird heute eher als medizinisches Versagen bewertet denn als integraler Bestandteil des Lebens. Manche Milliardäre investieren Unsummen in Forschungen, wie der Tod irgendwann aus der Welt geschafft werden könne.
Der Friedhofsgang ist dagegen ein Manifest der Anerkennung der eigenen Endlichkeit, ein Bekenntnis, dass gerade die Vergänglichkeit unser Leben kostbar macht. Und er ist ein Akt der Hoffnung, die über den Tod hinaus reicht.
Auch für Jesus ist es ein sehr emotionaler Weg zum Grab des Lazarus. An ihm, Marta und Maria sehen wir, dass Formen der Trauer sehr individuell sind. Doch hinter allem steht die Gewissheit der Auferstehung.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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