Kirche und Medien(-ZUKUNFT)
Drei Chancen fürs SONNTAGSBLATT & Co

Medien im katholischen Bereich haben Chancen, gute noch dazu. Aber wie sehen diese Chancen aus? In einer Medienlandschaft, die überaus vielfältig ist.

Gabriele Neuwirth

Seit einem Jahrzehnt setze ich mich einige Male pro Jahr in die Pressekabine großer internationaler Medientagungen und berichte detailliert davon. Oft, wenn Top-Medienmanager Rezepte für die Zukunft präsentierten, habe ich mir gedacht: Bravo! Exakt das machen kirchliche Medien. Wie das SONNTAGSBLATT & Co.

Chance 1: Verlässlichkeit
Die Überhäufung mit Information erzeugt Unvereinbares: Sie macht Verlässlichkeit unmöglich und sie schreit nach Verlässlichkeit. Von kirchlichen Medien darf angenommen werden: Sie lügen nicht. Zumindest nicht absichtlich. Und noch etwas Wesentliches: Für den Einzelnen ist es kaum zu schaffen, dauernd zu entscheiden, welche Informationen wahr/falsch sind oder wichtig/unwichtig. Der Wunsch nach Medien, die professionell Vorarbeit leisten, ist groß. Kirchliche Medien leisten dies jenseits von Beliebigkeit, sie geben Orientierung im Informations-Tohuwabohu.

Chance 2: Aufatmen

Der eiserne Medienmacher-Grundsatz: „Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“ wird noch befolgt, doch immer mehr Medienbosse sagen: Er ist geschäftsschädigend. Den Leuten reicht es! Sie finden, das Leben ist hart genug und wollen nicht mit Negativem überschüttet werden. Manche Medienhäuser reagieren darauf mit Wohlfühljournalismus, der alles beschönigt. Ernsthafter, der Wahrheit verpflichteter Journalismus darf nicht beschönigen. Ein Ausweg aus dem Dilemma heißt kritisch-konstruktiver Journalismus: Ein Missstand wird geschildert, eine Lösung gesucht, und diese Lösung auf Tauglichkeit abgeklopft. Am Ende gibt es ein Aufatmen. Diese Methode setzt sich nur langsam durch, sie ist sehr arbeitsintensiv. In Ansätzen findet sie sich schon seit je in kirchlichen Medien. Hinter dem Wunsch nach Aufatmen, nach Berichten aus einer heilen Welt steht die Sehnsucht nach dem Paradies. Ausschließlich diese Sehnsucht zu befriedigen könnte ein erfolgreiches Geschäftsmodell für katholische Medien sein. Doch zum Christsein gehört unabdingbar, sich genauso intensiv nach Gerechtigkeit zu sehnen. Kirchlich engagierte Menschen haben grundsätzlich ein starkes Interesse an sozialen Problemlagen, eine religiöse Gartenlaube-Lektüre genügt ihnen nicht. Aufatmen dürfen sie trotzdem – als Christen. Sonntagsblatt & Co. liefern den Sauerstoff dazu.

Chance 3: Kernkompetenz Glaube
„Wenn nichts mehr geht kommt sicher von irgendwo ein Ratgeber her. Erzählungen von Krisen und ihrer Überwindung boomen“, stand kürzlich in der deutschen Wochenzeitung „DIE ZEIT“. Katholische Medien könnten mühelos auf der Ratgeber-Schiene dahinfahren. Doch ihre Aufgabe geht über Lebenshilfe weit hinaus. Zu Recht wird von katholischen Medien Unterstützung in der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Evangelium erwartet. Das leisten sie und darin sind sie unschlagbar! Unschlagbar wie SONNTAGSBLATT & Co.

Gabriele Neuwirth, Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs

Kommentar 
KATHARINA GRAGERRedakteurin, Sonntagsblatt

Die Zukunft des Lesens
Wie lesen Sie am liebsten? –
Im Liegen, im Sitzen, oder was meinen Sie? –Nein, lesen Sie Ihre Zeitung lieber gedruckt, auf dem rascheligen Papier mit dem eigentümlichen Geruch? Oder haben Sie ein ePaper-Abo? Und wie ist es mit Büchern? Harter Einband oder Taschenbuch? Oder lieber E-Reader? Oder hören Sie Bücher lieber? Mit Hörbuch-CD oder App?
Wenn ich über die Zukunft einer Zeitung nachdenke, denke ich über die Zukunft des Lesens nach.
So wie beim Essen sind auch die Vorlieben beim Lesen Geschmackssache. Ich persönlich habe wenige Zeitungsabos in Print, lese nur ausgewählte Bücher in gedruckter Form. Alles andere, Nachrichten, leichte Unterhaltungslektüre, etc. habe ich am Handy. Auch das Sonntagsblatt lese ich, zum Beispiel im Urlaub, als ePaper.
Vor Jahren prophezeiten viele, dass Gedrucktes überhaupt ausstirbt. Alles werde digital. Andere meinten das gedruckte Buch würde sicher die Oberhand behalten. Egal wie es kommt, es kommt doch immer auch so wie wir KonsumentInnen und AbonenntInnen es wollen. Die Zukunft des Sonntagsblattes liegt also in Ihren Händen, in den Händen derer, die lesen und auch bereit sind für qualitätsvollen Lesestoff zu bezahlen.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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