Arbeitsplatz Kirche | Teil 03
Elfriede Reinmüller, Pfarrhaushälterin

 Sie schaut im Pfarrhof auf eine gute Atmosphäre

Ihren Chef „haben sie heute schon um dreiviertel fünf in der Früh aufgeschossen“, erzählt Elfriede Reinmüller, die Pfarrhaushälterin von Murau. Die Böller galten Pfarrer Toni Herk-Pickl zu seinem 40. Geburtstag. Frau Reinmüller steht aber auch an einem gewöhnlichen Mittwoch früh auf. Sie bereitet ein großes Frühstück vor. Um 7 Uhr betet sie mit 10 bis 15 Personen in der Kirche die Laudes. Nach dem Morgenlob mündet dieser „schöne Tagesbeginn“ in das gemeinsame Frühstück im Pfarrhof.

Als Kind verbrachte die am 24. April 1956 geborene Murauerin viel Zeit in der Eisenhandlung, die ihre Eltern aufgebaut haben. Lehrerin und Kindergärtnerin hätte sie gern werden wollen. Da ihre Eltern aber keinen Sohn und drei Mädchen hatten, besuchte die Älteste die Handelsschule. Fünf Jahre arbeitete sie in einem Büro in Klagenfurt.

Mit ihrem Mann Josef, Vizeleutnant und Flugzeugtechniker in der Fliegerschule Zeltweg, zog Elfi nach Murau zurück. Das Ehepaar hat drei Söhne, Josef, Peter und Klaus, und eine Tochter Sandra. Die Frau arbeitete auch 13 Jahre als Tagesmutter.

„Ich war immer gern im Pfarrhof“, blickt Frau Reinmüller zurück. Sie ist Lektorin und Kommunionhelferin und wirkt beim Blumenschmuck mit. Bei allen vier Kindern war sie Erstkommunion-Tischmutter und Firmbegleiterin. Im Herbst 2002, als Pfarrer Herk-Pickl Nachfolger von Dechant Klement Moder wurde, bewarb sich Elfi Reinmüller und wurde im Pfarrhof angestellt.

Das „angenehme Arbeiten“ und das gute Klima im Team schätzt die Pfarrhausfrau. Sie selber sieht sich als „relativ unkompliziert und nicht nachtragend“. Ordnungsliebend und trotzdem tolerant sei sie. Wenn sie etwas suchen müsse, was jemand irgendwo hingeräumt habe, wo es nicht hingehöre, denke sie „nie etwas Schlechtes“. Es sei der Preis dafür, dass im Pfarrhof viel los sei.

Wenn jemand sie „Pfarrerköchin“ nenne, habe sie „kein Problem“, außer er sage es abfällig. Da sei sie schon empfindlich. Zu ihrem Beruf gehöre „viel mehr als Kochen“. Sie helfe in der Kanzlei aus, sorge sich um den Garten und die Blumen. Zu schauen, „dass im Haus eine gute Atmosphäre herrscht“, sehe sie als ihre Aufgabe. Menschen sollen „gerne herkommen“. Diejenigen, die im Pfarrhof angestellt sind, sollen hier gern arbeiten.

Ist die Pfarrhaushälterin auch Seelsorgerin? „Direkt sicher nicht“, meint Elfriede Reinmüller. Sie vermittle aber oft oder habe ein offenes Ohr, wenn jemand „mit etwas nicht zum Herrn Pfarrer geht“. Durch Bestärken könne sie bei manchen Problemen in einer Familie ein bisserl weiterhelfen.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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