Mit Tieren leben | Geschichten
Das ganz besondere Katerle

Schon längere Zeit habe ich Maine-Coon Katzen und einmal im Jahr gibt es auch Nachwuchs jener Rasse und so habe ich immer ganz liebe Katzenabnehmer, die besonders den Liebreiz meiner Katzen zu schätzen wissen. So mache ich schon jahrelang „Therapie Samtpfoten“ und auch „Therapie Hundekamerad“ – habe ausgebildete Therapiehunde, die von schwerstbehinderten Kindern gerne gestreichelt werden.
Eines Tages fiel mir beim Katzenwurf auf, dass ein ganz dunkles Katerle besonders schmusig ward, eine ganz tolle Zeichnung im Fellchen aufzuweisen hatte und ich stellte dabei fest, dieses Katerle wird ganz was Besonderes. Die neuen Dosenöffner kamen suchten aus, aber jenes Katerle ward nie dabei in der engeren Wahl, und so blieb es mir fast ein halbes Jahr in meiner Katzenschar. Mit der Zeit wurde er nicht nur von mir der große Liebling, auch bei seiner Mutter und einer anderen Katzendame, sowie von meinem großen Kater ward er der Hahn im Korb. Er entwickelte sich prächtig und ich durfte an einen Abschied gar nicht mehr denken. Aber wie Gott es so will kam es zu einer ganz liebevollen Begegnung eines Legasthenikers Kindes und dem Katerle. Das Kind setzte sich auf den großen weichen bunten Teppich und das Katerle, inzwischen „Blue Sky“ genannt, begann langsam auf das Kind zuzugehen mit sanften Schnurren und Köpfchen reiben. Die Bewegung des Kindes waren ungeschickt und etwas derb, aber Blue Sky setzte seine Krallen nicht ein, sondern begann zwischen den Beinchen des Buben zu schmusen und legte sich sogar auf den Rücken und gab sein Bäuchlein frei zum Streicheln. So verharrten die beide sehr lange und ich sah einen besonderen Glanz in den Augen des Jungen.
Die Mutter ward so gerührt von jener Szene, denn es kamen sogar Worte vom Buben, wenn auch gestockt und man konnte sie fast nicht verstehen, aber ich meinte zu entnehmen „Du bist lieb, ich hab dich lieb“. Der Bub hatte auch Zugang zu einer meiner Therapiehunde, zu meinen Albin, der mir aber leider vor ca. 7 Wochen in die ewigen Jagdgründe ging. Er ward einer der besten Therapiehunde die ich je hatte.
So vergingen die Tage und einmal pro Woche kam der Junge; dabei merkte ich wie positiv das Kind sich entwickelte und zu Hause bei der Mutter zu zeichnen begann und teilweise aus seiner Isolation herausbrach. Inzwischen kamen auch andere Kinder zu mir auf besuch „Kätzchen schauen“ aber Blue Sky ging nur auf jenen Jungen so zu, dies ward so bemerkenswert, dass ich beschloss, dieses Katerle dem Buben und seiner Mutter zu schenken. Kein anderer Platz der Welt wäre für Blue Sky besser gewesen. Die Therapeutin für Legastheniker ward so erstaunt über die Fortschritte ihres Schützlings, dass sie mich inzwischen besucht hatte und meine Katzen als was Besonderes empfand.
Klein Peter, so heißt der Bub, ist ein Herz und eine Seele mit Blue Sky geworden, und des öfteren kommen Mutter und Kind mich besuchen, weiterhin „Kätzchen schauen“. Aber in all den vielen Jahren ward nie wieder so ein besonderes Katerle dabei.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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