Postkasten
Was ist Würde?
Zur Problematik des assistierten Suizids
Unser Leben ist Geschenk für andere, aber auch für uns selbst. Es ist mit Höhepunkten und Niederlagen gespickt. Die eigene Persönlichkeit wächst und gedeiht anhand von Einflüssen, die unsere Umwelt uns anbietet. Das Leben eines Kranken bleibt genauso kostbar wie das eines Gesunden. Wir selbst haben nicht in der Hand, was mit uns passiert. Alle Fäden laufen bei unserem Schöpfer zusammen, und jeder Mitmensch, der in das Leben des Kranken involviert ist, bildet mit ihm eine Einheit, die ihn bis zum Lebensende begleitet. Ist es nicht ein Affront gegenüber unseren Mitmenschen, zu sagen, dass es mir jetzt reicht und ich Schluss mache? Ist es nicht so, dass ich den Wert meines Daseins im Falle des Suizids nicht erkannt habe? Oder stelle ich mich dann mit einem Auto gleich, welches in die Jahre gekommen ist und viele Reparaturen braucht, das wertlos geworden und reif für den Schrotthaufen ist?
Würde hat der, der seinen eigenen Wert erkennt und sein Leben, wie es halt kommt, in Kauf nimmt. Könnte nicht ein liebender, sich kümmernder Mensch, der für den Kranken da ist, zur großen Stütze werden, was diesen davon abhält, Suizid zu begehen?
Elisabeth Aberer, Graz
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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