Postkasten
Gleichberechtigung nicht fürchten

Zu „Wut der Verunsicherten“, Nr. 22
Danke, dass das Sonntagsblatt den neuen (und dabei uralten) Männlichkeitswahn (Mannosphäre) im Artikel von Frau Eva-Maria Melk-Schmolly als problematisch und unchristlich bezeichnet. Denn das ist er! Ich vermisse aber eine kritische Selbstreflexion: Gerade im christlichen (auch katholischen!) Milieu ist dieser Trend besonders ausgeprägt – vor allem im erzkonservativen Umfeld, wie der „jugendlich daherkommenden“ Loretto-Bewegung oder dem Augsburger Gebetshaus u. a. Die Kirche mit ihren patriarchalen Machtstrukturen, in der (geweihte) Männer die Frauen auf den dienenden Platz verweisen, ist ein perfekter Nährboden für männliche Überhöhung! Dabei bräuchte niemand Angst zu haben vor der Zuerkennung gleicher Rechte, denn es ist hinreichend belegt, dass es in gleichberechtigten Gesellschaften allen (auch den Männern!) besser geht. Unserer katholischen Kirche mit ihren mächtigen Männern genauso wie den lauten jungen Männern, die Angst vor ihrem Machtverlust haben, möchte ich deshalb ins Stammbuch schreiben: Men of quality, donʼt fear equality! … Fürchtet die Gleichberechtigung nicht.

Astrid Krogger, Pöllau

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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