Postkasten
Gegen die Verallgemeinerung
Zum LB „Was ist Würde?“, Nr. 46
Kein Mensch begeht Selbstmord – ob assistiert oder nicht –, weil ihm gerade nichts Besseres einfällt. Es sind immer schwerwiegende Gründe dafür vorhanden, auch wenn sie für andere nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Zu behaupten, es sei ein Affront gegenüber unseren Mitmenschen, wenn jemand sagt: „Es reicht, ich mache Schluss“, ist eine starke und unüberlegte Aussage. Sie zeigt, dass die Leserbriefschreiberin (...) das Ganze aus sehr theoretischer Sicht beurteilt. (...) Ihre Aussagen sind ein Affront für alle, in deren Familie oder naher Umgebung ein Suizid passiert ist. Denn es wird damit impliziert, dass die Angehörigen oder Freunde sich nicht genug um diesen Menschen gekümmert haben. Es mag Fälle geben, wo ein Suizid durch Anteilnahme hätte verhindert werden können, aber das kann nicht einfach verallgemeinert werden.
Karl Reiter, Mettersdorf a. S.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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