Buch-Tipp
Schmort Judas in der Hölle?

„Der Verräter“ wird Judas meistens genannt. Christoph Wrembek hat sein großes Buch über diesen Jünger Jesu provokativ anders genannt: „Judas, der Freund“. Mit dem 2017 erschienenen Bestseller, der dem Geheimnis einer mittelalterlichen Jesus-Judas-Darstellung an der Kathedrale von Vézelay auf den Grund geht, hat der Jesuit eine breite Diskussion ausgelöst. Es gab bewegende persönliche Echos, Zustimmung von Fachleuten, aber auch kritische Fragen: Wie barmherzig dürfen wir Gott denken? Müssen wir nicht an „die Hölle“ glauben? Wenn sie am Ende leer bliebe, kann dann nicht jeder machen, was er will? Und was, wenn „der Hirte von Vézelay“ nicht Jesus darstellt? Sie alle kreisen um die Kernfrage: Wird Gott im Letzten allen Menschen seine liebende und barmherzige Rettung zuteil werden lassen?

In diesem neuen Büchlein geht Wrembek nun sachkundig, einfühlsam und klar auf solche Fragen, die vielen unter den Nägeln brennen, ein. In seinen Antworten auf Einwände und auch Angriffe versucht er, den Glauben an die Botschaft Jesu Christi von einem barmherzigen Gott tiefer zu verstehbar zu machen.
Christoph Wrembek, in Berlin aufgewachsen, trat 1961 in den Orden der Jesuiten ein und wurde 1971 zum Priester geweiht. Er machte Filmstudien in Hollywood und wurde 1974 Studentenpfarrer in Berlin. Er organisierte Pilger-Exerzitien im Heiligen Land, gab Religiöse Schulwochen und begann eine missionarische Aufbauarbeit in Estland. Seit 1991 wohnt er in Hannover, ist als Priesterseelsorger, Exerzitienmeister und schriftstellerisch tätig. Zuletzt erschien 2021 im Verlag Neue Stadt „Der entgrenzte Gott“.

Christoph Wrembek SJ: (K)eine Chance für Judas? Wie barmherzig wir Gott denken dürfen, 64 Seiten, kartoniert, 8,30 Euro, Verlag Neue Stadt, Oberpframmern, 2022,
ISBN 978-3-7346-1304-3.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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