Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Ich übe noch
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Ich bin nicht immer eine gute Zuhörerin. In so manchem Gespräch muss ich aktiv das Verlangen zügeln, die eigenen Assoziationen zum Gehörten meinem Gegenüber sofort zurückzuspielen, wie den Ball beim Pingpong. Ein gutes Gespräch ist aber kein Schlagabtausch.
Doch ich bleibe positiv: Zuhören ist (auch) Übungssache. Geübt im Zuhören sind die MitarbeiterInnen der TelefonSeelsorge Graz, die ihr 50-jähriges Bestehen feierte (siehe S. 3). Diese besondere Einrichtung, die von katholischer und evangelischer Kirche getragen wird, gibt mir Hoffnung.
Unsere Gesellschaft braucht echtes Zuhören, um wirkliches Miteinander zu schaffen. Wer ungehört bleibt, fühlt sich zu Recht nicht zuge-hör-ig und wird sich womöglich weniger einbringen. So leidet der gesellschaftliche Zusammenhalt, den wir zu allen Zeiten notwendig brauchen.
Auch bei der Diözesankonferenz steht Zuhören im Mittelpunkt. Beim abschließenden Treffen Anfang April wird hörbar werden, was aus dem Einander-Mitteilen und Zuhören gewachsen ist.
Eine Kirche, die kraftvoll ihre Botschaft leben will, muss von Zeit zu Zeit in sich gehen, um dann gestärkt wieder hinausgehen zu können. Wir dürfen es uns „innen“ aber nicht zu lange zu bequem machen.
Katharina Grager, Redaktionsleiterin
katharina.grager@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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