Weltkirche
Weltweit bedeutend

Sebastia, das biblische Samaria, ist seit 24. Juli UNESCO-Weltkulturerbe. Im Bild die Ruinen der über dem Grab von Johannes dem Täufer erbauten Kreuzfahrerkirche. Sie sind heute teilweise in die palästinensische Nabi-Yahya-Moschee integriert. | Foto: KNA
  • Sebastia, das biblische Samaria, ist seit 24. Juli UNESCO-Weltkulturerbe. Im Bild die Ruinen der über dem Grab von Johannes dem Täufer erbauten Kreuzfahrerkirche. Sie sind heute teilweise in die palästinensische Nabi-Yahya-Moschee integriert.
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Palästina. Das biblische Samaria ist neues Weltkulturerbe.

Das palästinensische Dorf Sebastia ist neues Weltkulturerbe. Das UNESCO-Welterbekomitee stufte den Ort im Westjordanland bei seiner Sitzung im südkoreanischen Busan am 24. Juli in die Liste des bedrohten Welterbes ein. Beim Vorgang durch das Welterbekomitee handelte es sich um ein Eilverfahren. Ein solches gibt es dann, wenn eine Stätte durch Naturereignisse, Kriege oder Konflikte bedroht ist.

Israel hatte das Eilverfahren für Sebastia im Vorfeld kritisiert. „Der Versuch, die Stätte als akut gefährdet darzustellen, ist durch keine fachliche Bewertung gedeckt und dient lediglich als politisches Instrument, um die tief verwurzelte und gut dokumentierte jüdische und christliche Geschichte des Ortes auszulöschen“, hieß es dazu in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums am 21. Juli.

Schon vor Sebastia nahm die Weltkulturorganisation der Vereinten Nationen (UN) die mittelalterlichen Burgen in der Region Mount Amel im Libanon im Eilverfahren auf die Liste des bedrohten Welterbes. Nach Informationen der UNESCO kann die vorsätzliche Zerstörung von Kulturstätten einem Kriegsverbrechen gleichkommen. Israel warf der UNESCO vor, seinen Kampf gegen mutmaßlich terroristische Strukturen im Nahen Osten zu untergraben. Die UNESCO dürfe sich bei der Vergabe von Welterbestätten nicht von Organisationen wie Hisbollah oder Palästinensischer Autonomiebehörde instrumentalisieren lassen, warnte das israelische Ministerium.

Enteignungen. Das palästinensische Dorf Sebastia, das biblische Samaria, ist seit Jahrtausenden besiedelt und war in der Antike mitunter Hauptstadt des Nordreichs Israel.
Noch vor der Sitzung in Busan rief Israel die UNESCO dazu auf, die Initiativen zurückzuweisen sowie die militärische Nutzung von Kulturstätten zu verurteilen. „Die Unesco darf nicht schweigen, wenn Terroristen Kulturstätten systematisch für ihre Zwecke missbrauchen. Ebenso darf sie nicht zulassen, dass ihre Plattform dazu genutzt wird, gut dokumentierte historische Tatsachen auszulöschen“, hieß es aus dem Außenministerium. Die eigentliche Bedrohung liege für Sebastia „in der Vernachlässigung und Mitverantwortung der Palästinensischen Autonomiebehörde, die zugelassen hat, dass die antiken Ruinen unter Vandalismus, Diebstahl und Schändung leiden.“
Mit dem Grab des Propheten Samuel hatte Israel Ende Mai 2026 erstmals eine islamische heilige Stätte in den besetzten palästinensischen Gebieten enteignet. Nach Angaben der israelischen Friedensorganisation Peace Now erließ Israels Zivilverwaltung einen Enteignungsbeschluss für insgesamt knapp elf Hektar Land in Nabi Samuel nahe Jerusalem. Vor der Enteigung durch den Staat Israel blieb das biblische Samaria verschont.

Quelle: Kathpress/Redaktion: Steiner

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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