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Beten: Hinwendung zu Gott und inniges Gespräch des Herzens. Im November bittet Leo XIV. um das Gebet für suizidgefährdete Menschen. Das monatliche Gebetsanliegen des Papstes wird traditionell von einem kurzen Video mit einer persönlichen Botschaft begleitet. | Foto:  iStock/ThaiNoipho
  • Beten: Hinwendung zu Gott und inniges Gespräch des Herzens. Im November bittet Leo XIV. um das Gebet für suizidgefährdete Menschen. Das monatliche Gebetsanliegen des Papstes wird traditionell von einem kurzen Video mit einer persönlichen Botschaft begleitet.
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Suizidprävention. Menschen begleiten, Leben schützen. Im November gilt die Gebetsmeinung des Papstes Menschen, die mit Suizidgedanken kämpfen.

Beten wir, dass suizidgefährdete Personen in ihrer Gemeinschaft die nötige Unterstützung, Hilfeleistung und Liebe finden und offen werden für die Schönheit des Lebens.“ So wendet sich Papst Leo XIV. aktuell an Gläubige mit der Bitte um das Gebet für Menschen, deren Gedanken um Selbsttötung kreisen.
Mit dem Verstorbenengedenken zu Allerseelen beginnt der elfte Monat im Jahr für viele in Trauer, gefolgt von grau-nebeliger Witterung. Wohl nicht ganz zufällig formulierte der Papst für November ein Gebetsanliegen, das Menschen in großer Seelennot in den Blick nimmt.

Falscher Umgang. Was Selbsttötung anbelangt, richteten Theologie und Kirche den Blick durch viele Jahrhunderte hindurch auf eine als „Sünde“ verstandene Tat. So galt Suizid lange Zeit als „eine unstatthafte Flucht vor der eigentlich erwarteten Bewährung in Anfechtungen“, fasst die deutsche evangelische Kirchenzeitung Sonntagsblatt zusammen.

Jahrhunderte hindurch wurden Menschen nach einem Suizid „Selbstmörder“ genannt und, statt kirchlich bestattet, mitunter sogar öffentlich verbrannt. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein erfolgte ihre Beisetzung vielerorts nicht am Friedhof, sondern in „ungeweihter Erde“ außerhalb – und das, obwohl die Bibel selbst wenig zum Suizid sagt. Schuldzuweisung und Bestrafung – beides traf die Angehörigen der Verstorbenen oft hart – wichen erst allmählich seelsorglicher Begleitung.

Begleitung statt Strafe. Unter dem Titel „Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern“ wird bei der „Ökumenischen Woche für das Leben“ Suizidprävention großgeschrieben. „Als Christen wollen wir unseren Mitmenschen beistehen in ihrem Nachdenken über das, was sie hält und trägt, und über das, was brüchig und dunkel ist“, bekundete die ökumenische Initiative im Jahr 2019. Damit gehen die katholische und evangelische Kirche Deutschlands in Punkto Suizidprävention gemeinsame Wege.

In Österreich geben neben kirchlich getragenen Beratungsstellen wie der TelefonSeelsorge durch Bund, Land und mit Spenden finanzierte Anlaufstellen Betroffenen und Angehörigen Hilfe (siehe Kasten). In der Steiermark informiert zusätzlich das Projekt „Go On“ (dt. „Weitergehen“). Ziel des Kompetenzzentrums ist, das Thema Suizid durch Wissensvermittlung zu enttabuisieren. Mit zwölf Regionalteams ist „Go On“ in der ganzen Steiermark vertreten.

1331 Personen starben 2024 in Österreich durch Suizid oder infolge von Selbstbeschädigung; 198 davon lebten im Bundesland Steiermark. Die Tatsache, dass diese Zahl um 10 % niedriger ist als im Vorjahr, ist ein Hoffnungsschimmer, der durch das Gebetsanliegen des Papstes noch größer werden soll. 

Anna Maria Steiner

Gebet des Papstes:
Herr Jesus, du, der du die Müden und Beladenen einlädst, zu dir zu kommen, um in deinem Herzen Ruhe zu finden, wir beten in diesem  Monat für alle Menschen, die in Finsternis und Verzweiflung leben, besonders für diejenigen, die mit Suizidgedanken kämpfen. Mögen sie immer eine Gemeinschaft finden, die sie aufnimmt, ihnen zuhört und sie begleitet. Gib uns allen ein aufmerksames und mitfühlendes Herz, das Trost und Unterstützung schenken kann, auch mit der nötigen fachlichen Hilfe. Amen.

Gebetsanliegen des Papstes

Hilfe bei Krisen
PsyNot: Tel. 0800/44 99 33 Psychiatrisches Krisentelefon, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar.
psynot-stmk.at
TelefonSeelsorge: Notrufnummer 142
Beratung am Telefon, per Mail, im Chat oder via Messenger. telefonseelsorge-graz.at
Männernotruf: Tel. 0800/246 247 Beratung von Mann zu Mann, bei Krisen aller Art. maennernotruf.at

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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