Innsbruck
Tagung über christliche Friedensethik

Die Münsteraner Theologin und Ostkirchenexpertin Regina Elsner war eine der ReferentInnen bei einer Zusammenkunft des „Innsbrucker Kreises“.  | Foto: privat
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„Es gibt keinen gerechten Frieden ohne Geschlechtergerechtigkeit“: Das betonte die Münsteraner Theologin und Ostkirchenexpertin Regina Elsner bei einer Zusammenkunft des „Innsbrucker Kreises“. Die Tagung von 3. bis 5. Jänner war angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten der christlichen Friedensethik gewidmet.

„Der Krieg ist kein Religionskrieg, aber es ist unbestreitbar, dass vor allem die Ideologie dieses Kriegs religiös aufgeladen ist“, so Elsner über den Ukrainekrieg. Die russisch-orthodoxe Kirche legitimiere den Krieg als metaphysischen Kampf gegen „Liberalismus“ und „Genderideologie“ – und finde Verbündete dieser Haltung auch in anderen Kirchen. Der Kampf für ein patriarchales Gesellschaftssystem verbinde die russisch-orthodoxe Kirche, den Vatikan, aber auch viele Mitglieder des weltweiten Ökumenischen Rates der Kirchen und politisch-autoritäre Regime. Dabei sei es „politisch und theologisch nicht irrelevant“, wie und ob überhaupt Frauen repräsentiert oder nur als Opfer wahrgenommen werden.

Mit der aktuellen Nahost-Krise befassten sich Michael Walzer und Christian Rutishauser: Walzer sieht die israelische Führung in der „asymmetrischen Falle“ eines Kriegs, der von der Hamas konstruiert wurde: Wie kann man gegen einen Feind kämpfen, der sich gezielt tief in die Zivilbevölkerung eingräbt und Raketen aus Schutzzonen für Zivilisten abfeuert – und dabei auch moralisch nicht verlieren, so die Frage des 88-jährigen US-amerikanischen Sozial- und Moralphilosophen. Zivile Opfer ließen sich so kaum vermeiden.

Die Terrorattacke vom 7. Oktober ist nach Vatikan-Berater Rutishauser eine Zäsur im Nahostkonflikt und in den jüdisch-christlichen Beziehungen. Die Hamas wolle klar eine universale islamistische Gesellschaftsordnung. Der global wachsende Antisemitismus erscheine als das „unausrottbare Chamäleon der Geschichte“. Rutishauser plädierte für gelebte jüdisch-christliche Freundschaften und die Verbindung von politischer Theologie und interreligiösem Dialog.

Quelle: Kathpress

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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