Singend das Wort verkünden

„Wer singt, betet doppelt“
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  • Foto: Gerd Neuhold - Sonntagsblatt für Steiermark
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„Wer singt, betet doppelt“ ist ein Sprichwort, das oft dem hl. Augustinus zugeschrieben wird, doch es ist nicht von ihm. Von wem es wirklich stammt, weiß man nicht, doch Augustinus könnte es gesagt haben. Für ihn war Musik ein Tor für die Erfahrungen des Glaubens, und er verweist auf die Schönheit des Gesangs im Gottesdienst. Beim Auftakt des Ökumenischen Wochenendes am Abend des 24. Jänner konnten sich Besucherinnen und Besucher in der Grazer Stadtpfarrkirche von den unterschiedlichsten klanglichen Schönheiten der Lobpreisgesänge christlicher Kirchen überzeugen und auch selbst in den Gesang einstimmen. Neben altkatholischen, evangelisch-methodistischen, freikirchlichen, römisch-katholischen, evangelischen, griechisch-orthodoxen und koptisch-orthodoxen Gesängen brachte auch der Chor der Neuapostolischen Kirche Steiermark (siehe Bild) seine Lieder zu Gehör.

Das Ökumenische Wochenende erkundete Musik und Gesang der Kirchen in Theorie und Praxis.

Unter der Überschrift „Wer singt, betet doppelt“ wurde der Lobpreis Gottes im Leben der Kirche(n) von 24. bis 25. Jänner praktisch und theoretisch in den Blick genommen.

Mit Lobpreisgesängen startete das Ökumenische Wochenende am Freitagabend in der Grazer Stadtpfarrkirche. Der hörend genossenen und gemeinsam singend und spielend praktizierten Musik folgte am Samstagvormittag die Theorie in Vortrag und Diskussion im Universitätszentrum Theologie.
„Ein Mozart-Requiem in einer evangelischen Kirche oder Bach-Werke in einem katholischen Gottesdienst findet heute niemand mehr anstößig, und das ist gut so“, stellte Gastgeber Dekan Christoph Heil in seinen Grußworten fest. Der Vorsitzende des Ökumenischen Forums christlicher Kirchen in der Steiermark, Christian Leibnitz, betonte die Bedeutung von Musik im Gottesdienst: „Liturgie soll den Menschen in seiner ganzen Existenz mit allen Sinnen ansprechen.“

„Ein steirisches Urgestein mit internationalen Ausläufern“ nannte Bruno Gasper, Pastor der Baptistengemeinde Graz und Moderator des Vormittags, den Hauptredner Franz Karl Praßl. Der Professor für Gregorianik und Kirchenmusik stellte seinen Vortrag unter die Überschrift „Im Dienste des Wortes – Gesang und Musik in der Liturgie der Kirche(n)“.

Liturgisches Singen hat nach Praßl „eine Dienstfunktion, welche letztlich darauf zielt, dem Wort Gottes Gehör zu verschaffen“. So verstanden ist das Singen im Gottesdienst „eine Fortsetzung der Verkündigung“ und ist damit als „Bestandteil der feierlichen Liturgie und nicht bloß als deren Aufputz“ zu verstehen. Dazu bemerkte der Vortragende, dass „Umrahmung“ kein passender Ausdruck für Musik in liturgischen Feiern sei.
Der Frage nachgehend, warum uns Singen oft mehr bewegt als das gesprochene Wort, formulierte Praßl, dass die Sprache zu schwach ist, „wo Musik noch immer eine Ahnung davon geben kann, was sich zwischen einem Ich und einem Du ereignet“.

„Wer singt, betet doppelt“
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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