Papst Leo XIV
Politik der Hoffnung

Politik darf nicht von Macht und Eigeninteressen bestimmt sein, sondern muss dem Wohl des ganzen Menschen dienen. Das hat Papst Leo XIV. katholischen Politikern und Gesetzgebern ins Stammbuch geschrieben. 200 Mitglieder des internationalen Netzwerkes, die zur Jahrestagung in Frascati weilen, empfing er im Vatikan. | Foto: Vatican Media
  • Politik darf nicht von Macht und Eigeninteressen bestimmt sein, sondern muss dem Wohl des ganzen Menschen dienen. Das hat Papst Leo XIV. katholischen Politikern und Gesetzgebern ins Stammbuch geschrieben. 200 Mitglieder des internationalen Netzwerkes, die zur Jahrestagung in Frascati weilen, empfing er im Vatikan.
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Katholische PolitikerInnen aus aller Welt empfing Papst Leo XIV.

Leo XIV. ruft christliche PolitikerInnen des International Catholic Legislators Network (ICLN) dazu auf, sich für eine Welt einzusetzen, in der Macht durch das Gewissen gezügelt wird und das Gesetz im Dienst der Menschenwürde steht. Bei einer Begegnung im Vatikan ermutigte er die Teilnehmenden an dessen Jahrestagung, „die gefährliche und selbstzerstörerische Denkweise abzulehnen, die besagt, dass sich nichts jemals ändern kann“. Es brauche eine Politik und eine Wirtschaft der Hoffnung.

Leo XIV. kritisierte die heute verbreitete Auffassung, die erfülltes Leben mit materiellem Reichtum oder uneingeschränkter individueller Autonomie verwechselt. Als Idealbild werde eine Zukunft der technologischen Bequemlichkeit und der Befriedigung der Konsumbedürfnisse präsentiert. Doch dies reiche nicht aus, sagte der Papst. Denn in wohlhabenden Gesellschaften würden viele Menschen mit Einsamkeit, Verzweiflung und Sinnlosigkeit kämpfen. Wahres menschliches Gedeihen entspringe aus der vollständigen Entfaltung des Menschen in allen Dimensionen: körperlich, sozial, kulturell, moralisch und spirituell. Weiter gehörten dazu die Harmonie mit der Schöpfung und Solidarität über soziale Klassen und Nationen hinweg.

Als Vorbild verwies Leo XIV. auf den Kirchenvater Augustinus von Hippo, der inmitten gesellschaftlicher Umbrüche sein Werk „De civitate Dei (Der Gottesstaat)“ schrieb. Augustinus habe gezeigt, „dass innerhalb der Menschheitsgeschichte zwei ‚Städte‘ miteinander verflochten sind: die Stadt des Menschen und die Stadt Gottes“. Sie bezeichneten zwei geistliche Wirklichkeiten und Ausrichtungen des Herzens, erläuterte der Papst. „Die Stadt des Menschen, gegründet auf Stolz und Eigenliebe, ist geprägt vom Streben nach Macht, Ansehen und Vergnügen; die Stadt Gottes, gegründet auf die Liebe zu Gott bis zur Selbstlosigkeit, ist gekennzeichnet von Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Demut.“

Augustinus habe die Menschen ermutigt, „die irdische Gesellschaft mit den Werten des Reiches Gottes zu durchdringen“ und so menschliches Wachstum möglich zu machen. Diese Vision gebe auch angesichts der heutigen Veränderungen Halt, bekräftigte Leo XIV. – angesichts „des Aufkommens neuer Machtzentren, des Wandels alter Allianzen und des beispiellosen Einflusses globaler Konzerne und Technologien – ganz zu schweigen von zahlreichen gewaltsamen Konflikten“. Die katholischen Abgeordneten und Verantwortungsträger forderte er auf, „Brückenbauer zwischen der Stadt des Menschen und der Stadt Gottes zu sein“.

Das ICLN ist ein 2010 gegründetes Netzwerk katholischer PolitikerInnen und Gesetzgeber aus aller Welt. Es soll Abgeordnete im Glauben stärken und Orientierung geben, christliche Werte im politischen Alltag umzusetzen.

Quelle: Kathpress/Vatican-News

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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