Aktion Familienfasttag
Neue Selbstständigkeit

Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung fördert Julia Cajas in ihren Workshops mit indigenen Frauen im Hochland von Guatemala. Die Frauen lernen, wie sie sich selbst und ihre Familien mit einer Vielzahl an Gemüse- und Obstpflanzen versorgen können.
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  • Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung fördert Julia Cajas in ihren Workshops mit indigenen Frauen im Hochland von Guatemala. Die Frauen lernen, wie sie sich selbst und ihre Familien mit einer Vielzahl an Gemüse- und Obstpflanzen versorgen können.
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Guatemala ist das diesjährige Schwerpunktland der Aktion Familienfasttag der KFBÖ. Projekt-leiterin Julia Cajas erzählt von ihrem Einsatz für indigene Frauen.

Mein Leben ist nicht viel anders als das der Frauen, die am Projekt teilnehmen“, erzählt Julia Cajas, die Leiterin des diesjährigen Schwerpunktprojekts „AMOIXQUIC“ (gesprochen: Amoischkik) der österreichweiten Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (KFBÖ). „Ich habe alles erlebt, was die Frauen heute auch erleben“, fügt Julia hinzu. Die meisten indigenen Frauen in Guatemala haben kein eigenes Einkommen und daher auch kaum Chancen auf ein besseres Leben. Dort setzt das Projekt, von dem Julia Cajas begeistert erzählt, an: „Ich habe auf meinem Weg Hilfe und Unterstützung erfahren, konnte eigenes Geld verdienen und studieren. Das Gelernte möchte ich jetzt an die Frauen weitergeben und durch das Projekt ihre Lebenssituation verbessern.“

Ernährungssouveränität erlangen
Unter dem Slogan „Gemeinsam für eine Zukunft in eigener Hand. Gutes Essen für alle“ unterstützt die KFBÖ Julia dabei, die indigenen Frauen zu ermächtigen, ihr Leben unabhängig und selbstbestimmt zu gestalten. Ein Schwerpunkt ist dabei die ökologische Landwirtschaft. Mit dem Aufbau eigener Nutzgärten mit Hilfe von nicht genmanipuliertem Bio-Saatgut ist ein erster Schritt in Richtung Ernährungssouveränität getan. Der Anbau und das Wissen zur Anwendung von heimischen Heilpflanzen soll die Frauen befähigen, ihre Gärten und auch die Familie besser gesund zu erhalten. Durch das Herstellen eigener Produkte, wie Naturseifen oder Tinkturen, werden sie nicht nur autonomer, sondern können auch Geld verdienen.
Die neue Selbstständigkeit der Frauen fiel nicht überall auf fruchtbaren Boden. So mancher Ehemann oder auch Eltern waren anfangs dagegen, dass die Frauen bei den Workshops von Julia Cajas mitmachen. Die Verhandlungen mit Ehemännern seien nicht immer leicht, erzählt Julia, sie spricht aus Erfahrung – Machoismus ist in Guatemala weit verbreitet. „Auch mein Mann war ein Macho und Alkoholiker dazu. Als er eines Tages einen Autounfall hatte, wusste ich, ich muss etwas in meinem Leben ändern. Ich kann mich nicht völlig abhängig machen von einem Menschen, der von einem Tag auf den anderen nicht mehr da sein könnte.“ So begann Julia Geld zu sparen für ihre Ausbildung. Diese Möglichkeit eröffnet sie mit ihren Workshops heute anderen Frauen.

Gleichberechtigung lernen

Das Projekt „AMOIXQUIC“ arbeitet seit 1997 mit indigenen Frauen im westlichen Hochland von Guatemala. Insgesamt wird in fünf Dörfen mit Gruppen zu je zehn bis 15 Frauen gearbeitet. Davon profitieren indirekt in jedem Dorf 100 bis 150 Personen. Bis vor kurzem war Julia Cajas Koordinatorin und Durchführende in einer Person. Seit letztem Jahr konnte sie durch die Unterstützung der KFBÖ eine zweite Mitarbeiterin für Workshops und Betreuung der Frauen anstellen.
„Was wirklich verändert werden muss, ist das Bild, das die Frauen von sich selbst haben“, weiß Julia. Neben den Grundlagen von ökologischem Anbau und der Herstellung von Naturprodukten vermittelt Julia den Frauen auch Selbstwertgefühl und den Grundsatz von Gleichberechtigung. Das Erlernte geben die Frauen auch durch die Erziehung ihrer Kinder weiter. Damit die nächste Generation gleichberechtigter miteinander leben kann.

Familienfasttag
Trotz der coronabedingten Einschränkungen fand die KFBÖ an vielen Orten kreative Wege, Suppen-Aktionen stattfinden zu lassen. Falls Sie noch spenden möchten: Spendenkonto Aktion Familienfasttag: AT83 2011 1800 8086 0000.

Katharina Grager

Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung fördert Julia Cajas in ihren Workshops mit indigenen Frauen im Hochland von Guatemala. Die Frauen lernen, wie sie sich selbst und ihre Familien mit einer Vielzahl an Gemüse- und Obstpflanzen versorgen können.
In den Workshops vermittelt Julia nicht nur das Wissen zu ökologischem Anbau, sondern stärkt die Frauen auch in ihrem Selbstwert.
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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