Weltkirche
Mütter im Habit
- ine Schwester des Ordens Neues Leben durch Versöhnung mit einem Kind aus dem Waisenhaus in Gitega, für das sie – wie für viele andere – die einzige mütterliche Bezugsperson ist.
- Foto: Alexander Auer
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Unterernährung und Armut prägen das Leben vieler Familien in Burundi. Doch es gibt Orte der Hoffnung.
Es ist Vormittag in Gitega, der Hauptstadt Burundis. Die Sonne scheint, als im Mutter‑Kind‑Zentrum eines Waisenhauses rund fünfzig junge Mütter dicht gedrängt auf einfachen Holzbänken sitzen, ihre Kinder auf dem Schoß. Eine Schwester des Ordens Neues Leben durch Versöhnung misst den Oberarmumfang eines kleinen Mädchens: 118 Millimeter. Schwere Unterernährung. Das Kind wirkt apathisch, die Wangen sind geschwollen.
Burundi gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Politische Instabilität, die Folgen jahrzehntelanger Konflikte und eine schwache Wirtschaft prägen den Alltag vieler Familien. Mehr als die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an chronischer Unterernährung – mit langfristigen Folgen für Wachstum und Entwicklung.
Eiweiß, Fett und Vitamine. Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kleinkinder mehr als Maisbrei. Doch Nahrungsmittel mit diesen Inhaltsstoffen sind in Burundi sehr teuer oder nicht verfügbar.
Einen Ort der Hoffnung haben die Schwestern des Ordens Neues Leben durch Versöhnung geschaffen. Sie führen drei Waisenhäuser in Burundi, in denen jeweils rund 100 Kinder ein liebevolles Zuhause finden – darunter etliche Kinder, die durch die Folgen des Krieges traumatisiert sind. Für viele von ihnen sind die Ordensfrauen mehr als nur Betreuungspersonen – sie sind wie eine Mutter. Frauen, die trösten, pflegen, zuhören, Grenzen setzen und Geborgenheit schenken. Wie wichtig diese mütterliche Fürsorge ist, zeigt das Beispiel von Chantal (mehr am beiliegenden Zahlschein). „Ohne diese Einrichtung würden diese Kinder auf der Straße leben“, sagt Schwester Godelive Miburo. Sie ist die Generaloberin des Ordens, zu dem neben den Waisenhäusern auch das Mutter‑Kind‑Zentrum, ein Kindergarten, eine kleine Hausapotheke und eine Nähwerkstatt gehören, in der Stoffbinden für Frauen und Mädchen hergestellt werden.
Die Arbeit der Schwestern reicht weit über das Waisenhaus hinaus. Sie begleiten Pflegefamilien, fördern Bildung und setzen auf nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe. Projekte wie das Ziegenprogramm ermöglichen Familien ein eigenes Einkommen und verbessern langfristig Ernährung und Lebensbedingungen. Auch junge Erwachsene, die im Waisenhaus aufgewachsen sind, werden weiterhin unterstützt – viele von ihnen studieren heute an der Universität.
Seit vielen Jahren wird diese Arbeit von Sei So Frei und der Caritas begleitet. Dank dieser Unterstützung erhalten fast 300 Kinder Nahrung, medizinische Betreuung und Bildung. Inmitten großer Not erfahren sie Fürsorge, neue Perspektiven entstehen – und Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Maria Wilbrink
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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