Kirche Steiermark
Mensch bleiben
- Eine Woche vor ihrem „ersten Schultag“ hat Weihbischof Johannes Freitag neue ReligionslehrerInnen in ihren Dienst gesendet. Alle „Neuen“ (mit ihrer Stammschule in Klammer) – zuerst die Abgebildeten: 1. Reihe v. l.: Fachinspektorin (FI) Andrea Kern, Schulamtsleiter Walter Prügger, Rut Sattinger (VS Öblarn), Johanna Kessler-Pilgram (BG/BRG Reininghaus), Corinna Leeb (VS Möderbrugg), Magdalena Legat (VS Premstätten), Selina Fodermayer (VS St. Oswald/Plankenwarth), Hannah Einfalt (VS Kirchberg), Silvia Gorditsch (VS Ottendorf), Weihbischof Johannes Freitag.
– 2. Reihe v. l.: FI Eva Bacher, FI Dietlind Artner-Kager, Simone Haslacher (MS Bruck/Mur), Gudrun Isak (VS Pirka), Markus Wiener (BHAK Weiz), Julian Kollmann (Akademisches Gymnasium), Christiane Schiefer (LFS Gröbming), FI Franz Hackstock, stv. Schulamtsleiter Vinzenz Wechtitsch.
– 3. Reihe v. l.: FI Ewald Nagl, Magdalena Rößl (MS I Weiz), Isabella Warasdin (MS II Leibnitz), Silke Nees (MS II Weiz), Julia Götzenauer (VS Hall), Alexander Postl (BHAK Hartberg), Denis Köll (MS Preding), Johanna Schriebl (VS Wies), Johanna Spiegel (BG/BRG Kirchengasse), Lisa Schaffler (VS Weizberg), Vilson de Marku (BG/BRG Weiz), FI Axel Leitner. – Nicht im Bild: Nadine Huber (LFS St. Martin), Christina Hussauf (VS Lind), Birgit Kormann (VS St. Bartholomä), Laura Kronabitter (VS Straß), Barbara Maier (VS Mariahof), Elisabeth Nader (VS Graz-Triester), Vanessa Rußmann (VS Voitsberg), Anna-Maria Teltscher-Dockner (VS Retznei). - Foto: Neuhold
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Die Ökumenische Sommer.Bildung 2026 der steirischen ReligionspädagogInnen beschäftigte sich diesmal mit Künstlicher Intelligenz – und war mehr als eine Fortbildung.
Mensch bleiben: Künstliche Intelligenz – im Dienst des Lebens?“ Unter diesem Titel stand die Ökumenische Sommer.Bildung 2026 an der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum in Graz. Vor Schulbeginn trafen sich katholische und evangelische ReligionslehrerInnen zu einer Frage, die längst nicht mehr nur TechnikexpertInnen betrifft: Was macht KI mit unserem Bild vom Menschen – und wie kann sie dem Leben dienen?
Die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel erwies sich als aktuelle Folie. Problematisch wird es dort, wo aus dem Können ein Anspruch wird: Was technisch machbar ist, erscheint auch als sinnvoll. Generative KI kann Texte verfassen, Bilder erzeugen, Musik komponieren und planen. Als neue „vierte Kulturtechnik“ neben Lesen, Schreiben und Rechnen, verändert sie Alltag und Lernen. Je leistungsfähiger sie wird, desto dringlicher wird die Frage, was wir ihr überlassen wollen.
Der Philosoph Rüdiger Safranski spricht dagegen von der „vierten Kränkung“ des Menschen: KI stelle erneut unser Selbstbild infrage. Umso wichtiger wird die Frage, was einen Menschen ausmacht.
Der Impulsvortrag von Sonja Gabriel von der KPH Wien/Niederösterreich zeigte: Generative KI hat kein eigenes Menschenbild, reproduziert aber Vorstellungen vom Menschen, die in Daten und Modellen angelegt sind. Bildung brauche demgegenüber den Menschen als urteilsfähiges, verantwortliches, soziales und nicht vollständig berechenbares Subjekt. Besonders eindrücklich war Gabriels Satz: „Statistische Plausibilität ist kein Wissen.“ KI berechnet wahrscheinliche Antworten, weiß aber nicht, ob eine Aussage wahr, sinnvoll oder verantwortbar ist. Prüfung und Verantwortung bleiben beim Menschen. Entwickler und KI-Forscher warnen selbst vor Risiken. Papst Leo XIV. betont, den Menschen nicht auf das zu reduzieren, was berechnet, optimiert oder reproduziert werden kann.
- KI berechnet wahrscheinliche Antworten, weiß aber nicht, ob eine Aussage wahr, sinnvoll oder verantwortbar ist, so Sonja Gabriel von der KPH Wien/Niederösterreich.
- Foto: Gerd Neuhold/Sonntagsblatt für Steiermark
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Die großen Fragen wachhalten
Für den Religionsunterricht bedeutet das mehr als die Frage, wie ChatGPT und andere KI-Anwendungen sinnvoll eingesetzt werden können. Die „Ateliers“ der Sommer.Bildung verbanden den Einsatz von KI im Religionsunterricht mit ethischen, kulturwissenschaftlichen und spirituellen Perspektiven. Gefragt wurde: Was wollen wir delegieren – das Schreiben, Recherchieren, Entscheiden, Bewerten, Unterrichten oder Beraten? Technische Machbarkeit beantwortet noch nicht, ob eine Tätigkeit delegiert werden sollte.
Mensch bleiben heißt nicht, auf KI zu verzichten. Es heißt, nicht alles zu delegieren, was Menschen technisch delegieren könnten. Religiöse Bildung hält deshalb Fragen wach, die kein Algorithmus beantworten kann: Was ist Wahrheit? Was ist Freiheit? Was ist Liebe und Hoffnung? Was macht ein gutes Leben aus? Und was ist der Mensch?
Die Ökumenische Sommer.Bildung war damit mehr als eine Fortbildung über ein digitales Werkzeug. Sie war ein Plädoyer dafür, dass technischer Fortschritt und menschliche Verantwortung zusammengehören – und dass Bildung gerade im Zeitalter der KI den Menschen im Mittelpunkt halten muss.
Christian Brunnthaler
Institutsleiter für Fort- und Weiterbildung an der Privaten Pädagogischen Hochschule Augustinum
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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