Weltkirche
Jürgen Habermas †
- ürgen Habermas (1929–2026) bezeichnete sich selbst als „religiös unmusikalisch“. Als Sozialphilosoph war er Stichwortgeber für gesellschaftlichen Meinungsaustausch.
- Foto: KNA/2016
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Philosophie
„Ich bin alt, aber nicht fromm geworden“, schrieb Jürgen Habermas vor 16 Jahren aus Anlass seines damals 80. Geburtstages. Die Theologie spielte im Leben des kürzlich Verstorbenen dennoch eine Rolle.
Am 18. Juni 1929 hineingeboren in ein bürgerliches Düsseldorfer Elternhaus, kommt er mit einer Gaumenspalte zur Welt, an der er als Säugling und Kleinkind operiert wird. Die schmerzliche Beeinträchtigung durch seine nasale Aussprache thematisierte er in späteren Jahren offen und erkannte darin einen Anstoß für sein Lebensthema, die sprachliche Kommunikation.
Habermas, dessen Großvater Theologe war, studierte Philosophie, Psychologie, Deutsche Literatur und Ökonomie in Deutschland und der Schweiz, wurde 1954 in Bonn promoviert und schrieb u. a. als freier Journalist. 1955 heiratete er und wurde Vater von drei Kindern. Seine wissenschaftliche Karriere startete er 1956 am Frankfurter Institut für Sozialforschung bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno. Nach seiner Emeritierung 1994 meldete er sich immer wieder zu Wort – zum Kosovokrieg, zu Hirnforschung oder der menschlichen Willensfreiheit. Sein Austausch mit dem späteren Papst Benedikt XVI. 2004 zählt zu den bemerkenswertesten Dialogen zwischen Glauben und Philosophie. Am 14. März verstarb Jürgen Habermas 96-jährig in Starnberg.
◉ Hörtipp: Podcast „Diesseits von Eden“
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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