Weltkirche
Jesu Botschaft im Iran
- Obwohl die christlichen Gemeinden im Iran zu den ältesten christlichen Gemeinschaften weltweit gehören, leben viele ChristInnen im 90-Mio.-Einwohner-Land im Verborgenen und treffen sich in Hauskirchen. Im Bild: die Kirche der Heiligen Übersetzer (Surb Targmantschatz) in der Hauptstadt Teheran. Sie wurde 1968 geweiht und gehört zum Bistum Teheran des Katholikats von Kilikien der Armenisch-Apostolischen Kirche.
- Foto: wiki/Joanna Abadian (2018)
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Bedrohte Minderheit. Trotz Repressalien findet das Christentum im Iran Zulauf.
Der Iran erlebt, nach Massendemonstrationen, einem Massaker an Zehntausenden und dem Tod des langjährigen Machthabers Ali Khamenei durch Luftangriffe der USA und Israels, aktuell eine dramatische Zuspitzung der Lage. Diese ist für die ChristInnen im Land zugleich von Angst und vorsichtiger Hoffnung geprägt. „Gerade jetzt fragen viele Iraner nach dem christlichen Glauben“, sagte eine aus dem Iran stammende Auskunftsperson, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben wollte, am 6. März im Gespräch mit der Katholischen Presseagentur (Kathpress). Die Person lebt seit mehreren Jahrzehnten in Österreich, ist vom Islam zum Christentum übergetreten und begleitet heute selbst Menschen auf dem Weg zur Taufe.
Besonders prägend für die aktuelle Stimmung sei das Massaker vom 8. und 9. Jänner gewesen, bei dem „mindestens 40.000 Menschen von den Revolutionsgarden auf offener Straße, in Märkten und sogar in Spitälern erschossen“ worden seien. Der Beginn der Luftangriffe am 28. Februar und der Tod von Ali Khamenei hingegen sei für zahlreiche Menschen im Iran „wie die Erfüllung eines langen Traums“ gewesen, berichtete die Quelle. Paradoxerweise freuten sich derzeit viele Menschen im Land über Raketenangriffe auf ihre Städte, da diese vor allem Stellungen der Revolutionsgarde träfen und das Regime schwächten. Gleichzeitig bleibe die Lage gefährlich, weil das bestehende System weiterhin an der Macht sei und Khameneis Sohn Motschtaba als möglicher Nachfolger als besonders radikal gelte.
Verfolgte Minderheit. ChristInnen, darunter offiziell anerkannte Gemeinschaften wie Armenier oder chaldäische ChristInnen, zählen zu den religiösen Minderheiten im Iran. Sie dürfen im Land leben und ihre Religion ausüben, unterliegen jedoch strengen Einschränkungen. Nach der islamischen Revolution von 1979 sei ihre gesellschaftliche Teilhabe stark begrenzt worden: ChristInnen hätten eigene Schulen und teilweise eigene Wohnviertel, während der Zugang zu Universitäten und staatlichen Berufen stark kontrolliert werde, so die Auskunftsperson. Noch schwieriger sei die Situation für Menschen, die vom Islam zum Christentum übertreten. Ein Religionswechsel ist im islamischen Recht nicht vorgesehen und kann mit Verhaftung, Folter oder sogar mit der Todesstrafe geahndet werden. Konvertierte ChristInnen würden häufig als Bedrohung für die nationale Sicherheit dargestellt oder als angebliche Spione des Westens beschuldigt. Dennoch wachse das Interesse am christlichen Glauben im Iran seit Jahren. Andere wiederum kämen auf der Flucht oder in Europa erstmals intensiver mit dem christlichen Glauben in Berührung und seien von der Botschaft Jesu von Liebe, Geduld und Bereitschaft zur Vergebung fasziniert.
Quelle: Kathpress
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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