Kirche Steiemark
Hoffnung Hospitalität

ie Welle der Energie sprang sofort über – von der Gruppe Theater nach draußen auf die Teilnehmenden an der Tagung. Die Pastoralräte der Barmherzigen Brüder aus mehreren Ländern trafen sich in Kainbach. Sie tragen Sorge, dass sich die Spiritualität des Ordens in den verschiedenen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen konkretisiert. | Foto: BB Kainbach
  • ie Welle der Energie sprang sofort über – von der Gruppe Theater nach draußen auf die Teilnehmenden an der Tagung. Die Pastoralräte der Barmherzigen Brüder aus mehreren Ländern trafen sich in Kainbach. Sie tragen Sorge, dass sich die Spiritualität des Ordens in den verschiedenen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen konkretisiert.
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Die Pastoralräte aus Häusern der Barmherzigen Brüder in der Provinz Europa Mitte trafen sich in Kainbach.

Unsere Häuser sind nicht nur Orte der professionellen Begleitung, sondern vor allem Orte, an denen Menschen Hoffnung, Glauben und Zuwendung erfahren dürfen.“ Mit diesen Worten begrüßte Provinzial Fr. Saji Mullankuzhy die Pastoralräte aus den Niederlassungen der Barmherzigen Brüder in Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Er hob die Grundhaltung der Hospitalität, der Gastfreundschaft hervor: „Sie trägt unsere Arbeit und macht erfahrbar, dass jeder Mensch in seiner Würde einzigartig ist.“

Das Treffen der 200 MitarbeiterInnen zum Thema „Pilger der Hoff­nung, Multiplikatoren der Hos­pi­ta­lität“ fand in der Lebens­wel­t Kainbach statt, die dabei durchwegs als ein besonderer Ort der Hoffnung und der Hospitalität erlebt wurde. Die Impulsreferate von Reinhold Esterbauer und Weihbischof Johannes Freitag, verschiedene Dialogformate und viel Gelegenheit zum Austausch wurden umrahmt von Impulsen der integrativen Gruppe Theater nach draußen, die berührten, zum Nachdenken anregten und zum Mitmachen motivierten.
Reinhold Esterbauer, Professor für Philosophie an der Theologischen Fakultät der Universität Graz, beschrieb die Hoffnung als Lebenskompass des Menschen. Hoffnung sei vorsichtiger als Optimismus, aber von der Überzeugung getragen, dass das eigene Tun sinnvoll ist. Hoffende würden unweigerlich mit der Sinnfrage konfrontiert und damit auch mit dem Religiösen. Hoffnung mache bewusst, „dass im eigenen Werdegang immer noch etwas aussteht“, und richte diesen auf die Zukunft aus – auch über den Tod hinaus. Sie stelle Entscheidungen für die Zukunft „in einen Raum, der nicht bloß eine kausale Bestimmungskette ist“.

Als wichtige Quellen der Hoffnung nannte Esterbauer eine gewisse Gelassenheit und das Grundvertrauen, auch im Wissen um Grenzen des Machbaren und trotz aussichtsloser Prognosen am Glauben an das Gute festzuhalten. Hoffnung sei ein Aufbäumen gegen die Verzweiflung. Sie sei kreativ, weil sie das Unwahrscheinliche einbeziehe. Hoffnung sei kein Wissen oder Können, sondern ein grundlegender Lebensvollzug des Menschen, der zu seinem Wesen gehört: „Roboter können nicht hoffen.“

Wer als Pilger der Hoffnung unterwegs ist, sagte Weihbischof Johannes Freitag mit Bezug auf das Motto des Heiligen Jahres, werde zu einem/r MultiplikatorIn der Hospitalität: „Ihr Charisma, Ihre Sendung ist es, Hoffnung lebendig zu halten und erfahrbar zu machen – durch ein Lächeln, durch Begleitung und durch das Ernstnehmen der Menschen in ihrer Würde.“ Wer pilgert, brauche Weggefährten und sei auf Gastfreundschaft angewiesen. Doch Nachfolge sei nicht Einkehr, sondern Aufbruch. Hospitalität bedeute, sein Herz zu öffnen und andere anzustecken mit Mitmenschlichkeit, Wärme und Glauben.

Alfred Jokesch

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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