Stopp Littering!
Frühjahrsputz für die Natur

Wer von klein auf ein Bewusstsein für die Problematik des Mülls entwickelt, wirft weniger leicht etwas achtlos weg. Severin Pock hat beim Sammeln die Erfahrung gemacht: „Je sauberer es ist, umso größer ist die Hemmschwelle, etwas wegzuwerfen.“
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  • Wer von klein auf ein Bewusstsein für die Problematik des Mülls entwickelt, wirft weniger leicht etwas achtlos weg. Severin Pock hat beim Sammeln die Erfahrung gemacht: „Je sauberer es ist, umso größer ist die Hemmschwelle, etwas wegzuwerfen.“
  • Foto: Pock
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Dem wachsenden Trend, Abfälle achtlos wegzuwerfen, wirkt die Müllsammelgemeinschaft „No time to waste“ von Severin Pock entgegen.

Severin Pock beteiligt sich nicht nur am „Steirischen Frühjahrsputz“, ihm ist seit Jahren der auf öffentlichen Plätzen und in der Natur herumliegende Müll ein Dorn im Auge. In seiner Facebook-Gruppe „No time to waste“ vernetzen sich mittlerweile 800 MüllsammlerInnen. Weitere Interessierte und Engagierte sind ihm herzlich willkommen. Außerdem will Pock der Achtlosigkeit vieler Menschen im Umgang mit Müll entgegenwirken und auf die globale Dimension der Müllproblematik aufmerksam machen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Müll zu sammeln?
Severin Pock: Am Anfang stand ein Verdruss angesichts der vielen Probleme in dieser Welt wie Hunger, soziale Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung, Klimawandel. Beim Überlegen, was ich als Einzelner dagegen tun kann, bin ich schnell auf das Müllsammeln gekommen. Das ist ohne großen finanziellen Aufwand möglich, wenn man sich nur Zeit nimmt und einfach loslegt. Damit kann ich auch ein Zeichen setzen.

Was ist die Motivation dafür?
Wenn man sich eingehender informiert, etwa über Mikroplastik, dann wird einem bewusst, wie wichtig es ist, jetzt gleich etwas dagegen zu tun, bevor es in den Flüssen und Meeren landet und gravierende Gesundheitsprobleme bei Tieren und Menschen verursacht. Oder dass unser Müll in andere Länder wie Malaysia verschifft und dort sehr umweltschädlich entsorgt wird. Da ist es mir wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen. Denn im Prinzip wäre das Problem leicht lösbar, wenn alle mitdenken und mithelfen. Da möchte ich den Menschen auch ein Werkzeug in die Hand geben. Es gibt auch viele Möglichkeiten, Müll von vornherein zu vermeiden. Das alles wird angestoßen durch kleine Dinge wie eben, dass man jemanden sieht, der Müll aufklaubt.

Wie haben Sie andere dafür gewinnen können, mitzutun?
Anfangs habe ich mich mit ein paar Freunden zusammengetan, mit der Idee, dass jeder in seiner unmittelbaren Umgebung einmal loszieht und Müll sammelt, dass wir unsere Erfahrungen austauschen und uns gegenseitig motivieren. Dann habe ich die Facebook-Gruppe eingerichtet, auf der jetzt Menschen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz verbunden sind. Auch die Firma Saubermacher ist auf uns aufmerksam geworden und hat uns Material zur Verfügung gestellt.

Ist es nicht ein Fass ohne Boden?
Man braucht wirklich einen langen Atem. Wenn man nach zwei Wochen auf derselben Strecke schon wieder so viel Müll sieht, ist das natürlich frustrierend. In einer halben Stunde bekomme ich oft zwei Säcke voll. Da ist es wichtig, sich in der Gruppe gegenseitig aufzumuntern. Viele von uns haben einen Bereich, den sie regelmäßig säubern. Das ist für die Bewohner in der Gegend auch merkbar.

Gibt es dabei beglückende Erlebnisse?
Auf jeden Fall. Ich bekomme viele Rückmeldungen, wenn ich unterwegs bin – manchmal mit meinen drei kleinen Kindern. Mit vielen, vor allem jungen Menschen komme ich ins Gespräch. Das Müllsammeln ist ja eine Tätigkeit, mit der niemand ein Problem hat. Entweder wird man ignoriert oder bekommt positive Reaktionen.

Interview: Alfred Jokesch

Steirischer Frühjahrsputz
Im Rahmen des Themenschwerpunktes Schöpfungsverantwortung unterstützt die Stadtkirche Graz die landesweite Landschaftsreinigungsaktion von 14. April bis 29. Mai. Mehr darüber unter: saubere.steiermark.at

Wer von klein auf ein Bewusstsein für die Problematik des Mülls entwickelt, wirft weniger leicht etwas achtlos weg. Severin Pock hat beim Sammeln die Erfahrung gemacht: „Je sauberer es ist, umso größer ist die Hemmschwelle, etwas wegzuwerfen.“
„No time to waste.“ Mit einer eigenen Warnweste ist Severin Pock auf der Jagd nach Müll. Oft wird er dabei angesprochen.
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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