Bom Jesus da Lapa
Einsatz und Lebensfreude

Auf der Seite der indigenen Bevölkerung und ihrer Rechte stehen viele kirchliche Projekte. Im Hintergrund die Höhle des Heiligtums von Bom Jesus da Lapa | Foto: Neuhold
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  • Auf der Seite der indigenen Bevölkerung und ihrer Rechte stehen viele kirchliche Projekte. Im Hintergrund die Höhle des Heiligtums von Bom Jesus da Lapa
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In Brasilien besuchte eine Delegation aus der Diözese Graz-Seckau deren Partnerdiözese Bom Jesus da Lapa. Pastoralreferentin Elisabeth Fritzl gibt ihre Eindrücke weiter.

Mit pandemiebedingt fast dreijähriger Verspätung konnte der lange geplante Besuch in unserer Partnerdiözese Bom Jesus da Lapa stattfinden. Der diözesane Arbeitskreis für die Diözesanpartnerschaft, der von Tamara Strohmayer und Pfarrer Wolfgang Schwarz geleitet wird, machte sich mit Bischof Wilhelm Krautwaschl am 3. Februar auf den Weg. Nach der Ankunft in São Paulo feierten wir die Messe mit den Grazer Schulschwestern, die seit 1922 in São Paulo wirken und eine Schule mit 1500 Schülerinnen und Schülern führen.

Bereits am nächsten Tag teilte sich unsere Gruppe auf: Während Margareta Moser und Markus Meister von Welthaus Graz sich mit Missiodirektor Niklas Müller und Bischof Krautwaschl auf den Weg nach Juazeiro machten, um dort ProjektpartnerInnen wie die IRPAA (Institut für angepasste kleinbäuerliche Landwirtschaft) zu besuchen, machte sich der Rest auf nach Rio de Janeiro. Dort durften ein Besuch der Christus-Statue am Corcovado ebenso wenig fehlen wie die Besichtigung des „Zuckerbrotes“ (Zuckerhut), der Copacabana und der Kathedrale.

Die „Welthaus-Gruppe“ machte sich auf den Weg nach Jacobina, wo sie bei einem Treffen mit P. Josef Hehenberger, der seit 1966 in Brasilien ist und sich für die Benachteiligten einsetzt, ein bewegendes Engagement kennen lernte. Seit den 1960er Jahren wird in der Region um Jacobina industrieller Goldbergbau betrieben, der sukzessive die KleinschürferInnen verdrängt. Derzeit wird das dritte, schwer fassbar große Staubecken für den Bergbauschlamm errichtet. Die CPT (Landpastoralkommission) berät die betroffenen Gemeinden und unterstützt die Bevölkerung im Kampf um ihre Rechte. Verbesserungen können – wenn überhaupt – allerdings erst nach langwierigen rechtlichen Auseinandersetzungen erzielt werden.

Der Rest der Gruppe machte sich nach einem Tag in Brasilia und einer Einladung beim österreichischen Botschafter in Brasilien mit dem Nachtbus auf den Weg nach Bom Jesus da Lapa. Die folgenden Tage waren reich gefüllt mit Begegnungen der verschiedenen pastoralen Einrichtungen, wie einem Austausch, bei VertreterInnen aus der Jugendpastoral, der Umweltpastoral, der charismatischen Erneuerung, der Caritas, bis hin zu hierzulande vielleicht unbekannteren Zweigen wie der Indigenenpastoral oder traditionelleren Formen wie dem Männerrosenkranz. Die pastorale Landschaft in Bom Jesus da Lapa erweist sich hierbei als vielfältig, mit einem großen Schwerpunkt auf ein solidarisches Miteinander, das sich im hohen karitativen Engagement der Gruppen zeigt.

Weiter ging es für die komplette Gruppe mit Gottesdiensten, dem Besuch des Heiligtums vom Guten Jesus und den Vorbereitungen auf das 60-Jahr-Jubiläum der Diözese, das am 12. Februar mit einer Prozession von der Kathedrale bis zum Heiligtum und einer Messe mit Kardinal Paolo Cezar Costa gefeiert wurde. Im Quilombo Barrinha berichteten uns einige Frauen von den Landkonflikten, unter denen sie massiv leiden. Sie werden von der Landpastoralkommission sowie von NGOs unterstützt, doch manchmal erscheint der Kampf um ihr Recht fast aussichtslos.

Wir durften eine Kirche kennen lernen, die an der Seite der Menschen ist und sich kompromisslos für sie einsetzt, und durften ein Stück weit eintauchen in eine Kultur, die trotz vieler Herausforderungen eine unglaubliche Leichtigkeit und Lebensfreude zeigt.

Diözesanpartnerschaften
Mit Masan in Korea und Bom Jesus da Lapa hat die Diözese Graz-Seckau zwei Partnerdiözesen. Seit 1962 gibt es die Diözese Bom Jesus da Lapa. Ihr Name (Guter Jesus) geht auf den Wallfahrtsort Bom Jesus zurück.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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