Christentum
Eingeschränkte Minderheit

Die Kirche „Unsere Liebe Frau von Arabien“, Kathedralkirche für das nördliche Arabien, 23 Kilometer südlich von Manama in Bahrain. | Foto: vatican news
3Bilder
  • Die Kirche „Unsere Liebe Frau von Arabien“, Kathedralkirche für das nördliche Arabien, 23 Kilometer südlich von Manama in Bahrain.
  • Foto: vatican news
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Christentum auf der Arabischen Halbinsel. Ein Überblick aus Anlass der Reise von Papst Franziskus nach Bahrain, wo er Frieden und Dialog stärken will.

Was viele nicht wissen: Auch auf der Arabischen Halbinsel gibt es zahlreiche Christen, wohl 4 bis 5 Millionen. Die Mehrheit unter ihnen bilden die rund 3,5 Millionen Katholiken, die von nicht mehr als maximal 140 Priestern betreut werden. Freilich handelt es sich bei den Christen zu fast 100 Prozent um Ausländer, vor allem Gastarbeiter.

Vereinigte Arabische Emirate. In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sind die Voraussetzungen für die Kirchen relativ gut. Von den 9,5 Millionen Einwohnern sind rund 7,3 Millionen Muslime, bis zu 1,2 Millionen (12,5 Prozent) Christen.
Gut 800.000 Christen gehören der katholischen Kirche an. Sie stammen aus rund 150 Staaten der Welt. Es gibt zahlreiche Kirchen im ganzen Land, von denen die erste 1965 gebaut wurde. Die Kirchen betreiben Schulen. Christlicher Religionsunterricht ist aber nicht erlaubt. Innerhalb der Kirchenareale können die Christen ihre Religion frei ausüben. Christliche Symbole wie Kreuze sind in der Öffentlichkeit tabu.

Saudi Arabien. In Saudi Arabien ist das Leben für Christen und alle Nicht-Muslime am schwierigsten. Der Islam in der strengen Form des Wahabismus ist Staatsreligion. Es gibt keine einzige Kirche in Saudi Arabien. Öffentliche Gottesdienste, Bibeln und das Tragen religiöser Symbole – in erster Linie das Kreuz – sind verboten.
Von den rund 33 Millionen Einwohnern Saudi Arabiens sind etwa 1,5 Millionen Christen (ca. 4 Prozent). Mehr als die Hälfte davon sind Katholiken. Wenn die Christen privat in Wohnungen dezent Gottesdienst feiern (z. B. ohne Gesang), wird dies von den Behörden oft geduldet. Der Religionswechsel eines Muslimen zum Christentum kann mit dem Tod bestraft werden.

Jemen. Im Jemen gibt es einige tausend (auch einheimische) Christen. Im blutigen Bürgerkrieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der sunnitischen Zentralregierung wurde die christliche Minderheit aufgerieben.

Oman. Im Oman machen die Christen 6,5 Prozent aus, drei Viertel davon sind katholisch. Christen haben Kultfreiheit, dürfen im Gegensatz zu Muslimen auch offiziell Alkohol und Schweinefleisch kaufen und konsumieren. Über die Einhaltung des religiösen Friedens im Land wacht ein eigenes Ministerium.

Kuwait. Angespannter ist die Situation für die christliche Minderheit (11 Prozent) in Kuwait. Für Christen gibt es an sich Kultfreiheit. Kirchen dürfen Schulen führen, aber keinen Religionsunterricht anbieten.

Katar. Das Land der kommenden Fußballweltmeisterschaft hat nach der Jahrtausendwende einen minderheitenfreundlicheren Kurs eingeschlagen. Nahe Doha gibt es eine Kirchenstadt. Für Christen herrscht Kultfreiheit. Öffentliche christliche Symbole sind verboten.

Bahrain. Wie auch in den anderen Golfstaaten gilt für Bahrain: Der Islam ist Staatsreligion, das Rechtssystem basiert auf der Scharia. Für die Christen gibt es grundsätzlich aber Kultfreiheit. Immer wieder stellt der König den Kirchen Grundstücke für neue Kirchen zur Verfügung.

Quelle: kathpress

Papstreise nach Bahrain
Bei seiner Reise nach Bahrain von 3. bis 6. November wird Papst Franziskus die Christen stärken, bei einem interreligiösen Dialogforum sprechen und im Nationalstadion einen Gottesdienst feiern.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ