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Dietmar Grünwald, Pfarrer von Graz-Mariatrost, erklärt als einer der diözesanen Beauftragten für Wiedereintritte wie ein Wiedereintrittsgespräch abläuft. | Foto: Neuhold
  • Dietmar Grünwald, Pfarrer von Graz-Mariatrost, erklärt als einer der diözesanen Beauftragten für Wiedereintritte wie ein Wiedereintrittsgespräch abläuft.
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Wiedereintritt in die katholische Kirche – wie läuft das ab? ExpertInnen erklären und eine Wiedereingetretene erzählt:

Wir bemerken wieder ein steigendes Interesse an der Kirche bei Menschen, die vor längerer Zeit ausgetreten sind, und auch bei solchen, die mit der Kirche noch keinen Kontakt hatten. Heuer hatten wir bis August schon mehr Kontaktaufnahmen und Anfragen als im gesamten Vorjahr“, so Dietmar Grünwald, Pfarrer in Graz-Mariatrost und einer der diözesanen Beauftragten für Wiedereintritte.

Sarah Knolly, diözesane Referentin für Diakonie und Gemeinschaft, erhält durchschnittlich ein bis zwei Anfragen pro Woche zum Thema Wiedereintritt, berichtet sie. Ihr Kontakt scheint seit einigen Monaten auf der diözesanen Website unter dem Stichwort Wiedereintritt auf – als Auskunftsperson zusätzlich zu den beiden Priestern Dietmar Grünwald und Heinrich Schnuderl. Die meisten Fragen sind simpel: Wie funktioniert ein Wiedereintritt? Wie schnell geht das? Wohin kann ich mich wenden?

„Zuerst empfehle ich immer eine Kontaktaufnahme mit dem Wohnsitz- oder Heimatpfarrer“, beschreibt Sarah Knolly. Doch im Grunde ist ein Wiedereintritt bei jedem katholischen Priester möglich. Dem Gespräch folgt das Unterschreiben des Glaubensbekenntnisses sowie des Wiedereintrittformulars. Welche persönlichen Dokumente man zum Wiedereintrittsgespräch mitbringen muss, ist unterschiedlich. Meist sind es Geburtsurkunde, Taufschein, Meldezettel und ein Ausweis. Näheres erfährt man bei der Terminvereinbarung.

Durch digitale Angebote möchte die Diözese den Wiedereintritt erleichtern. Zum Beispiel mit einem unkomplizierten Online-Formular, das die Wiedereintrittsanfrage direkt an die gewünschte Person weiterleitet, die sich dann für eine Terminvereinbarung zurückmeldet. Denn ein persönlicher Kontakt bei einem Wiedereintritt in die katholische Kirche ist verpflichtend. Doch dieses Gespräch ist nichts, wovor man sich fürchten müsste, sind sich Sarah Knolly und Dietmar Grünwald einig.

Petra (Name von der Redaktion geändert) kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor ein paar Jahren fragte sie in ihrer Wohnsitzpfarre um ein Wiedereintrittsgespräch an. „Es war ganz anders, als ich befürchtet hatte“, erzählt sie. „Ich dachte, ich müsste rechtfertigen, warum ich ausgetreten bin, aber es war ein sehr angenehmes und freundliches Gespräch.“ Sie habe gespürt, dass sich der Pfarrer ehrlich freute.

Heute ist Petra froh über das Fundament, das ihre katholische Erziehung ihr gab, aber „mit 17 Jahren geht man halt nicht gerne jeden Sonntag in die Kirche und zum Rosenkranz“, schmunzelt sie rückblickend. Ausgetreten ist sie mit Ende 20, als die ersten Missbrauchsfälle bekannt wurden. Innerlich hat sie die Kirche nie ganz verlassen: „Ich war immer wieder bei Veranstaltungen oder in katholischen Bildungshäusern.“
Was ihr im Blick auf Menschen, die in der Kirche, womöglich mit einem Priester, schlechte Erfahrungen gemacht haben, zu denken gibt: dass man ein Wiedereintrittsgespräch nur mit einem Priester führen könne und nicht zum Beispiel auch mit einer Pastoralreferentin. Ein Denkanstoß für die pastorale Praxis in der Zukunft?

Katharina Grager

◉ Näheres unter www.eintreten.at, www.wiedereintreten.at oder www.katholische-kirche-steiermark.at/wiedereintritt

Dietmar Grünwald, Pfarrer von Graz-Mariatrost, erklärt als einer der diözesanen Beauftragten für Wiedereintritte in einem Video, wie ein Wiedereintrittsgespräch abläuft.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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