Kirche Österreich
Der freie Sonntag
- Beim Jubiläumsfest im Wiener Rathaus kamen VertreterInnen aus Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft zusammen. Die Allianz für den freien Sonntag verbindet dabei ganz unterschiedliche Organisationen mit einem gemeinsamen
Anliegen. - Foto: KA Wien
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Seit 25 Jahren setzt sich die Allianz für den freien Sonntag ein. Warum der gemeinsame Ruhetag heute wichtiger denn je ist.
Der freie Sonntag ist ein Geschenk für die Seele, für die Familie, für die Gesellschaft und für unsere Gesundheit.“ Mit diesen Worten beschreibt Bischof Wilhelm Krautwaschl, Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich, die Bedeutung des gemeinsamen Ruhetages. Seit 25 Jahren setzt sich die Allianz dafür ein, den Sonntag als gemeinsamen arbeitsfreien Tag zu bewahren. Zum Jubiläum wurde am 1. Oktober im Wiener Rathaus gefeiert.
Mehr als 50 Organisationen aus Kirchen, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft gehören inzwischen zum Bündnis. Bischof Krautwaschl erinnerte dabei an die Anfänge im Jahr 2001 und daran, dass der freie Sonntag heute aktueller denn je sei. Flexibilisierung, Digitalisierung, ständige Erreichbarkeit und wirtschaftlicher Druck würden den gemeinsamen freien Tag zunehmend herausfordern. Dabei brauche es Zeiten, die nicht von Arbeit und Konsum bestimmt seien – für Familie und Freunde, Erholung, Ehrenamt, Kultur, Sport, Glaube und gesellschaftliches Engagement. Die Allianz setze sich deshalb nicht gegen notwendige Sonntagsarbeit etwa im Gesundheitswesen oder bei Einsatzorganisationen ein, sondern für den Erhalt gemeinsamer freier Zeit.
Was uns der Sonntag schenkt. Dass die Bedeutung dieses Anliegens über Österreich hinausreicht, zeigt auch die European Sunday Alliance, die sich seit 2011 auf europäischer Ebene für gemeinsame freie Zeiten einsetzt. Das ist in Europa längst keine Selbstverständlichkeit mehr. In vielen Ländern ist Sonntagsarbeit Teil des Alltags – umso besonderer ist es, wenn ein Tag der Woche bewusst der gemeinsamen freien Zeit vorbehalten bleibt.
Bischof Wilhelm Krautwaschl betonte, dass gerade in einer zunehmend beschleunigten Gesellschaft die Frage nach dem Wert des Sonntags neu gestellt werden müsse. Viele Menschen seien ständig erreichbar und getrieben, Verpflichtungen reihten sich aneinander. Der Sonntag könne hier einen Gegenpol bilden: „Der freie Sonntag erinnert uns daran, dass unser Wert nicht von unserer Produktivität abhängt.“ Er sei eine Zeit der Ruhe, der Begegnung und der Besinnung. Mit einem Gedanken des heiligen Augustinus lässt sich diese Sehnsucht nach Ruhe zusammenfassen: „Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“ Der freie Sonntag sei damit mehr als ein arbeitsfreier Tag – er schaffe Raum für das, was Menschen miteinander verbindet.
Maria Wilbrink
- Bischof Wilhelm Krautwaschl ist kirchlicher Sprecher der Allianz für den freien Sonntag.
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Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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