Kirche Steiermark
Balanceakt Wohlstand

Die Diskussionsrunde (v. l.), moderiert von Shenja Paar (Caritas): Franz Prettenthaler, Carmen Treml, P. Gerwig Romirer, Philipp Suppan und Andreas Paulitsch. Nächster Termin: 2. Februar 2027, „Verteilungsgerechtigkeit“.  | Foto: Neuhold
  • Die Diskussionsrunde (v. l.), moderiert von Shenja Paar (Caritas): Franz Prettenthaler, Carmen Treml, P. Gerwig Romirer, Philipp Suppan und Andreas Paulitsch. Nächster Termin: 2. Februar 2027, „Verteilungsgerechtigkeit“.
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Diskussionsreihe beleuchtet die Grundlagen unseres Wohlstands.

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Sicherheit und Lebensqualität standen am 13. Oktober beim ersten „Balanceakt Wohlstand – Wovon leben wir 2050?“ im Minoritenzentrum Graz im Mittelpunkt. Organisiert von Joanneum Research, der Katholischen Kirche Steiermark, dem Wegener Center der Uni Graz und der Arbeiterkammer Steiermark, beleuchtete die Veranstaltung die Grundlagen unseres künftigen Wohlstands.
Zur Eröffnung betonte Lukas Grangl (Katholische Kirche Steiermark), dass Einkommen und Produktivität wichtige Indikatoren seien, Wohlstand aber auch Gesundheit, Bildung, soziale Sicherheit und intakte Lebensgrundlagen erfordere.

Franz Prettenthaler (Joanneum Research) hob die Bedeutung des Sozialstaates hervor: Märkte schaffen Wohlstand, doch „wir Menschen sind nicht sehr gut darin, Risiken gut einzuschätzen. Wenn wir keine verpflichtende Arbeitslosen- und Pensionsversicherung hätten, gäbe es sehr viel Armut.“
Die ökonomischen Herausforderungen analysierte Carmen Treml (Agenda Austria). Österreich zähle mit einem BIP von rund 55.700 Euro pro Kopf zu den reichsten EU-Ländern, leide jedoch unter stagnierender Produktivität. Sie plädierte für eine Senkung der Abgabenbelastung auf Arbeit. Philipp Suppan (Arbeiterkammer) verwies darauf, dass 2025 rund 15,9 Prozent der Österreicher armutsgefährdet waren, da viele Sozial-
leistungen unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1827 Euro netto liegen.

Pater Gerwig Romirer (Stift St. Lambrecht) erweiterte die Debatte um eine spirituelle Dimension und definierte Wohlstand als „gemeinsam gut leben“ durch Maßhalten und Achtsamkeit. Wie sich die Lage für die Jugend anfühlt, verdeutlichte Andreas Paulitsch (TDK Electronics): Angesichts steigender Lebenshaltungskosten stelle sich für viele die Frage, welche Zukunftsperspektiven ihnen ihre Arbeit tatsächlich eröffne.
Das Fazit der Diskussion: Wohlstand im Jahr 2050 basiert auf Arbeit und Innovationen, erfordert aber gleichermaßen soziale Sicherheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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