Andrang in Assisi
- In der Basilika San Francesco in Assisi werden heuer im Jubiläumsjahr die Gebeine des hl. Franz von Assisi ausgestellt.
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Reliquien-Schau im italienischen Wallfahrtsort: Uralte Knochen und modische Sneakers.
Zum 800. Todestag von Franz von Assisi erlebt der italienische Wallfahrtsort derzeit einen Pilgerandrang wie seit Jahren nicht mehr. In der schlichten Kirche Santa Maria Maggiore schiebt sich ein stetiger Strom von BesucherInnen zum gläsernen Sarg des jungen Carlo Acutis. Der 15‑Jährige, in Jeans und Sneakers aufgebahrt und durch seine Online-Dokumentation über eucharistische Wunder bekannt geworden, zieht Menschen aus aller Welt an. Viele halten kurz inne, andere flüstern ein Gebet. Ein pensionierter Lehrer aus Deutschland meint, der gläserne Sarg sei „ein bissl typisch italienisch“. Zugleich beeindrucke ihn, dass ein 15‑Jähriger so spirituell tiefgründige Aussagen gemacht habe.
Nach dem Besuch bei Acutis gehen viele PilgerInnen weiter zur Basilika San Francesco. Dort zeigen die Franziskaner erstmals seit Jahrhunderten die Gebeine ihres Ordensgründers öffentlich. Vor dem majestätisch gelegenen Gotteshaus warten Gruppen aus aller Welt, darunter auch PilgerInnen aus dem deutschsprachigen Raum. Für viele ist es ein bewegender Moment, die brüchigen Knochen des Heiligen zu sehen, die sonst tief in der Krypta ruhen. „Eine Fügung Gottes“, sagt ein Teilnehmer, während er im Besucherzelt auf die Gruppenführung wartet. In der Unterkirche herrscht Stille. Manche berühren kurz die kühle Oberfläche des schlichten Plexiglassargs, andere betrachten die Fresken an den Wänden, die vom Leben des Heiligen erzählen. Zum Abschluss erhalten die Besucher ein kleines Töpfchen mit Weizensamen – ein Hinweis auf das biblische Bild vom Korn, das sterben muss, um Frucht zu bringen.
Sabine Kleyboldt/Kathpress (gek.)
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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